J 70Die erste Runde mit der neuen J

Dieter Loibner

 · 20.03.2012

J 70: Die erste Runde mit der neuen JFoto: J Boats

Sie schwimmt, segelt und wird ungeduldig erwartet: die J 70, der neue Flitzer von J Boats mit Hubkiel, großer Plicht und einigen Segel-PS

  Kleiner Renner für alle: Die J 70 bei der ersten Ausfahrt in Bristol Harbor, Rhode IslandFoto: J Boats
Kleiner Renner für alle: Die J 70 bei der ersten Ausfahrt in Bristol Harbor, Rhode Island

Mehr als bloß ein neues Boot soll die J 70 sein. Sogar das Wort Paradigmenwechsel hört man, wenn die Rede ist von der ersten J, die man direkt vom Trailer slippen kann. Ganz einfach und ziemlich amerikanisch. Und so kommt dieses One Design auch daher: großes Cockpit, kleine Kajüte, Kohlefasermast, simpler Segelplan mit Achter-, aber ohne Backstag, dazu Rollfock, Bugspriet und Masttopp-Gennaker. Es ist eine Ansage an die ältere und deutlich athletischere Melges 24, die vor fast zwei Jahrzehnten das Sportboot-Segment definiert hatte.

  Typisch J: Raumschots wird ein riesiger Gennaker am ausfahrbaren Bugspriet gesetztFoto: J Boats
Typisch J: Raumschots wird ein riesiger Gennaker am ausfahrbaren Bugspriet gesetzt

Das Ziel für Konstrukteur Rod Johnstone war, mit der J 70 ein vielseitiges Schiff zu entwerfen, flott für Könner, aber auch zahm genug für die Familie, das zudem kostengünstig in Anschaffung und Unterhalt sein soll. „Mit 75 bin ich nicht mehr ganz taufrisch, und ich ertappe mich dabei, Boote zu entwerfen, die für mich einfach zu segeln und leicht zu bedienen sind”, scherzte Johnstone gegenüber YACHT online. „Je älter ich werde, desto leichter sollen die Schiffe zu segeln sein, sonst müsste ich womöglich Golf spielen gehen.”

  Rumpf Nr. 1 wird aus der Form gehobenFoto: J Boats
Rumpf Nr. 1 wird aus der Form gehoben

Nicht nur private Käufer wolle man damit ansprechen, sondern auch Klubs und Segelzentren, die ihren Mitgliedern ein Schiff anbieten wollen, das differenzierten Ansprüchen gerecht wird und dabei auch Spaß macht. Erster Kunde ist der New York Yacht Club, der eine Flotte von J 70 in Newport unterhalten wird, auf denen unter anderem schon diesen Sommer die US-Meisterschaft der besten Yachtclubs ausgetragen werden soll.

  Die neue J 70: trailerbar mit Hubkiel, einladend mit großem Cockpit und aufregend mit Squaretop-Groß und Gennaker am RüsselFoto: J Boats
Die neue J 70: trailerbar mit Hubkiel, einladend mit großem Cockpit und aufregend mit Squaretop-Groß und Gennaker am Rüssel

Die ersten Probefahrten fanden dieser Tage bei vorsommerlichen Temperaturen vor Bristol im US-Bundesstaat Rhode Island statt, wo das Boot auch für den US-Markt gebaut wird, nachdem J Boats einen Teil seiner Produktion aus China abgezogen hat. Die Auslieferung der ersten Produktionsschiffe wird noch im April erwartet. Später im Jahr soll auch eine Lizenz-Produktion in Frankreich anlaufen.

  Tuning unter GennakerFoto: Chuck Allen
Tuning unter Gennaker

Jeff Johnstone, der Präsident von J Boats, erklärte gegenüber YACHT online, dass für den US-Markt ein Einstiegspreis von 45.000 US-Dollar inklusive Trailer und Segel angepeilt sei, doch der gilt vorerst nur für Flottenkäufe. ­Einzelpreis bzw. Preisgestaltung für den europäischen Markt werden noch bekanntgegeben. Demnächst werden Detaillösungen bei Beschlägen und Rigg finalisiert, und sobald Rumpf Nummer 2 zur Verfügung steht, gibt's direkte Vergleichstests zur Ermittlung von Schnitt und Größe der Segel für den Einheitsklassenbetrieb.

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