Am Testtag weht in Heeg ein frischer Wind. Der Probeschlag mit der Falcon Racing wird eine schnelle Ausfahrt. Das Boot ist schon seit über zehn Jahren am Markt, dennoch handelt es sich hier um die Baunummer eins. Die Falcon wird jetzt von Neptun Yachten in Rheda-Wiedenbrück gebaut.
Die Geschichte des Entwurfs reicht aber sogar noch weiter in die Vergangenheit. In den Niederlanden hat der Valk aus Holz mit Knickspannt und Gaffelrigg seinen festen Platz in der Segelszene. Noch populärer ist die Kunststoff-Variante Polyvalk. Diese einfachere, günstigere Version aus GFK wurde zum Standardboot für Segelschulen und Bootsverleiher. Unzählige Holländer haben auf dem Polyvalk das Segeln gelernt.
Genau hier setzt die Falcon an: Klaas Goos wollte eine modernere Interpretation dieses erfolgreichen Konzepts schaffen. Ein Boot, das die Vorzüge des Polyvalk übernimmt, aber zeitgemäßer konstruiert und sportlicher ausgelegt ist. Der Name Falcon – englisch für Falke – ist dabei bewusste Anlehnung an das niederländische Vorbild Valk.
Die Falcon Racing ist als Multitalent konzipert und soll die Einfacheit einer Jolle mit der Sicherheit eines Kielbootes verbinden. Das simple Einsalingsrigg von Seldén ohne Achterstag trägt reichlich Segelfläche. Dieser steht aber ein knapp 160 Kilogramm schwerer Festkiel gegenüer. Zudem liefert der Knickspannt schon reichlich Formstablität. Zusätzlich bietet der Hochlraum zwischen Rumpf und Cockpitschale so viel Auftrieb, dass die Falcon unsinkbar ist. Zudem kann Wasser aus dem offenen Heck einfach ablaufen. Viel Sicherheit, die die Falcon Racing als Schulungsboot qualifiziert, für Segler die auch mal Fehler machen. Pascal Ernst von Neptun Yachten hat 2025 die Formen und die Produktion der Falcon aus den Niedelanden übernommen. Angeboten wird jetzt nur noch die Falcon Racing.

Redakteur Test & Technik