Oceanis 46.1Beneteau präsentiert neue Fahrtenyacht in der 45-Fuß-Klasse

Jochen Rieker

 · 28.05.2018

Oceanis 46.1: Beneteau präsentiert neue Fahrtenyacht in der 45-Fuß-KlasseFoto: Beneteau

Ein Jahr nach der überaus erfolgreichen Einführung der Oceanis 51.1 kommt ab September deren kleinere, aber temperamentvollere Schwester, die Oceanis 46.1

Es ist lange her, dass Serienyachten über 50 Fuß Länge so nachgefragt waren, dass die Werft gleich zwei Formensätze brauchte. Beneteau ist dies mit der Oceanis 51.1 gelungen. Um mit den Bestellungen nachzukommen, wird in der Werft in St. Gilles "zweigleisig" laminiert. Von einem Erfolg zu sprechen, wäre in dem Fall untertrieben. Der weltgrößte Bootsbauer hat nicht weniger als einen Hit gelandet.

Diesen Coup wollen die Franzosen nun am liebsten wiederholen. Mit der von Finot/Conq konstruierten und von Nauta Design gestylten 46.1 präsentierte Beneteau heute Abend das zweite Modell der neuen Oceanis-Reihe. Und sie könnte sogar zu noch volleren Order-Büchern führen. Denn sie verheißt schon in der Basis-Version mehr Segelpotenzial.

  Auf Wunsch auch mit Targa-Bügel überm Nierdergang: Oceanis 46.1Foto: Beneteau
Auf Wunsch auch mit Targa-Bügel überm Nierdergang: Oceanis 46.1

Optisch sind die beiden Yachten kaum zu unterscheiden. Die charakteristische Bugsektion mit Tulpen-artig aufgekimmter Spantform eint die Entwürfe, ebenso der ausgeprägte Deckssprung und die dynamische Linienführung des Kajütaufbaus. Doch es liegen fast zwei Meter Differenz in der Rumpflänge zwischen ihnen. Dennoch bietet die kleinere Oceanis 46.1 fast so viel Varianz wie ihr Vorbild.

  Salon der 46.1Foto: Beneteau
Salon der 46.1
  Eignerkammer mit SeeblickFoto: Beneteau
Eignerkammer mit Seeblick

In der Charterversion finden bis zu zehn Crewmitglieder Platz unter Deck. In der Standardausführung gibt es drei Doppelkabinen, wobei die Eigner vorn schlafen – in einem ähnlich üppig arrangierten Abteil wie bei der 51.1. Die Inselkoje misst hier 1,60 Meter in der Breite mal 2,05 Meter in der Länge und gewährt seitlichen Ausblick durch die großen, genau auf gleicher Höhe platzierten Rumpffenster. Fraglos ein Wow-Effekt, den es so anderswo kaum gibt.

Dagegen wirkt der Salon auf den ersten Computer-Illustrationen etwas gedrungener. Doch auch er bietet einen Navigationsplatz am Hauptschott, dessen Sitz sich zum Sofa variieren lässt.

Interessant sind die Leistungsdaten: Die Oceanis 46.1 verfügt in der Standardversion mit Rollgroßsegel und Selbstwendefock bereits über eine Segeltragezahl von 4,3 (51.1: 4,0). Mit Standardgroß und leicht überlappender Genua steigt diese auf gut 4,8 – ein schon sportlicher Wert, den die First-Linie mit höherem Rigg, tieferem Kiel und geringerer Verdrängung noch einmal um weitere 10 Prozent auf über 5,0 lupft (51.1: 4,7). Das ist mal eine Ansage.

Preise nannte Beneteau noch nicht, sie sollen aber Anfang Juli feststehen. Bleiben sie im Rahmen, dürfte die Oceanis 46.1 im Charter- wie im Eignermarkt auf große Resonanz stoßen und eine würdige Nachfolgerin der ebenfalls äußerst erfolgreichen Oceanis 45 werden. Die gewann vor fünf Jahren ihre Kategorie bei Europas Yacht des Jahres.

  Vier Kajüt-Layouts bietet die Oceanis 46.1Foto: Beneteau
Vier Kajüt-Layouts bietet die Oceanis 46.1

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