Vor vier Jahren stellte die Werft in Concarneau eine tourentaugliche Ausführung des erfolgreichen Minis unter der Typenbezeichnung Mojito 650 vor. Das flunderähnliche Boot mit dem markanten Scowbug wurde im YACHT-Test als „vielleicht die kleinste Deckssalonyacht“ bezeichnet. Jetzt entwickeln die Bootsbauer in der Bretagne das eigenständige Konzept mit einem größeren Modell weiter. Und das mit Erfolg: Bereits kurz nach der Markteinführung im Frühjahr 2025 hat die Werft schon drei Boote des neuen Typs Mojito 32 fertiggestellt, ein viertes befindet sich im Bau, weitere sind bestellt.
Auch für die Mojito 32 hat der Mini- und Scow-Papst David Raison die Konstruktionspläne geliefert, diesmal unterstützt von Naval Architect Pierre Delion. Der Vorteil von Booten mit Scowbug liegt vor allem in besseren und ausgewogeneren Segeleigenschaften auf Raumwindkursen. Die Konstruktion der Mojito 32 sieht zudem einen elektrohydraulisch aufholbaren Schwenkkiel sowie zwei Ruderblätter vor. Mit zusätzlichen Wattstützen kann das Boot problemlos trockenfallen. Beidseitig werden dazu Beine aus Aluminium durch einlaminierte Rohre ausgefahren und arretiert. Dieses äußerst innovative System bietet IDB Marine als Eigenentwicklung exklusiv auch für die Boote der Fahrtenreihe Malango an.
Die Werft möchte die Mojito 32 als Performance-Cruiser mit hohem Leistungsvermögen im Markt positionieren. Zudem ist das Boot sehr gezielt auf die Ansprüche von Regattaseglern ausgelegt, insbesondere für längere Offshore-Strecken im Einhand- oder Zweihandmodus – Stichwort Transquadra. Dafür stehen der leistungsstarke Segelplan mit Square-Head-Großsegel und überlappender Genua sowie das relativ geringe Gesamtgewicht von nur knapp drei Tonnen. Die Segeltragezahl liegt bei einem sehr hohen Wert von 5,6 – eine Maßzahl die für das Leistungsvermögen potenter Regattayachten steht. Ein Gennaker oder ein Code Zero wird an einem weit ausfahrbaren Bugspriet gefahren. Für den Rüssel ist eine Mulde im Vorschiff eingeformt; dadurch kann die Werft auf eine Rumpfdurchführung verzichten, sodass kein Wasser ins Schiff gelangen kann.
Trotz aller Sportlichkeit ist die Mojito 32 unter Deck vollständig tourentauglich ausgebaut – mit zwei Doppelkabinen, einer geräumigen Nasszelle, Pantry und Navigation. Achtern auf der Backbordseite bleibt zudem viel Platz für eine große Backskiste, die durch eine Klappe auch von innen zugänglich sein wird. Die Werft legt großen Wert auf nachhaltige Bauweise und einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck: Rumpf und Deck entstehen im Sandwich mit Glas- und Flachsfasern sowie einem Schaumkern aus recycelten PET-Flaschen. Zudem ist ein Elektromotor als Alternative zum Standard-Einbaudiesel möglich. Der Preis für die Mojito 32 liegt bei 227.335 Euro – inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer, jedoch noch ohne Segel und Elektronik.
Der umfangreiche Testbericht der Mojito 32 erscheint in der YACHT Ausgabe 6/2026. Das Heft ist ab Anfang März verfügbar.

Redakteur Test & Technik
Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.