MesseHanseboot-Premiere VII: RS Venture

Andreas Fritsch

 · 02.11.2011

Messe: Hanseboot-Premiere VII: RS VentureFoto: Werft/Fritsch

Die britische Dingi-Schmiede RS stellt eine neue fünf Meter lange GFK-Schwertjolle vor, die enorm viel Platz im Cockpit bietet

Der Markt der nicht übertrieben sportlichen Jollen für Segler, die einfach nur mit der Familie oder Freunden einen schönen Tag auf dem Wasser verbringen wollen, ist in den letzten Jahren eher stiefmütterlich behandelt worden. Umso erfreulicher, dass die britische Firma RS mit der neuen "Venture" einen interessanten Kandidaten in dieser Klasse präsentiert.

  Die neue RS VentureFoto: Werft/Fritsch
Die neue RS Venture

Das Konzept für die RS Venture unterscheidet sich vor allem von älteren Designs in diesem Marktsegment: Riesiges offenes Cockpit, Gennaker statt Spi (der auf Wunsch aber auch erhältlich ist), relativ wenig Stauraum unter dem kurzen Vordeck, transparente Foliensegel serienmäßig. Viel Platz zum Bewegen im Cockpit beim Tagestörn oder für die Ausbildung in Segelschulen.

Die neue RS Venture
Foto: Werft/Fritsch

Das Konzept ist zwar nicht neu, doch in den letzten Jahren hatten sich viele Hersteller – so auch RS – in diesem Segment auf etwas kleinere Boote aus Polyethylen konzentriert. Diese sind im Roto-Moulded-Verfahren sehr günstig herzustellen, stoßen aber bislang ab etwa 4,5 Metern an eine Grenze, was die Festigkeit des Materials angeht und sind eher etwas für zwei, maximal drei Personen.

Deswegen ist auch die neue RS Venture ein GFK-Laminat. Wer das erste Mal vor der Jolle steht, staunt über das wirklich enorm breite, geräumige Cockpit. Das Boot wirkt deutlich größer als die knapp fünf Meter es erwarten lassen. Das liegt auch an den sehr schmalen Seitendecks, die aber noch innenbords eine etwas tiefer liegende Sitzducht haben. Bis zu 640 Kilogramm Zuladung und unglaubliche acht Personen darf das Boot laut CE-Zulassung tragen. Letzteres klingt dann allerdings doch etwas nach Legebatterie, aber für eine vier- oder fünfköpfige Familie sieht das Boot tatsächlich geräumig aus.

Viele Details sind typisch für den Jollenhersteller RS und haben sich schon in den anderen Bootstypen in der Praxis bewährt: Ein-Leinen-Gennakersystem, gute Bewegungsfreiheit im Cockpit dank erhöhter Großschot auf einem Metallbügel sowie Baumniederdrücker statt -holer (auch Gnav genannt).

Die Jolle hat außerdem eine Außenborder-Halterung am Heck und kann mit Stautaschen oder Fächern achtern und unter dem Vorschiff nachgerüstet werden. Sogar eine Badeleiter ist in der Ausrüstung-Optionsliste aufgeführt. Auf dem Messestand steht die Venture mit einem herkömmlichen Dacron-Segel, doch Importeur Christian Brandt von Onsail verspricht, dass die modernen transparenten Laminatsegel, die auf den meisten RS-Booten zu finden sind, für die Venture ohne Aufpreis zu haben sind. Bemerkenswert ist auch ein serienmäßiger Schutz des Unterwasserschiffs mit Leisten, damit das Laminat beim Beachen nicht so stark leidet.

In puncto Alltagstauglichkeit und Robustheit hat die Werft noch einiges mehr zu bieten: Das Boot soll eine etwas dickere Gelcoat-Schicht haben als üblich, damit (kleinere) Kratzer und Beschädigungen durch unerfahrene Crews besser auspoliert werden könne. Und auf Wunsch ist auch eine dicke Scheuerleiste aus Gummi zu bekommen.

Mit 10.590 Euro ist die RS Venture ein attraktives Angebot,

Zu sehen ist sie in Halle A4, auf dem Stand der Firma Onsail, Stand B 210

Technische Daten:

Designer: Phil Morrison
Länge: 4,98 m
Breite: 2,03 m
Großsegel: 11 qm (gerefft 9,1)
Rollfock: 3,8 qm
Spinnaker: 10,5 qm
Gennaker: 14 qm
Rumpfgewicht: 198 kg
Tiefgang: 1,15 m

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