Boote aktuellAttraktive Größe und stark wandelbar: die neue Dufour 37

Michael Good

 · 04.07.2022

Boote aktuell: Attraktive Größe und stark wandelbar: die neue Dufour 37Foto: Jean-Marie LIOT Photographies

Die Yachtbauer in La Rochelle haben einen neuen Zehn-Meter-Tourer am Start. Maximales Rumpfvolumen sorgt innen für Platzverhältnisse, die neue Standards setzen

Überraschungscoup aus Westfrankreich. Die neue Dufour wird jetzt als Nachfolgerin der Dufour 360 (vormals Dufour 350 Grand Large, Test YACHT 4/2015) vorgestellt. Das erste Schiff des komplett neu entwickelten Modells segelt offenbar schon, die Werft hat bereits die ersten Fotos veröffentlicht (siehe Galerie unten). Bei der Bezeichnung schummelt Dufour allerdings ein wenig. Mit einer Rumpflänge von knapp zehn Metern ist die neue 37er aus La Rochelle vielmehr ein 33-Fußer.

Optisch ist auch das neue Schiff eine typische Dufour mit den Linien von Felci Yacht Design. Die Ähnlichkeiten zum ebenfalls neuen Einsteigermodell Dufour 32 (Test YACHT 3/2022) sowie zur größeren Dufour 470 (Test YACHT 8/2021) sind unverkennbar und sorgen für eine starke Programm-Identität der neuen Modellgeneration. Bei der Dufour 37 fällt jetzt vor allem auch das enorme Rumpfvolumen auf. Mit einer Breite von 3,80 Metern ist die Französin deutlich fülliger als die Boote der Konkurrenz. Der Streckungsfaktor (Länge zu Breite) liegt bei einem ungewöhnlich tiefen Wert von 2,6. Normal für Tourenschiffe ist ein Streckungsfaktor von 3,0.

Augenfällig ist das ausgedehnte Rumpfvolumen insbesondere im Vorschiff. Das erlaubt es der Werft, mit einer effizienteren Raumausnutzung das im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich längere Cockpit zu kompensieren. Die Steuersäulen sind etwas weiter vorn eingebaut, was es möglich macht, ganz achtern noch klappbare Sitze für den Steuermann sowie ein Staufach für die Rettungsinsel zu integrieren. Für den Zugang zur Badeplattform lassen sich die Heckabschlüsse hochklappen. Wie schon das Vorgängermodell kommt auch die neue 37er mit nur einem, relativ schlanken und tiefen Ruderblatt aus, das zudem ziemlich weit unter das Schiff gebaut ist. Der Tiefgang des L-Kiels beträgt 1,90 Meter. Varianten mit Kurzkiel, flexiblen Tiefgängen und doppelten Ruderblättern sind nach aktuell vorliegenden Informationen noch nicht vorgesehen.

Der Mast steht beim neuen Schiff etwas weiter hinten, das J-Maß ist also größer als beim Vorgängermodell. Und: Wie bei der kleineren Schwester Dufour 32 wird der Alu-Mast mit zwei Salingen auch bei der neuen 37er mit relativ viel Mastfall eingetrimmt, was den Durchhang im Vorstag reduzieren soll. Das neue Schiff wird ab Werft mit einer Selbstwendefock ausgestattet. Optional für mehr Leistungspotenzial gibt es die überlappende Genua mit verstellbaren Holepunkten auf dem Kajütaufbau. Und wie bei allen neuen Schiffen von Dufour ist auch bei der 37er ein Bugspriet für einen Gennaker oder einen Code Zero fest angebaut. Der Rüssel dient zudem als Tritt sowie als Ankerhalterung.

  Viele und große Fensterflächen, dazu eine breite Doppeltür ins Vorschiff. Der Innenausbau präsentiert sich offen, luftig und sehr hellFoto: Dufour Yachts
Viele und große Fensterflächen, dazu eine breite Doppeltür ins Vorschiff. Der Innenausbau präsentiert sich offen, luftig und sehr hell

Für den Innenausbau können die Käufer zwischen zwei Varianten wählen. Beim Zweikabiner ist die Doppelkoje achtern mit fürstlichen Kojenmaßen quer eingebaut. Das lässt auf der Steuerbordseite Platz für eine große Backskiste, die aus dem Cockpit sowie von innen erreichbar ist. Auch ist der Toilettenraum größer und verfügt zudem über eine Duschmöglichkeit. Die Alternative ist der Ausbau mit insgesamt drei Kabinen und einer etwas kleineren Nasszelle achtern, die weiter nach vorn in den Salon gebaut wird. Dafür muss allerdings die kleine Navigation weichen.

Das extrem füllige Vorschiff erlaubt es, die Doppelkoje im Vorschiff als Inselbett zu gestalten, was in der Längenklasse um zehn Meter ein Novum ist. Allerdings ist die Koje ziemlich weit ins Vorschiff gebaut. Den Plänen nach zu urteilen wird damit die Breite bei den Schultern doch markant reduziert. Als Alternative auf Wunsch kann Dufour das Vorschiff auch mit einer herkömmlichen Doppelkoje in V-Form einbauen. Mit zwei Zeilen von Hochschränken seitlich ist das Stauraumangebot speziell im Salon üppig. Dazu gibt es große Staufächer und Schränke auch in den Kabinen. Für optische Vielfalt bietet Dufour den Innenausbau in drei verschiedenen Varianten mit hellem oder dunkleren Holztönen sowie Farbwahl bei den Polsterungen und Abdeckungen an. Visualisierungen der Varianten Europe, Millenium und Boston sowie die Layouts sind nachfolgend in der Bildergalerie ersichtlich.

Die Preise hat die Werft bis dato noch nicht bekannt gegegen. Die Weltpremiere der Dufour 37 wird im September auf dem Yachting Festival in Cannes stattfinden.

Mehr Platz an den Steuerrädern, größeres Cockpit mit Heckabschluss. Die Schoten über den Süllrand nach achten zum Steuermann geführt
Foto: Jean-Marie LIOT Photographies

Die kleine Schwester Dufour 32 im Test bei YACHT tv

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