Linjett 34Schwedisch für Fortgeschrittene

Hauke Schmidt

 · 10.05.2015

Linjett 34: Schwedisch für FortgeschritteneFoto: YACHT/M.-S. Kreplin

Komfortabler Sommertörn mit der Familie und sportliches Segeln müssen kein Gegensatz sein – Test der Linjett 34 in den Schären

Wiesen, Wälder, vereinzelte Gehöfte in Falunrot – eine knappe Autostunde nördlich von Stockholm schlängelt sich die schmale Straße durch eine Landschaft wie in den Kinder­büchern von Astrid Lindgren. Irgendwo hier muss sie liegen, die älteste noch betriebene Yachtwerft Schwedens. Tatsächlich tauchen zwischen den Bäumen plötzlich große Hallen auf, und kurz darauf schimmert auch schon das dunkelblaue Wasser des Vätösunds durchs grüne Gehölz. An dessen Ufer liegt sie, die Rosättra Båtvarv. Seit fast 130 Jahren werden hier Boote gebaut, anfangs Jollen und Dampfschaluppen, später Motoryachten, unzählige Schärenkreuzer und Laurin-Koster aus Holz.

Seit den siebziger Jahren heißen die Boote der Werft Linjett, und der Großteil der 80 Liegeplätze ist von mehr oder minder aktuellen Modellen belegt. Dazwischen auch das Testboot. Die Linjett 34 ist der kleinste Typ im Programm und ersetzt sowohl die seit 1994 gebaute 33er als auch die bis 2006 gefertigte 35er. Um sie unter all den anderen Linjetts zu finden, ist ein scharfes Auge nötig: Mats Gustafsson, Konstrukteur und Vater des Werftchefs, hat der Neuen die typische Familienanmutung verliehen.

  Der schräge Steven erleichtert den Landgang am Fels. Ein Edelstahlprofil schützt den BugFoto: YACHT/M.-S. Kreplin
Der schräge Steven erleichtert den Landgang am Fels. Ein Edelstahlprofil schützt den Bug

Dabei ist die traditionelle Optik kein Selbstzweck. "Unsere Yachten sollen auch mit 700 Kilogramm Urlaubsgepäck und vollen Tanks noch gut segeln und nicht vertrimmen. Das funktioniert mit etwas mehr Tiefgang einfach besser", so Gustafsson.

Wie ausgetüftelt die Konstruktionen sind, beweist auch der schräge Steven, denn er vereinfacht das Festmachen am Felsen. Damit man sich beim Anlegen am Stein nicht so leicht den Bug zerschrammt, wurde die Linjett mit einem schmalen, kaum sicht­baren Edelstahlprofil bestückt, das vom Bug­beschlag bis unter die Wasserlinie verläuft. Wie viele pfiffige Details sich unter dem konservativen Outfit verbergen und warum die Linjett gerade mit kleiner Crew so viel Spaß macht, lesen Sie in der aktuellen YACHT. Heft 11/2015 ist ab dem 13. Mai am Kiosk erhältlich.

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