NavigationAstronavigation für Jedermann

Pascal Schürmann

 · 13.10.2016

Navigation: Astronavigation für JedermannFoto: Leon Schulz

Mit dem Sextanten die Position zu bestimmen, ist nicht einfach. Aber auch nicht so schwer, wie gemeinhin angenommen. Wir zeigen, wie es geht

In jüngster Zeit beschäftigen sich wieder mehr und mehr Segler mit Astronavigation. Auf der einen oder anderen Yacht schlummert ja sogar nicht selten seit Jahren tief im Schapp unterm Kartentisch ein Sextant in seinem Holzkasten, der nun plötzlich wieder hervorgeholt wird. Und wo das nicht der Fall ist, steigt die Bereitschaft spürbar, solch einen nicht ganz günstigen Winkelmesser anzuschaffen. Mehrere Tausend neue Sextanten werden wieder jährlich an Segler verkauft.

Die meisten von ihnen mögen überwiegend nostalgische Beweggründe haben, sich mit einer im GPS-Zeitalter auf den ersten Blick antiquiert wirkenden Navigationsmethode auseinanderzusetzen. Den einen oder anderen treibt aber vielleicht auch die Sorge um, dass elektronische Systeme an­fällig sein und in der Folge ausfallen könnten. Und sei es, weil ein Blitz mit einem Schlag sämtliche elektronische Geräte an Bord außer Gefecht setzt.

Sogar die US-Marine hat 2015 nach einer zehnjährigen Pause die Astronavigation wieder auf den Lehrplan für angehende Offi­ziere gesetzt. Und das, obgleich die US-Luftwaffe das GPS-System selbst besitzt und betreibt. Auch hier ist der Grund so einfach wie erschreckend: die Angst vor Hackern oder einem Attentat.

Die Handhabung des Sextanten, das Wissen um einige geografische und mathematische Grundlagen sowie die Anwendung der umfangreichen astronomischen Tafeln und Tabellen – ohne jede Mühe geht das nicht. Aber im Gegensatz zu dem, was viele glauben, ist es auch nicht sonderlich schwer zu erlernen.

Leon Schulz erklärt in der neuen YACHT (Heft 22/2016, ab sofort am Kiosk und als Digital-Ausgabe erhältlich) in einfachen, nachvollziehbaren Schritten, wie man vom Sonnenschuss zur Standlinie in der Seekarte gelangt. Schulz ist Buchautor und RYA Yachtmaster Ocean Instructor. Er bildet auf seiner Yacht unter anderem angehende Blauwassersegler in Astronavigation aus. Zu diesem Zweck finden sechs Monate im Jahr seine Ausbildungstörns auf dem Atlantik vor Europas Küsten statt. Im Winter hält er Theoriekurse auf Malta ab.

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