SkandalNeue Wendung im Fall "Segler-Mumie"

Uwe Janßen

 · 22.03.2016

Skandal: Neue Wendung im Fall "Segler-Mumie"Foto: Clipper Ventures
Die entmastete Yacht bei ihrer Entdeckung durch die Regattacrew
Auf der "Sayo" wurde eine mumifizierte Leiche entdeckt. Eine YACHT-Rekonstruktion ergibt: Alles ist wohl noch schauriger als bislang bekannt

Am 25. Februar entdeckten Fischer die entmastete Sun Magic 44 "Sayo" vor der philippinischen Küste. Ein gruseliger Fund: Am Kartentisch saß die mumifizierte Leiche ihres Skippers, des 59-jährigen Manfred B. aus Nordrhein-Westfalen. Etwa sieben Tage zuvor soll der Skipper gestorben sein, hieß es angeblich im Obduktionsbericht. Doch das kann nicht stimmen: Tatsächlich wurde die Leiche des Einhandseglers schon rund einen Monat vorher von einer Regattacrew entdeckt. Eine Rekonstruktion der YACHT mit dem Unfallermittler Jürgen Albers ergibt sogar: Der Mann ist noch sehr viel früher gestorben. Und hinter alledem steckt ein handfester Skandal.

Die Segler, die den Toten schon Ende Januar auffanden, meldeten ihre Entdeckung völlig korrekt an die zuständige Küstenwache. Alles klar, man werde sich kümmern, gute Weiterreise. Und dann geschah – nichts. Ein Skandal: Die Yacht mit der Leiche trieb wegen der Tatenlosigkeit noch 25 Tage, ehe sie von Fischern geborgen wurde.

  Unfallermittler Jürgen AlbersFoto: YACHT / S. Reineke Unfallermittler Jürgen Albers

Jürgen Albers ist als stellvertretender Leiter der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) mit solch mysteriösen Unfällen bestens vertraut. Die YACHT hat mit dem ausgewiesenen Experten Foto- und Video-Material gesichtet und anhand dessen die Abläufe an Bord nachgezeichnet. Demnach ist zum Beispiel sicher, dass der Skipper erst nach dem Mastbruch starb, nicht vorher. Und dass die "Sayo" zum Zeitpunkt der Havarie auf Steuerbordbug segelte.

Aus den vorliegenden Dokumenten folgert Albers, dass die bisherigen Angaben zum Unfallhergang nicht stimmen können. Und auch nicht die Angaben zum Unfallort. Vermutlich hat sich die Havarie schon sehr viel früher ereignet als bisher vermutet und ungefähr 1200 Seemeilen weiter östlich. Welche weiteren Erkenntnisse der Unfallexperte aus den Dokumenten gewinnt und warum er welche Schlüsse zieht, lesen Sie in der neuen YACHT.

Artikel teilen:

Meistgelesen in der Rubrik Special