Großer Auftritt auf der Messe boot in Düsseldorf. Zeitgleich mit der Türöffnung für das Publikum am ersten Messetag lässt Marktführer Beneteau die Hüllen fallen und präsentiert die brandneue First 60, die größte Yacht aus dem sportlichen Programm der Franzosen. Entsprechend groß war danach der Andrang auf das neue Flaggschiff.
Sie ist das größte jemals gebaute Boot der sportlichen First-Linie von Beneteau und zugleich das neue Modell einer mittlerweile im Markt einzigartig breit gefächerten Baureihe. Nicht weniger als sieben Yachten laufen inzwischen unter dem bekannten Sportlabel – vom acht Meter langen Sportboot First 18 bis hin zum brandneuen Fast-Cruiser First 60 mit einer Rumpflänge von 17,60 Metern. Die Konstruktion entstammt erneut der bewährten Kooperation von Roberto Biscontini Yacht Design in Italien und Gestalter Lorenzo Argento, welche bereits für den Entwurf der kleineren Schwestern First 53 (Test YACHT 23/2019) und Fist 44 (Test 19/2022) verantwortlich zeichneten. Entsprechend ähneln sich beide Modelle nicht nur optisch, sondern auch konzeptionell und konstruktiv.
Die wichtigsten Unterschiede zeigen sich vor allem im Cockpit. Beim neuen, größeren Modell sind die beiden großen Schotwinschen nun auf weitgehend freistehenden Podesten montiert. Dadurch kann die Crew aus verschiedenen Positionen arbeiten und ergonomisch effizient trimmen. Selbstverständlich sind die Winschen auch mit elektrischen Antrieben erhältlich. Auch die beiden Steuersäulen stehen weitgehend frei. Das verschafft dem Steuermann viel Bewegungsfreiheit und ermöglicht es ihm, bei kleiner Crew oder im Einhandbetrieb die Winschen gut zu erreichen. Spannendes Detail: Die Sitze für den Steuermann sind klappbar und ermöglichen ein entspannte Position für den Rudergänger auch auf langen Schlägen.
Sämtliche Fallen, Trimmleinen sowie die Genuaschoten werden verdeckt über den Kajütaufbau nach achtern zu den Winschen geführt. Das Cockpit für die Gäste bleibt damit frei von Leinen und ist dem entspannten Mitsegeln vorbehalten. Zwei Tische sorgen zudem für einen freien Durchgang. Sie lassen sich optional auf das Niveau der Duchten absenken und zudem aufklappen; mit zusätzlichen Polstern entstehen so zwei großzügige Sonnenliegen. Für die Großschotführung ist ab Werft eine sogenannte kaptive Winsch unter dem Cockpitboden installiert. Die Schot wird hier per Knopfdruck getrimmt und über eine Spule ein- und ausgerollt.
Wie schon bei der kleineren Schwester ist im Heck der First 60 eine große Dinghi-Garage integriert, in der ein Beiboot mit bis zu 3,20 Metern Länge längs zur Fahrtrichtung gestaut werden kann. In der Vorpiek steht eine große Segellast zur Verfügung, die optional - wie beim Testschiff - auch als Skipperskabine mit Einzelkoje und einem eigenem, abgetrenntem Bad ausgebaut werden kann.
Als Mast kommt serienmäßig ein Aluminiumprofil mit zwei Salingen zum Einsatz. Dazu gehört eine kurz überlappende Genua (111 Prozent) mit leinenverstellbaren Holepunkten auf dem Kajütaufbau. Alternativ ist für windreiche Reviere auch eine Selbstwendefock erhältlich. Der hohe und leistungsstarke Segelplan ergibt eine gehobene Segeltragezahl mit einem sportlichen Wert von 4,9. Wer noch mehr Leistung wünscht, kann sich für ein Performance-Rigg mit rund einen Meter höherem Kohlefasermast entscheiden, das entsprechend mehr Segelfläche bietet.
Das Standard-Layout umfasst drei sehr großzügige Doppelkabinen, die jeweils über einen eigenen, ebenfalls geräumigen Toilettenraum mit separater Dusche verfügen. Im Vorschiff ist das Layout asymmetrisch gestaltet: Das große Doppelbett steht dezentral und weitgehend frei, sodass es von beiden Seiten komfortabel zugänglich ist. Hinzu kommt ein riesiges Bad für die Eigner, ebenfalls mit abgetrenntem Duschbereich. Das Layout in der neuen First 60 ist demjenigen der Oceanis Yacht 60 aus dem gehobenen Fahrtenprogramm von Beneteau nicht unähnlich.
Im Salon sind Sitzgruppen auf beiden Seiten vorgesehen, ergänzt durch eine Navigationsecke mit großem Arbeitsplatz. Die extrem geräumige Pantry erstreckt sich nun über die gesamte Schiffsbreite und ist leicht abgesenkt vor dem Hauptschott angeordnet – eine Lösung, die bei größeren Yachten zunehmend verbreitet ist.
Der Preis zur Markteinführung wird von Beneteau mit 1.487.500 Euro angegeben. Dieser Betrag versteht sich netto ohne Mehrwertsteuer und ohne die Segel.