In den letzten Jahren waren ähnliche Meldungen meistens eine reine Vorsichtsmaßnahme. In diesem Winter spricht vieles dafür, dass Skipper in der Region tatsächlich mit Einschränkungen durch Eisbildung rechnen müssen.
Hintergrund der amtlichen Warnung ist die anhaltende Frostperiode im Norden von Deutschland. Da die Temperaturen dauerhaft im Minusbereich verharren, bildet sich vor allem in den flachen und geschützten Gewässern sowie in den Bodden bereits erstes Festeis.
Das WSA empfiehlt, diese Gebiete nur mit eisverstärkten Fahrzeugen zu befahren – eine Anforderung, die gewöhnliche Sportboote in der Regel nicht erfüllen. Wer seine Yacht trotzdem im Wasser hat oder derzeit im Revier unterwegs ist, sollte die Befahrbarkeit von Häfen, Zufahrten und flachen Gewässern täglich neu prüfen.
Auch die Navigation bleibt von der aktuellen Eislage nicht unbeeinträchtigt. Das WSA warnt ausdrücklich davor, dass Tonnen durch Eisgang verdriftet, unter Wasser gedrückt oder beschädigt werden können. Das zahlreiche Tonnen in der Ostsee bereits gegen unbefeuerte Winterzeichen ausgetauscht wurden, erschwert die Navigation in den betroffenen Revieren noch zusätzlich.
Am kommenden Wochenende, vom 9. bis zum 11. Januar, dürfte sich die Lage weiter zuspitzen. Das Sturmtief Elli bringt Wind, Schnee und eisige Temperaturen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass der Wind das Eis in Häfen und Buchten drückt. Dort droht der entstehende Eisdruck, Rümpfe und Steganlagen zu belasten oder zu beschädigen.