Neptun Yachten hat die Rechte und Formen der Sailhorse-Klasse übernommen und wird ab März 2026 mit der Produktion beginnen. Bisher wurden 2.622 Boote der beliebten Kieljolle gefertigt. Neptun plant zusammen mit der Klassenvereinigung ein erschwingliches Boot für Touren- und Regattasegler.
Die Sailhorse ist eine Kieljolle mit festem Ballastkiel, die sich sowohl für Regatten als auch für Fahrtensegeln eignet. Die Klasse wurde in den 1970er Jahren entwickelt und hat sich vor allem in Deutschland und den Niederlanden etabliert. Mit über 2.600 gebauten Booten gehört die Sailhorse zu den erfolgreicheren Einheitsklassen. Die Produktion wechselte in der Vergangenheit mehrfach den Hersteller. Neptun Yachten mit Sitz in Deutschland hat nun die Formen und Rechte erworben und wird die Tradition fortsetzen.
Die Sailhorse ist 5,98 Meter lang und 2,00 Meter breit. Der Hubkiel mit 185 Kilogramm Ballast sorgt für Stabilität und Steifigkeit. Die Konstruktion als Kieljolle mit Ballast macht das Boot macht Transport und Slippen einfach aber bietet auch Sicherheit auf dem Wasse. Der Tiefgang beträgt 0,90 Meter.
Die Klassenvereinigung schreibt bestimmte Baustandards vor, um die Einheitlichkeit zu wahren. Alle Boote müssen identisch gebaut sein, damit faire Regatten möglich sind. Unterschiede gibt es nur bei der Ausstattung – etwa bei Segel-Garnituren, Beschlägen oder der Innenausstattung.
Neptun Yachten arbeitet seit Jahrzehnten mit Hermann Sprenger zusammen. Die Sailhorse wird mit Beschlägen aus Iserlohn ausgestattet. Der Plan ist es, zwei Ausstattungsvarianten anzubieten: eine Basis-Version für Tourensegler mit solider Grundausstattung und eine Regatta-Version mit optimierter Beschlagstechnik, Trimmeinrichtungen und leichteren Komponenten. Beide Varianten bleiben klassenkonform, unterscheiden sich aber in der Detailausstattung.
Neptun Yachten beginnt im März 2026 mit der Fertigung des ersten Bootes. Das erste Boot dient als Referenz für Qualität und Bauzeit. Erst danach können verbindliche Preise genannt werden.
Die enge Zusammenarbeit mit der Klassenvereinigung soll sicherstellen, dass die neuen Boote den Klassenregeln entsprechen und von der Vereinigung abgenommen werden. Nur so erhalten Käufer die Klassenzulassung und können an Regatten teilnehmen.
Preisangaben liegen noch nicht vor. Neptun Yachten will erst nach Fertigstellung des ersten Bootes kalkulieren. Die Sailhorse soll nach Angaben von Neptun erschwinglich bleiben und damit auch für jüngere Segler oder Segelvereine interessant sein.
Rigg:
Werft:

Redakteur Test & Technik
Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.