LaserNeu – aber keinen Deut schneller

Andreas Fritsch

 · 16.09.2015

Laser: Neu – aber keinen Deut schnellerFoto: Laser deutschland

Laser bietet ein neues Standardsegel Mark II, das die Macken des jahrzehntealten Designs abmildern soll – schneller ist es aber nicht

  Das neue SegelFoto: Laser deutschland
Das neue Segel

Es gibt wohl keine One-Design-Klasse, die sich schwerer mit Evolution oder gar Revolution tut als die Laser-Klasse. Gilt das strenge Reglement doch als Garant für große Starterfelder: simples Boot, simple Technik, günstige Gebrauchtbootpreise. Ewig mussten Lasersegler deshalb auf lang herbeigesehnte Verbesserungen warten, wie die neuen Strecker, Umlenkrollen und Klemmen.

Jahrelang geisterten Gerüchte durch die Szene, Laser fahre Testreihen mit Foliensegeln, die Jünger der fahrenden Kühlschranktür, wie sie Spötter auch nennen, träumten schon von verwegenen Foliendesigns, doch nun das:

  Dafür war das Segel des Lasers berüchtigt: die Falte auf Höhe der Steckmast-VerbindungFoto: Lloyd Images
Dafür war das Segel des Lasers berüchtigt: die Falte auf Höhe der Steckmast-Verbindung

Laser Deutschland verkündet, dass ab sofort ein neues bi-radial geschnittenes Segel mit schwerem Segeltuch (4,5 OZ Dacron) zu haben ist, welches moderner und vor allem haltbarer sein soll. Letzteres maßgeblich deshalb, weil es nicht mehr die berüchtigten Laser-Falten bildet, die beim alten Segel im Bereich der Steckverbindung des Mastes unvermeidlich waren. Darüber hinaus wurden weitere Details verbessert: Das Sichtfenster wurde etwas vergrößert, die Latten sind jetzt verjüngt, die Masttasche wurde überarbeitet und die Verstärkungen an Schothorn und Segeltaschen kräftiger. Größter Wert wurde dabei, so die Pressemitteilung, darauf gelegt, dass das Segel das Boot nicht schneller macht, damit es bei Regatten gegen die alten Segel keinen Vorteil bringt.

Ab sofort sind die Segel daher von der Klassenvereinigung für Regatten zugelassen, nur für die World-Cup-Serie und die Olympischen Spiele 2016 sind sie noch nicht zugelassen. Danach dann aber auch auf dieser Ebene.

Nur schade, dass Laser nicht die Neueinführung dafür nutzt, die Preise für die alten, eigentlich arg teuren Segel einmal zu reduzieren. Stattdessen wird das neue Segel mit "nur" einem Euro Mehrpreis (550 Euro) angeboten – plus 42,50 Euro für die neuen Latten freilich.

Aber wie stets, wenn in der Laser-Klasse etwas Neues verfügbar ist, werden die Jünger der Klasse begeistert zugreifen. So ist es eben, wenn man sonst immer neidvoll mitansehen muss, wie die befreundeten Segler auf ihren Jollen die coolsten neuen Gimmicks ausprobieren: Man freut sich auch über die kleinen Dinge. Und wer mehr trainiert statt bastelt, ist sowieso schneller.

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