OstseeWSA: Eiswarnung für die deutsche Ostseeküste

David Ingelfinger

 · 07.01.2026

Eingefrorene Fahrwassertonne im Strelasund. Die Temperaturen lagen 2010 bei etwa minus sechs Grad.
Foto: dpa;pa
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Ostsee hat eine offizielle Eiswarnung für die gesamte deutsche Ostseeküste herausgegeben. In der Bekanntmachung vom 05.01.2026 warnt die Behörde im gesamten Bereich zwischen Flensburg und der polnischen Grenze vor einsetzender Eisbildung und einer unsicheren Tonnenlage.

​In den letzten Jahren waren ähnliche Meldungen meistens eine reine Vorsichtsmaßnahme. In diesem Winter spricht vieles dafür, dass Skipper in der Region tatsächlich mit Einschränkungen durch Eisbildung rechnen müssen.

Eiswarnung für flache Gewässer

​Hintergrund der amtlichen Warnung ist die anhaltende Frostperiode im Norden von Deutschland. Da die Temperaturen dauerhaft im Minusbereich verharren, bildet sich vor allem in den flachen und geschützten Gewässern sowie in den Bodden bereits erstes Festeis.

Das WSA empfiehlt, diese Gebiete nur mit eisverstärkten Fahrzeugen zu befahren – eine Anforderung, die gewöhnliche Sportboote in der Regel nicht erfüllen. Wer seine Yacht trotzdem im Wasser hat oder derzeit im Revier unterwegs ist, sollte die Befahrbarkeit von Häfen, Zufahrten und flachen Gewässern täglich neu prüfen.


Weitere Meldungen:


​​Eingeschränkte Navigation

​Auch die Navigation bleibt von der aktuellen Eislage nicht unbeeinträchtigt. Das WSA warnt ausdrücklich davor, dass Tonnen durch Eisgang verdriftet, unter Wasser gedrückt oder beschädigt werden können. Das zahlreiche Tonnen in der Ostsee bereits gegen unbefeuerte Winterzeichen ausgetauscht wurden, erschwert die Navigation in den betroffenen Revieren noch zusätzlich.

Gefahr durch Sturmtief Elli

​Am kommenden Wochenende, vom 9. bis zum 11. Januar, dürfte sich die Lage weiter zuspitzen. Das Sturmtief Elli bringt Wind, Schnee und eisige Temperaturen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass der Wind das Eis in Häfen und Buchten drückt. Dort droht der entstehende Eisdruck, Rümpfe und Steganlagen zu belasten oder zu beschädigen.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

Meistgelesen in der Rubrik Wissen