Neue VerordnungStrengere Regeln für Biozide gegen Dieselpest

Michael Rinck

 · 23.09.2018

Neue Verordnung: Strengere Regeln für Biozide gegen DieselpestFoto: YACHT/K. Andrews
Strengere Regeln für Biozide gegen Dieselpest
Grotamar und ähnliche Additive gegen den gefürchteten Bewuchs im Tank dürfen ab Dezember nicht mehr verkauft werden

Grotamar und andere Biozide, die die Entstehung der sogenennten Dieselpest im Kraftstoff verhindern sollen, dürfen ab dem 1. Dezember dieses Jahres nicht mehr an Privatkunden verkauft werden. Grund ist eine Ergänzung der EU-Chemikalienverordnung, auch REACH-Verordnung genannt, die die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien in der EU regelt. Diese Ergänzung tritt am 1. Dezember 2018 in Kraft und verbietet den Verkauf von MBO, einem der Wirkstoffe in Additiven wie Grotamar. Grund ist die mögliche krebserregende Wirkung des Formaldehyd-Abspalters MBO.

Bei der Firma Schülke, Hersteller von Grotamar, heißt es, dass Werften und Bootstankstellen das Additiv noch anbieten und direkt in den Tank des Kunden geben könnten. Die neue Verordnung beschränke nur die Abgabe an Privatkunden. Eine Alternative zu Grotamar mit MBO gibt es derzeit nicht.

Besonders Segler verbrauchen meist sehr wenig Diesel. Durch die lange Lagerung können sich im Kraftstoff Organismen bilden, die Filter und Einspritzdüsen verstopfen. Diese Dieselpest entsteht bevorzugt in Biodiesel, Abhilfe boten bisher spezielle Additive, die das Wachstum der Organismen verhinderten.

Für Segler, die ihren Dieseltank über die Wintersaison vor der Dieselpest schützen wollen, ist es ratsam, sich vor dem Inkrafttreten der neuen Verordnung noch mit einem Biozid einzudecken. Da schon geringe Mengen für eine Tankfüllung ausreichen, hält selbst eine kleine Fasche mehrere Saisons.

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Eine andere Möglichkeit ist der Verzicht auf Kraftstoff mit Biodieselanteil. So sind etwa V-Power von Shell und Ultimate von Aral länger lagerfähig. Außerdem gibt es speziell für Segler synthetischen Diesel, der Problemen mit Dieselpest vorbeugen soll. C.A.R.E.-Diesel etwa kann in zehn Häfen an der Ostsee und an insgesamt 22 Standorten in Deutschland getankt werden. Trotzdem sollte der Diesel im Tank vor dem ersten Auffüllen mit C.A.R.E.-Diesel mit einem Biozid gegen Dieselpest behandelt werden, da immer etwas alter Kraftstoff mit Bioanteil im Tank verbleibt.

Michael Rinck

Michael Rinck

Redakteur Test & Technik

Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.

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