FahrtenbooteBeneteau macht mit neuen Yachten Druck

Jochen Rieker

 · 09.07.2016

Fahrtenboote: Beneteau macht mit neuen Yachten DruckFoto: Beneteau

Keine Marke zeigt sich derzeit aktiver – Überarbeitung von gleich vier Modellen der Oceanis- und Sense-Reihe – Debüt im September

Beim ältesten Serienyachtbauer der Welt geht es in dieser Saison Schlag auf Schlag. Auf die Oceanis 41.1 und die Oceanis Yacht 62 folgen in wenigen Wochen vier weitere Neuheiten: Oceanis 35.1, 38.1, Sense 51 und 57.

Es handelt sich dabei zwar um keine kompletten Neukonstruktionen, doch wurden sämtliche Modelle umfangreich überarbeitet.

Besonders die beiden kleineren Oceanis zeigen dabei, wie tiefgreifend der Wille zur Veränderung bei Beneteau ist – und wie viel Konsequenz und Schwung der neue Marketing-Direktor für den Segelbootbereich Gianguido Girotti seit seinem Wechsel von Dufour nach St. Gilles mitbringt.

"Wir haben ein paar Jahre geschlafen", sagte er der YACHT beim jüngsten Werftbesuch und meinte damit die vorübergehende Fokussierung auf den Ausbau des Motorboot-Geschäfts (s. YACHT 15-2016). "Aber das ist jetzt vorbei".

Bei den Oceanis-Modellen warfen Girotti und sein Entwicklerteam kurzerhand das innovative, am Markt aber nur in Maßen erfolgreiche Konzept des variablen Innenausbaus über den Haufen. Die Vorgängerboote ließen sich dank wegnehmbarem Hautschott und mehreren Pantry-Modulen als offene Daysailer, Weekender oder aber klassisch als Fahrtenyacht ordern – und auch nachträglich anpassen.

Diese Wahlfreiheit und die guten Segeleigenschaften hatten der Oceanis 38 vor zwei Jahren den Klassensieg bei Europas Yacht des Jahres gebracht. Jetzt aber gibt es diese Optionen nicht mehr. Eine überraschende Wende – die gleichwohl folgerichtig ist, weil sich das Konzept nicht ausreichend oft verkauft hatte.

Wahlmöglichkeiten bieten die neuen Oceanis 35.1 und Oceanis 38.1 zwar immer noch, deren erste Bilder YACHT online exklusiv zeigt. Doch variiert Beneteau hier in allen Fällen einen an den Ansprüchen von Fahrtenseglern orientierten Komplettausbau: L- oder Längspantry, ein oder zwei Achterkabinen, ein Duschbad mit WC oder eine eigene Duschzelle – es herrscht tatsächlich kein Mangel an Alternativen.

Standard: Konventionelle Großschotführung, kein Bügel
Foto: Beneteau
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Die Loft-ähnlichen Daysailer-Versionen gibt es zwar nicht mehr. Gleichwohl erhielt Girotti mit einer Doppeltür zum Vorschiff jenen Eindruck von Weite, der die bisherigen Oceanis 35 und 38 vom Rest des Marktes abgehoben hatte.

Bei der Sense geht mit der Weiterentwicklung eine Straffung des Modellangebots einher. Statt vier Typen gibt es künftig nur noch zwei: die Sense 51, abgeleitet aus der 50er, und die Sense 57, eine Variante der 55er. Weil bei den kleineren Booten die Vorteile des Konzepts nicht voll zum Tragen kamen, strich Beneteau die 43 und 46 – erweiterte aber gleichzeitig Komfortangebot und Optionsliste der beiden verbleibenden Modelle.

Sie erhalten ein neues Deck mit flacher auslaufendem Aufbau und komplett veränderter Heckpartie. So ist nun erstmals eine Badeplattform möglich, und die Steuermannsitze ruhen auf fest eingebauten Podesten, in denen auf Wunsch Grill, Kühlbox und Spüle untergrebracht werden können – wodurch achtern eine Freiluft-Pantry entsteht. Um den Nutzen des großen Cockpits noch zu erweitern, lässt es sich mit einem festen Bimini überspannen, dessen Seiten mit Persenningbahnen verschließbar sind. So genießt die Crew je nach Bedarf Schutz vor Sonne, aber auch Regen.

Die Preise stehen noch nicht fest. Sie sollen der neuen Strategie nach aber sehr wettbewerbsfähig bleiben, was schon die im Frühjahr präsentierte Oceanis 41.1 unter Beweis stellte. Mit Beneteau wird in den kommenden Jahren also wieder zu rechnen sein.

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Foto: Beneteau

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