Neue BooteDownsizing bei Bavaria: Aus C42 wird C38

Michael Good

 · 26.08.2020

Neue Boote: Downsizing bei Bavaria: Aus C42 wird C38Foto: Bavaria Yachts

Die Yachtbauer in Giebelstadt erweitern ihre C-Linie nach unten. Jetzt wird an einer C38 gearbeitet, welche auf der Messe boot 2021 vorgestellt werden soll

Die Ankündigung aus Giebelstadt kommt nicht besonders überraschend: Nach der C42, die erst unlängst als ausführlicher Test in der YACHT 16/2020 vorgestellt worden ist, folgt nun der erwartete Programmausbau weiter nach unten. In den größeren Längensegmenten hingegegen ist die neue Fahrtenlinie mit der C45, der C50 sowie der C57 erst einmal komplett. Unter der Bezeichnung C38 entsteht jetzt ein neuer Tourer für die Elf-Meter-Klasse, konstruiert ebenfalls von Cossutti Yacht Design und in nahezu identischer Ausführung wie die genau einen Meter längere C42.

Tatsächlich scheint Bavaria Yachts für das kleinere Modell das Konzept der C42 lediglich geschrumpft zu haben. Das generelle Styling, das Layout an Deck und im Cockpit sowie die moderne Konstruktion mit den ausgeprägten Kimmkanten, dem breiten Heck und dem auffallend voluminösen V-Bug werden fast 1:1 übernommen. Mit den neuen Rumpfformen aus dem Hause Cossutti hat bereits die C42 im YACHT-Test eine solide Leistung an den Tag legen können. Bei gutem Wind und leichter Welle segelte das Boot mit spürbar viel Formstabilität steif und schnell und ließ sich gleichzeitig sportlich-agil steuern.

Auch unter Deck bleibt das Ausbaukonzept der neuen C38 im Vergleich zur größeren Schwester weitgehend unverändert. Nur sind die Doppelkojen in den Achterkabinen sowie im Vorschiff etwas weniger breit. Trotzdem: Das Doppelbett in der Eignerkabine im Vorschiff misst immer noch stattliche 1,73 Meter in der Breite, was innerhalb der Klasse neue Standards setzen wird. Im direkten Vergleich der Ausbaupläne zeigt sich, dass auch das U-Sofa im Salon etwas kompakter geworden ist. Trotzdem werden hier immer noch sieben Personen bequem am Tisch sitzen können.

Standard ist der Ausbau mit zwei Kabinen (Vorschiff und achtern steuerbord) sowie einer großen Backskiste, die sowohl von innen als auch vom Cockpit aus erreicht werden kann. Als Ausbauoptionen kann man achtern auf der Backbordseite eine weitere Doppelkabine oder eine zusätzliche Nasszelle im Vorschiff bekommen. Das Angebot einer zweiten Toilette ist erst mit dem erheblichen Raumgewinn im vorderen Schiffsbereich durch den Bavaria-V-Bug möglich geworden.

Bavaria C38, Standard-Layout mit zwei Kabinen, einer Nasszelle und großer Backskiste auf der Backbordseite achtern

Das konventionelle Aluminiumrigg von Seldén zeigt zwei Salinge und im Standard eine Selbstwendefock. Als Alternativen dazu können sich die Käufer einen Rollmast oder eine überlappende Genua mit leinenverstellbaren Holepunkten auf dem Laufdeck wünschen. Die Segeltragezahl liegt bei der Ausstattung mit Selbstwendefock bei einem Wert von 4,05, was das Boot als einen reinen Tourer klassifiziert. Mit der überlappenden Genua liegt das Potenzial bei einem etwas höheren, sportlicheren Wert von 4,3.

Der Prototyp der C38 von Bavaria soll noch diesen Herbst fertig und dann von der Werft intensiv erprobt werden. Die Weltpremiere soll dann im Januar 2021 auf der Messe boot in Düsseldorf stattfinden. Der Basispreis wird 153.390 Euro betragen, inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer und einem einfachen Satz Segel. Im Vergleich dazu: Der Grundpreis für die größere Schwester C42 liegt bei 187.900 Euro.

Und das ist die größere Schwester; die Bavaria C42 als Fotogalerie vom YACHT-Test und bei YACHT-TV

Bavaria C42: voluminöser V-Bug, harte Chines und große Rumpffenster
Foto: YACHT/N.Krauss

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