Für die Entwicklung zeichnet das Büro J&J Design in Slowenien verantwortlich. Der Aquila 50 Sail ist konsequent als Blauwasserkatamaran für Eigner und Charter konzipiert. Im Vordergrund steht dementsprechend maximaler Raum für hohen Komfort an und vor allem auch unter Deck. Breite Rümpfe und ein großzügig dimensionierter Aufbau schaffen dafür das nötige Volumen.
Ein prägendes Merkmal ist die weitläufige Flybridge. Sie dient nicht nur als zusätzlicher Aufenthaltsbereich, sondern beherbergt auch den zentral angeordneten Steuerstand. Von hier aus hat der Skipper einen guten Überblick über Segel und Manöver. Sämtliche Fallen, Schoten und Trimmleinen werden zum Steuerstand geführt. Damit lässt sich das Boot von einer Position aus auch einhand gut beherrschen. Optional sind elektrisch betriebene Winschen erhältlich, die ein ultimatives „Knopfdrucksegeln“ ermöglichen.
Von der Flybridge führen seitliche Treppen direkt auf das Vorschiff zum geräumigen Frontcockpit. Charakteristisch für das Konzept von Aquila ist der Verzicht auf ein klassisches Trampolin zwischen den Rümpfen, ähnlich wie bei den Yachten der Marke Bali-Catamarans aus Frankreich. Stattdessen wird das gesamte Vorschiff als feste Fläche bis zu den Bugen ausgeführt, was zusätzliche Nutzfläche im Vorschiffsbereich schafft und darüber hinaus das Sicherheitsgefühl erhöht.
Der Aquila 50 Sail wird serienmäßig mit einem Pinhead-Großsegel ausgestattet. Optional ist auch eine sportlichere Garderobe mit einem leistungsstarken Squarehead-Großsegel möglich. Zudem steht der Mast relativ weit hinten auf dem Kajütaufbau. Dementsprechend fällt die Genua ebenfalls groß und leistungsstark aus. Eine Selbstwendefock ist auch optional nicht vorgesehen.
Serienmäßig verbaut die Werft zwei Dieselmotoren, wahlweise mit 50, 60 oder 70 PS Leistung. Auf Wunsch sind jedoch auch Elektromotoren des Herstellers Torqeedo (2 x 50 kW) oder ein Hybridsystem möglich. Gebaut werden die Kats bei Aquila vollständig im Vakuum-Infusionsverfahren mit Vinylesterharz. Für den Transport des Beiboots hat sich die Werft eine ebenso ungewöhnliche wie clevere Lösung mit einem ausfahrbaren Kran-System einfallen lassen. Damit kann das Dinghy einfach am Heck angehängt und auf der großen Heckplattform abgesetzt werden.
Das Layout für Eigner sieht eine durchgängige Kabine im Backbordrumpf mit einem sehr großzügigen Bad und einem separaten Toilettenraum vor. Im Steuerbordrumpf sind drei Doppelkabinen möglich, jeweils mit eigener Nasszelle und abgetrenntem Duschbereich. Alle Kabinen sind über separate Zugänge aus dem Salon, aus dem Cockpit und aus dem Frontcockpit erreichbar. In Kombination der verschiedenen Ausbauvarianten sind Layouts mit vier, fünf oder sechs Doppelkabinen realisierbar. Zudem besteht – je nach Ausbauvariante – die Möglichkeit, im Vorschiff einen zusätzlichen Raum als begehbaren Stauraum, als Werkstatt oder als Büro einzurichten. Die Werft kann hier flexibel auf Kundenwünsche eingehen.
Der 50 Sail ist das erste Schiff einer neuen Reihe von Segelkatamaranen der Marke Aquila. Die Werft arbeitet offenbar bereits an einer kleineren Ausführung unter der Bezeichnung Aquila 44 Sail, die im Herbst 2026 vorgestellt werden soll. Ein größerer Aquila 65 ist ebenfalls in Vorbereitung. Der Preis für den Aquila 50 Sail wird von der Werft mit 1.391.000 US-Dollar angegeben. Nach derzeitigem Umrechnungskurs entspricht das rund 1.184.800 Euro, jeweils netto ohne Mehrwertsteuer.

Redakteur Test & Technik