Fahrtenyachten

Boote aktuell: Oceanis Yacht 60 – Programmpflege im großen Format

Michael Good

 · 27.02.2022

Boote aktuell: Oceanis Yacht 60 – Programmpflege im großen FormatFoto: Chantiers Beneteau

Der Marktführer erweitert sein gehobenes Blauwasser-Programm und bringt ein neues Flaggschiff mit einer Reihe von spannenden Novitäten. Premiere im September

Äußerlich und auf den ersten Blick ist das neue, große Schiff von der kleineren Schwester Oceanis Yacht 54 (Test YACHT 23/2020) kaum zu unterscheiden. Die generelle Formensprache, das Layout an Deck sowie die Details sind nahezu identisch. Es scheint, als hätten die Yachtbauer beim Branchenriesen Beneteau die 54er lediglich bis ins nächstgrößere Format "aufgeblasen". So einfach allerdings ist es nicht. Die wesentlichen Unterschiede zwischen den zwei aktuellen Modellen im gehobenen Yacht-Programm stecken weitgehend unsichtbar unterhalb der Wasserlinie und vor allem unter Deck.

Am Rumpf wird beim neuen, größeren Schiff ein Kiel in L-Form angeflanscht. Bei der kleineren 54er ist ein sportlicher Kiel in T-Form angehängt. Die Linienführung bleibt dennoch ähnlich. Konstrukteur Roberto Biscontini verzichtet auch beim neuen Modell auf besonders radikale Gestaltungen, wie sie gerade in Mode sind, etwa extrem ausgeprägte Chines oder eine übermäßig voluminöse Front. Das eher konventionelle, wenige kantige Design vom Rumpf ist dem der kleinen Schwester augenscheinlich ähnlich, wenn nicht sogar nahezu analog. Das Heck der neuen 60er bleibt ebenso breit mit flachem Spant, was doppelte Ruderblätter nötig macht.

Das Cockpitdesign, entworfen von Star-Architekt Lorenzo Argento, wird als Walkaround-Konzept ebenfalls 1:1 von der kleineren Schwester Oceanis Yacht 54 übernommen und hat sich im Test derselben bereits bestens bewährt. Der Steuermann kann aus seiner Position hinter den Rädern alle Schoten, Fallen und Trimmleinen selbst bedienen, ohne seinen Arbeitsplatz verlassen zu müssen. Für die Mannschaft sind die Winschen am besten von außen zu erreichen. Im Kanal zwischen Süllrand und Schanzkleid steht man dafür gut und sicher und kann effizient und kraftvoll arbeiten. Wichtiger noch: Das Walkaround-Cockpit erlaubt einen einfachen, barrierefreien Durchgang vom Cockpit auf das Vordeck, was speziell bei einem großen Boot äußerst angenehm ist.

