Bisher wurde das einheitliche Seekartennull für die Nordsee einheitlich LAT genannt - Lowest Astronomical Tide. Darunter ist der Wasserstand zu verstehen, der theoretisch - also unter rein astronomischen Bedingungen, ohne äußere Einflüsse wie etwa Wind oder Luftdruck - auftreten kann.
Dort, wo nur sehr geringe oder gar keine messbaren Gezeiten auftreten, beispielsweise in der Ostsee, lässt sich ein solcher Niedrigwasserstand gar nicht zuverlässig bestimmen. Wohl aber an der Nordseeküste, weshalb eine einheitliche Begriffsbestimmung wichtig ist.
Für Segler ändert sich außer dieser neuen Bezeichnung nichts. Dennoch ist es wichtig sie zu kennen, um Missverständnisse bei der Navigation auszuschließen.
Die Umbenennung durch das ergänzte Approximate - auf Deutsch ungefähr - soll klarstellen, dass es sich bei der Angabe des Niedrigwasserstandes nicht etwa um einen exakt berechneten Wert handelt, sondern dass die Referenzebene modell- und datenbasiert angenähert ist.
Die Umbenennung in den Niederlanden gilt seit diesem Jahr, in deutschen Seekarten oder Dokumenten ändert sich vorerst nichts. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) verwendet weiterhin offiziell den Begriff LAT für das Seekartennull in der Nordsee.

Stellvertretender Chefredakteur YACHT