Mit der Grand Soleil 60 LC erweitern die Yachtbauer von Cantiere del Pardo in Italien ihre blauwasserorientierte Long-Cruise-Reihe (LC) nach oben. Das neue Modell positioniert sich als neues Flaggschiff der Baureihe bis 60 Fuß und schließt damit auch die Lücke zur Plus-Linie ab 65 Fuß und größer. Ihre Weltpremiere ist für das Cannes Yachting Festival 2026 geplant.
Das Konzept folgt klar der Blauwasser-Ausrichtung der LC-Modelle: große Reichweiten, komfortable Lebensräume und ein einfaches Handling auch mit kleiner Crew. Für Entwurf und Gestaltung zeichnet erneut ein eingespieltes Team verantwortlich: Die Linien sowie das Interieur stammen aus dem Studio von Nauta Design, die Konstruktion und die Rumpflinien kommen von Matteo Polli.
Typisch für die LC-Linie ist das schiere Deckdesign. Fallen und Schoten werden unter Deck geführt, wodurch die Laufwege frei bleiben. Das soll sowohl der Sicherheit als auch der Bewegungsfreiheit zugutekommen. Die Yacht wird wahlweise mit einem fest integrierten Targabügel über dem Cockpit oder in einer Version ohne Bügel angeboten. Letztere ist sportlicher ausgelegt und verfügt unter anderem über einen festen Großschotpunkt im Cockpit zwischen den Steuerrädern.
Das Cockpit ist ergonomisch gestaltet, mit nach vorne verlängerten Sitzflächen, die bis unter das Sprayhood reichen. Die zwei Tische im Cockpit lassen sich absenken und zu Liegeflächen umfunktionieren. Eine klappbare Badeplattform am Heck vergrößert im Hafen die nutzbare Fläche um rund einen Meter. In der Achterpiek kann ein Schlauchdinghi mit Außenborder quer lagern. Das Einzelruder ist dafür weit unter das Boot gezogen.
Für das Rigg sind verschiedene Optionen vorgesehen, darunter eine durchgelattete Großsegelvariante, wahlweise mit Rollbaum oder alternativ ein Mastrollgroß. Hydraulische Trimmeinrichtungen für Achterstag und Baumniederholer sind ebenfalls vorgesehen. Darüber hinaus kann der Kunde wählen, ob er das Boot mit Selbstwendefock oder mit einer überlappenden Genua segeln möchte.
Die 60 LC ist klar auf lange Etappen ausgelegt. Die Tankkapazitäten betragen 1.140 Liter Diesel und 1.000 Liter Frischwasser. Zentral im Schiff angeordnete Edelstahltanks sollen eine ausgewogene Gewichtsverteilung unterstützen. Darüber hinaus sind umfangreiche Komfortoptionen erhältlich, darunter Klimaanlage mit Wärmepumpe, Generator, Wassermacher sowie ein integriertes Bordsystem zur Steuerung von Licht, Klimatisierung und weiteren Verbrauchern. Als Motorisierung ist ein Einbaudiesel von Volvo Penta mit bis zu 175 PS Leistung vorgesehen.
Unter Deck setzt die Werft auf viel natürliches Licht durch große Rumpf- und Aufbaufenster. Der Salon ist dazu im Vergleich zum Vorschiff und Achterschiff erhöht eingebaut. In der Standardversion mit drei Kabinen befindet sich die Pantry im Vorschiffsbereich und erstreckt sich über beide Seiten zwischen Salon und Eignerkabine. Sie bietet Platz für einen hochformatigen Kühl-/Gefrierschrank. Alternativ kann auf der Steuerbordseite an dieser Stelle eine vierte Kabine mit zwei Pullman-Kojen eingerichtet werden.
Die Eignerkabine im Vorschiff ist mit einem seitlich eingebauten und nahezu freistehenden Doppelbett sowie einem eigenen Bad mit Dusche im Vorschiff ausgestattet. Achtern stehen zwei Gästekabinen (eine Doppel- und eine Zweibettkabine), ebenfalls jeweils mit eigenem Bad und Duschkabine, zur Verfügung. Zusätzlich ist eine separate Kabine im Vorschiff mit eigenem Zugang anstelle der großen Segellast möglich.
Die neue Grand Soleil 60 LC ist jetzt im Bau und soll schon in diesem Frühjahr ersten Tests unterzogen werden. Die Weltpremiere ist dann für das Yachting Festival in Cannes Anfang September 2026 vorgesehen. Eine Preiseinordnung haben die Yachtbauer in Italien aber noch nicht genannt.

Redakteur Test & Technik
Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.