MesseHanseboot-Nachlese: Wattsegler Tide 34

Hauke Schmidt

 · 08.11.2010

Messe: Hanseboot-Nachlese: Wattsegler Tide 34Foto: YACHT/H. Schmidt

Sie dürfte vielen Besuchern entgangen sein: Unscheinbar in einer Ecke von Halle B2 stand die von Marc-Oliver von Ahlen gezeichnete Traileryacht etwas versteckt

Bild NaN
Foto: YACHT/H. Schmidt

Wer das Segeln auf Gezeitenrevieren genießen will, braucht ein Schiff mit variablem Tiefgang und der Möglichkeit, trockenfallen zu können, am besten ohne Wattstützen. All das soll die 10,30 Meter lange Yacht bieten.

Vorbild für das im Retrodesign gestaltet Boot sind alte 40er-Jollenkreuzer, das wird schon von außen sichtbar. Rumpflinien und Aufbau erinnern stark an die auf Elbe und im Watt beliebten Klassiker.

Darunter versteckt sich aber eine moderne Yacht, denn die Tide besteht aus leichtem GFK-Sandwich. Wobei die in Emden ansässige Werft besonderen Wert auf ein leichtes und dennoch hochfestes Laminat legt.

Ausgestattet mit einem 530 Kilogramm schweren Ballastschwert, wiegt die Konstruktion etwa 2,8 Tonnen und das, obwohl sie mit drei Meter Breite erstaunlich viel Lebensraum bietet, sowohl im großen Cockpit als auch unter Deck. Dort überzeugen vor allem das geräumige Vorschiff und die klassische Anmutung des auf Holzbootsbau getrimmten Interieurs.

Das Ballastschwert wird wahlweise über eine Talje oder hydraulisch bewegt.
Um Schäden beim Auflaufen oder durch Bewegungen des Schwertes in rauer See zu vermeiden, wird die Finne in einem besonders stabilen Schwertkasten geführt.
Revierspezifisch ist auch die Konstruktion des angehängten Steckruders. Der Ruderkopf gibt das Blatt bei Grundberührung frei, sodass es nach hinten schwenken kann und nicht beschädigt wird.

Gebaut wird die Tide von der Marine- und Faserverbundtechnik Haring GmbH in Emden. Der im Wassersport relativ unbekannte Betrieb fertigt hauptsächlich GFK-Teile für den U-Boot- und Großschiffbau. Das Schiff ist als Kleinserie geplant und stark individualisierbar, das macht sich bei den Kosten bemerkbar: Der Preis beginnt bei etwa 150.000 Euro.

Weitere Infos unter:

Meistgelesene Artikel