Neue BooteIn großen Dimensionen denken: Jeanneau Yachts 60

Michael Good

 · 22.07.2020

Neue Boote: In großen Dimensionen denken: Jeanneau Yachts 60Foto: Chantiers Jeanneau
Jeanneau Yachts 60
Luxus aus der Serienproduktion: Die Yachtbauer von Jeanneau stellen spannende Ausbaupläne für ihr exklusives Yachts-Programm vor. Premiere in Düsseldorf 2021

Mutig haben die Franzosen in Les Herbiers im Frühjahr 2009 eine neue Linie für das gehobene Luxussegment auf den Weg gebracht. Das Angebot sollte sich an eine anspruchsvolle Klientel richten und sich sehr gezielt vom eher massenmarktkonformen Touren-Programm Sun Odyssey absetzen. Das Konzept hat funktioniert und ist vom Markt offenbar gut angenommen worden. Bis dato umfasst die exklusive Premium-Garnitur von Jeanneau drei Modelle mit 51, 54 und 64 Fuß Länge. Jetzt kommt noch eine dazu: Die neue Jeanneau Yachts 60 soll die Lücke bei 60 Fuß (17 Meter) Rumpflänge schließen.

Gerade eben hat die Werft das Projekt Yachts 60 bei ihrer Händlertagung verkündet. YACHT online stehen die ersten Informationen exklusiv zur Verfügung. Viel ist noch nicht bekannt geworden, trotzdem scheint sich aus dem vorliegenden Material ein dickes Überraschungspaket abzuzeichnen. Die Konstruktionspläne stammen (wie für alle Schiffe im Yachts-Programm von Jeanneau) von Philippe Briand. Andrew Winch kümmert sich um das Design und das Styling. Der Brite gilt als Autorität für den Innenausbau von exklusiven Superyachten. Ganz offensichtlich wird das neue Schiff im Vergleich zu den Schwestermodellen vor allem im Bereich vom Vorschiff nochmals erheblich fülliger ausfallen. Zudem scheint die Aufkimmung im Rumpf ausgeprägter zu sein, was für mehr Volumen unter Deck sorgen soll. Und das Heck wird im Verhältnis nochmals breiter ausfallen, was den Einbau von zwei Ruderblättern nötig macht.

  Jeanneau Yacht 60 Version "Leisure" mit festen Dogder und BiminiFoto: Chantiers Jeanneau Jeanneau Yacht 60 Version "Leisure" mit festen Dogder und Bimini

Als Folge davon kann Jeanneau im Heck eine geschlossene Garage für das Dingi vorsehen, welche seitlich schräg eingebaut wird – eine bislang noch unbekannte Anordnung bei Schiffen dieser Größe. Neu ist auch der fest angebaute Bugspriet als vorgesetzter Anschlagpunkt für den Gennaker oder Code Zero sowie in Doppelfunktion auch als Ankerhalterung. Unter der Bezeichnung "Leisure" wird die große Jeanneau in einer Blauwasser-Version mit einem mächtigen, festen Dodger über dem Niedergang und einer soliden Cockpitüberdachung in Form eines Biminis angeboten, ähnlich wie bei einem Katamaran.

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Für den Innenausbau hat Jeanneau eine ganze Menge von Versionen mit drei bis insgesamt sechs Kabinen ausgearbeitet. Durch den asymmetrischen Einbau der Dingi-Garage achtern können Eigner auf Wunsch eine sehr geräumige Masterkabine mit eigenem Bad bekommen. Vor dem Hauptschott ist die Wahl von einer oder zwei Doppelkabinen mit jeweils eigener Nasszelle gegeben. Die Vorpiek kann man sich wahlweise mit nochmals einer zusätzlichen Zweier-Kammer, einer Kabine für den Skipper mit separatem Toilettenraum oder als Segellast mit Werkstatt ausbauen lassen. In der nachfolgenden Bilderstrecke sind die Layouts mit den möglichen Varianten abgebildet.

Jeanneau plant, die neue Yachts 60 bereits im kommenden Januar auf der Messe boot in Düsseldorf als Weltpremiere zu zeigen. Die Preise allerdings stehen noch nicht fest. An deren Kalkulation sowie den detaillierten Standard-Spezifikationen arbeitet die Werft derzeit.

Aubauversion mit Masterkabine achtern
Foto: Chantiers Jeanneau

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Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

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