Jochen Rieker
· 19.01.2026
Mit dem Adjektiv „unkonventionell“ würde man der Französin nicht wirklich gerecht. Sie ist mehr als das: fast schon provokant innovativ in der Linienführung, aber auch im Gesamtkonzept. Am treffendsten ließe sie sich als Kreuzung aus einer Amel und einer Wally beschreiben, weil sie von beiden Luxusmarken Stilelemente borgt und diese zu etwas inspirierend Neuem verbindet. Die Einhausung der Plicht kennt man von Amel, den Zugang von der riesigen Eignerkammer achtern auf die Achterterrasse hat Wally erfunden. Doch die Wauquiez 55 ist beileibe nicht bloß eine Kopie. Sie definiert das Segment der Luxusyachten gekonnt neu und belebt es zudem durch eine höchst ansprechende Leistung unter Segeln, inklusive wohldosiertem Ruderdruck. Auch hier, wie schon beim Excess 13, haben die Konstrukteure von Lombard gezaubert. Trotz der Weitläufigkeit des Ausbaus sind Sorgen um die Festigkeit unbegründet: Das Boot steckte im Test auch grobe Seen souverän weg.
Kompletter Plicht-Wetterschutz
Eleganter, hochwertiger Ausbau
Konkurrenzlose Eignerkammer
Sehr gute Segeleigenschaften
Hochbelastete, eng stehende Sekundärwinschen
Viel Abrieb auf Großfall und -schot
Stand 2025, wie die ausgewiesenen Preise definiert sind, lesen Sie hier!
Die Marke gehörte lange Zeit zu Beneteau, die CNB 60 zu den erfolgreichsten Luxusyachten ihres Genres. Jetzt hat Solaris übernommen und mit der 62 die Ablösung des Bestsellers vorgestellt. Sie wird in Norditalien gebaut und wirkt noch durchdachter, prägnater, definierter – eine moderne, praxisorientierte und zugleich distinguierte Langfahrtyacht, auch von kleiner Crew sicher zu führen. Ein Benchmark. Länge 18,47 m; Breite 5,30 m; Tiefgang 2,95 m; Gewicht 28 t; Segelfläche 196 m²; Preis 1.999.200 Euro.
Weltbekannt und vielfach prämiert für ihre Daysailer, versucht sich Saffier Yachts jetzt auch im großen Format. Die SL 46 wird wahlweise mit offenem oder geschlossenem Heck angeboten (Versionen „Med“ und „North“). Beide eint ein leistungsfähiger und auf Einhandtauglichkeit ausgelegter Segelplan, ein großes Cockpit sowie der luxuriös und zugleich leicht wirkende Ausbau unter Deck. Achtern lässt sich an Steuerbord statt der Doppelkoje eine begehbare Backskiste ordern, die auch als Werkstatt dienen kann. Performance und Ausbau sind top! Länge 13,75 m; Breite 4,45 m; Tiefgang 2,20 m; Gewicht 10,9 t; Segelfläche 118 m²; Preis 1.130.500 Euro.
Der Vaan R5 steht nicht nur für Langfahrtsegeln, sondern auch für Luxus und Leistung. In Holland gefertigt, wirken seine schnörkellosen Linien fast futuristisch. Technisch erfüllt das Boot aus Holland diesen Anspruch: Elektromotoren als Hilfsantriebe, Kork als Decksbelag, Innenverkleidungen aus recycelten PET-Flaschen zeigen das Bemühen, neue Wege zu gehen. Unter Deck wirkt der R5 cool, fast kubistisch. An Deck überzeugt er durch gute Ergonomie und den Verzicht auf hohe Aufbauten – gut fürs Seeverhalten. Der schwache E-Antrieb nahm ihm jedoch jede Siegchance. Länge 14,94 m; Breite 7,99 m; Tiefg. 1,35 – 2,00 m; Gewicht 19 t; Segelfläche 125 m²; Preis 1.779.050 Euro.