Solaris 44Frischzellenkur für einen Augenschmeichler

Michael Good

 · 21.08.2026

Italienischer Schick: Für ihre schönen, schieren Linien sind die Yachten aus der Solaris-Werft bekannt.
Foto: Solaris Yachts
Solaris Yachts legt die 44er neu auf. Dabei handelt es sich nicht um eine vollständige Neukonstruktion, sondern um eine umfassende Überarbeitung des Solaris-Bestsellers aus dem Jahr 2019. Rumpf, Abmessungen und Grundkonzeption bleiben erhalten, während die italienische Werft vor allem Deck, Cockpit, Ausstattung und Innenausbau gründlich überarbeitet und modernisiert hat.

Schon die erste Solaris 44 zeigte typische Merkmale der größeren Schwesterschiffe: das breite Heck mit zwei Ruderblättern, die gestreckten Linien, den flachen Aufbau und das weitgehend leinenfreie Cockpit. Sämtliche Schoten, Fallen und Trimmleinen wurden unter Deck bis zu den Winschen vor den beiden freistehenden Steuerständen geführt. So lässt sich der sportliche Performance-Cruiser auch mit kleiner Crew bedienen. Gleichzeitig bleiben Cockpit und Deck schön schier und frei von Tauwerk.

Bewährtes Konzept, viele Neuheiten

An dieser Ausrichtung hält die Werft fest, passt den Auftritt nun jedoch an die jüngsten Modelle der Baureihe an. Besonders auffällig ist das deutlich offener gestaltete Heck. Die Seitendecks wurden achtern verkürzt und mit integrierten Stufen versehen. Dadurch soll der Übergang zwischen Cockpit, Badeplattform und den seitlichen Laufwegen einfacher werden. Neue Steuersitze und ein überarbeitetes Deckslayout versprechen zudem mehr Bewegungsfreiheit. Insgesamt wirkt der Außenbereich luftiger, ohne die sportliche Funktion des Cockpits aufzugeben.


Die Links zu den Tests der Schwestermodelle


Noch umfassender fällt die Überarbeitung unter Deck aus. Das gemeinsam mit 3-Studio und dem werfteigenen Designteam entwickelte Interieur setzt auf weichere, stärker gerundete Linien. Großzügig eingesetzte Lederflächen und fein ausgearbeitete Details sollen den hochwertigen Anspruch der Marke unterstreichen. Die Möbel nehmen die Rumpffenster gestalterisch auf und lassen den Innenraum homogener und moderner erscheinen.

Ein Layout, keine Varianten

Solaris beschränkt das Angebot auf ein festes Layout mit drei Kabinen und zwei Bädern. Die L-förmige Pantry befindet sich weiterhin an Backbord neben dem Niedergang. Auf einen klassischen Kartentisch wird dagegen verzichtet. An seiner Stelle gibt es nun serienmäßig eine separate Duschkabine, sodass beide Bäder über einen abgetrennten Duschbereich verfügen. Damit trägt die Werft auch der veränderten Nutzung an Bord Rechnung: Navigiert wird heute meist über Plotter, Tablets oder mobile Rechner, während zusätzlicher Komfort in den Nasszellen auf längeren Reisen stärker ins Gewicht fällt. Das Layout der Solaris 44 ist oben in der Galerie zu sehen.

Mehr Tageslicht sollen zusätzliche Rumpffenster bringen. Diese waren beim bisherigen Modell für die Eignerkabine erhältlich und können nun auch für die beiden Achterkabinen bestellt werden. Das Grundlayout bleibt damit konventionell, wird in seiner Gestaltung und in einigen funktionalen Details aber sichtbar aufgewertet.

Die Konstruktion stammt weiterhin vom Hauskonstrukteur Javier Soto Acebal, der das Erscheinungsbild der Solaris-Palette seit vielen Jahren prägt. Die Solaris 44 erfindet sich deshalb nicht völlig neu. Vielmehr bringt die Werft ein erfolgreiches Konzept optisch und funktional auf den Stand der jüngsten Modellgeneration.

Die neue Solaris 44 wurde jetzt bei der Werft im italienischen Aquileia auf Kiel gelegt. Einen Preis hat Solaris Yachts allerdings noch nicht genannt.

Technische Daten Solaris 44

  • Konstrukteur: Javier Soto Acebal
  • Rumplänge: 13,35 m
  • Länge Wasserlinie: 12,71 m
  • Breite: 4,18 m
  • Tiefgang 2,60 / 2,40 (optional)
  • Gewicht: 9,9 t
  • Ballast/-anteil: 3,6 t / 37%
  • Großsegel: 66,0 m2
  • Genua: 53,0 m2
  • Motorisierung: Einbaumaschine 30 PS mit Saildrive (optional 50 oder 60 PS)
  • Kapazität Treibstoff: 220 lt
  • Kapazität Frischwasser: 380 lt

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Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

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