DaysailerNeptun 220 DC – das ist alles neu

Michael Rinck

 · 17.03.2026

Segelspaß statt Winterblues Trotz der niedrigen Temperaturen Ende November auf der Außenalster machte das Segeln mit dem neuen Schiff aus Ostwestfalen durchaus Spaß. Obwohl es die ein oder andere knackige Böe zu parieren gab, zeigte sich das Boot recht gutmütig.
Foto: YACHT/B. Scheurer
Aus der Milan 22 wird die Neptun 220 DC – und mit dem neuen Namen kommen gleich mehrere wichtige Änderungen. Neuer Kiel, leichteres Deck, E-Antrieb und sogar eine Tourenversion mit Übernachtungsmöglichkeit sind in Arbeit.

Neuerscheinungen im Segment unter sieben Meter Bootslänge sind leider selten und die Milan traf bei ihrem Erscheinen vor einem reichlichen Jahr einen Nerv. Das Boot zeigte sich im Test als vielseitig einsetzbar für den Feierabendschlag, Tagestouren für erfahrenen Segler aber auch als gutmütiges Schulungsboot. Denn dank Ballastkiel segelt es sich sicher und kann praktisch nicht kentern. Dennoch segelt es agil. Der Kiel kann zum Slippen angehoben werden, sodass Trailern einfach möglich ist. Mit der Namensänderung zu Neptun 220 DC gibt es auch einige Neuerungen am Boot.

​Die Neptun 220 DC wird weiterhin von der Werft Neptun-Yachten in Ostwestfalen gebaut. Der Betrieb feierte vergangenes Jahr sein 60-jähriges Firmenjubiläum und setzt bis heute auf Jollen- und Kleinkreuzer. Ein Erfolgsschlager war in den 70er Jahren die Neptun 22 mit Hubdach, die einst zur meistverkauften Yacht Europas avancierte.



Bei der Neptun 220 DC wurde viel überarbeitet und ergänzt: Neu ist die Kielkonstruktion, die Jetzt eine Version mit 185 Kilogramm Ballast und 1,10 Meter Tiefgang bietet, sowie eine nur 65 Zentimeter tiefe Variante mit 350 Kilogramm. Theoretisch können die Kiele sogar untereinander getauscht werden, wenn ein Revierwechsel in ein flacheres Gewässer ansteht. Eine Jüttvorrichtung soll zudem das Maststellen deutlich vereinfachen und das Boot so schon zehn Minuten nach dem Slippen segelklar machen. Das Deck wurde neu konstruiert und wiegt jetzt stattliche 50 Kilogramm weniger. Ruderblatt und Beschläge wurden ebenfalls neu gestaltet und als Antrieb ist jetzt ein elektrischer Podantrieb erhältlich. Ein ausfahrbarer Gennakerbaum mit 1,05 Meter Länge ist jetzt ebenfalls in den Bug integriert. Daran kann ein Gennaker mit 30 Quadratmetern gefahren werden.

Die größte Neuerung ist allerdings, dass alle Rümpfe seit Baunummer fünf in Deutschland bei Neptun gefertigt werden und nicht mehr in Polen. Und weitere Neuerungen sind geplant. Darauf deutet das Kürzel DC im neuen Namen hin. Es steht für Day Cruiser und charakterisiert das Boot mit dem sehr geräumigen Cockpit gut. Geplant ist eine Variante, die auch eine Übernachtungsmöglichkeit bietet und die Neptun 220 so auch für mehrtägige Touren qualifiziert.

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Bisher war der Platz unter dem Vorschiff nur als Stauraum gedacht. Zum Übernachten reichte die Höhe nicht und zudem bieten die Klappen keinen guten Einstieg. Das soll sich bei der Tourenversion ändern. Wie sie genau aussehen soll und wann sie kommt hat Pascal Ernst, der Neptun Yachten zusammen mit seiner Frau Scarlett Ernst führt aber noch nicht verraten.


Michael Rinck

Michael Rinck

Redakteur Test & Technik

Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.

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