Viel Volumen und ein nur gemäßiger Segelplan. Die Segeltragezahl liegt bei einem für Tourenyachten durchschnittlichen Wert von 4,2, mit Rollmast und SelbstwendefockFoto: Chantiers Beneteau
Viel Volumen und ein nur gemäßiger Segelplan. Die Segeltragezahl liegt bei einem für Tourenyachten durchschnittlichen Wert von 4,2, mit Rollmast und Selbstwendefock
Hingucker. Der leicht negativen Deckssprung gibt der Linienführung einen besonderen TouchFoto: Chantiers Beneteau
Hingucker. Der leicht negativen Deckssprung gibt der Linienführung einen besonderen Touch
Bewährte Anordnung im Cockpit. Walkaround-Konzept, geteilte Cockpittische, große SonnenliegenFoto: Chantiers Beneteau
Bewährte Anordnung im Cockpit. Walkaround-Konzept, geteilte Cockpittische, große Sonnenliegen
Das halbfeste Bimini mit Cabrio-Faltdach ist eine von vielen OptionenFoto: Chantiers Beneteau
Das halbfeste Bimini mit Cabrio-Faltdach ist eine von vielen Optionen
Die Heckgarage ist abgeschottet. Ein 2,60 Meter Dinghi kann hinten in Fahrtrichtung lagernFoto: Chantiers Beneteau
Die Heckgarage ist abgeschottet. Ein 2,60 Meter Dinghi kann hinten in Fahrtrichtung lagern
Offen, hell und freundlich. Viele und große Fenster sorgen unter Deck für in sehr angenehmes WohnambienteFoto: Chantiers Beneteau
Offen, hell und freundlich. Viele und große Fenster sorgen unter Deck für in sehr angenehmes Wohnambiente
Großzügig angeordnet. Im Salon können viele Personen um den Tisch sitzenFoto: Chantiers Beneteau
Großzügig angeordnet. Im Salon können viele Personen um den Tisch sitzen
Eine echte Novität. Inselbett im Vorschiff mit "Rundgang"Foto: Chantiers Beneteau
Eine echte Novität. Inselbett im Vorschiff mit "Rundgang"
Die beiden Achterkabinen sind durch einen sehr breiten Technikkanal in der Schiffsmitte voneinander getrenntFoto: Chantiers Beneteau
Die beiden Achterkabinen sind durch einen sehr breiten Technikkanal in der Schiffsmitte voneinander getrennt
Auch schön, auch edel. Im Standard sind die Möbel aus dunklem Walnussholz gebautFoto: Chantiers Beneteau
Auch schön, auch edel. Im Standard sind die Möbel aus dunklem Walnussholz gebaut
Drei Kabinen mit drei Nasszellen ist der Ausbaustandard. Varianten sind zunächst keine vorgesehenFoto: Chantiers Beneteau
Drei Kabinen mit drei Nasszellen ist der Ausbaustandard. Varianten sind zunächst keine vorgesehen
Die Rumpflinien sind eher klassisch. Die Bugpartie bleibt gemäßigt voluminiösFoto: Chantiers Beneteau
Die Rumpflinien sind eher klassisch. Die Bugpartie bleibt gemäßigt voluminiös
Viel Volumen und ein nur gemäßiger Segelplan. Die Segeltragezahl liegt bei einem für Tourenyachten durchschnittlichen Wert von 4,2, mit Rollmast und SelbstwendefockFoto: Chantiers Beneteau
Viel Volumen und ein nur gemäßiger Segelplan. Die Segeltragezahl liegt bei einem für Tourenyachten durchschnittlichen Wert von 4,2, mit Rollmast und Selbstwendefock
Hingucker. Der leicht negativen Deckssprung gibt der Linienführung einen besonderen TouchFoto: Chantiers Beneteau
Hingucker. Der leicht negativen Deckssprung gibt der Linienführung einen besonderen Touch
Hingucker. Der leicht negativen Deckssprung gibt der Linienführung einen besonderen Touch
Bewährte Anordnung im Cockpit. Walkaround-Konzept, geteilte Cockpittische, große Sonnenliegen
Das halbfeste Bimini mit Cabrio-Faltdach ist eine von vielen Optionen
Die Heckgarage ist abgeschottet. Ein 2,60 Meter Dinghi kann hinten in Fahrtrichtung lagern
Offen, hell und freundlich. Viele und große Fenster sorgen unter Deck für in sehr angenehmes Wohnambiente
Großzügig angeordnet. Im Salon können viele Personen um den Tisch sitzen
Eine echte Novität. Inselbett im Vorschiff mit "Rundgang"
Die beiden Achterkabinen sind durch einen sehr breiten Technikkanal in der Schiffsmitte voneinander getrennt
Auch schön, auch edel. Im Standard sind die Möbel aus dunklem Walnussholz gebaut
Drei Kabinen mit drei Nasszellen ist der Ausbaustandard. Varianten sind zunächst keine vorgesehen
Die Rumpflinien sind eher klassisch. Die Bugpartie bleibt gemäßigt voluminiös
Viel Volumen und ein nur gemäßiger Segelplan. Die Segeltragezahl liegt bei einem für Tourenyachten durchschnittlichen Wert von 4,2, mit Rollmast und Selbstwendefock

Nicht besonders schön, aber praktisch ist der Targabügel über dem Cockpit. Er verbannt die Großschot aus der Plicht und bietet sich auch als Basis zum Anschlagen einer großen Sprayhood an. Als Option machbar ist zudem ein großes, halbfestes Bimini mit einem flexiblen Cabrio-Dach. Im Heck kann ein 2,60 Meter langes Schlauchboot mit Jet-Antrieb in Fahrtrichtung gelagert werden. Die Garage ist als geschlossenes GFK-Formteil zwischen die beiden Ruderwellen eingepasst. So kann kein Wasser über die Lazarette ins Schiff eindringen. Wahlweise wird auf der Oceanis Yacht 60 ein Rollmast oder ein klassisches Rigg gestellt. Dazu können Eigner das Boot – je nach Einsatz – mit Selbstwendefock oder einer überlappenden Genua ausstatten.

Unter Deck zeigt die neue Oceanis Yacht 60 weniger Ähnlichkeiten im Vergleich zur kleineren Schwester. Das Layout mit drei äußerst großzügigen Doppelkabinen und jeweils eigenen Bädern mit Dusche entspricht dem Standard. Alternativen dazu sind derzeit noch nicht vorgesehen. Die Pantry ist jetzt als geteilte Funktionseinheit vorn quer über die ganze Breite am Hauptschott installiert. Spannend und neuartig ist auch die Raumaufteilung im Vorschiff. Das große Doppelbett ist hier als Insel leicht versetzt eingebaut und ermöglicht so einen besseren und leichteren Einstieg über alle Seiten.

Noch hat die Werft keine Angaben zur Preisgestaltung gemacht. Diese Informationen werden noch nachgereicht. Die neue Oceanis Yacht 60 soll dann im September 2022 auf der Messe in Cannes als Weltpremiere vorgestellt werden.

Foto: Chantiers Beneteau

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