Maritime BauwerkeLeuchtturm Roter Sand soll umziehen

Michael Rinck

 · 05.05.2023

Maritime Bauwerke: Leuchtturm Roter Sand soll umziehenFoto: YACHT/Stefan Schorr
Der Leuchtturm Roter Sand in der Wesermündung von Deck des Heringsloggers "BV2 Vegesack"
Das historische Leuchtfeuer ist marode, starke Strömung und ein steigender Meeresspiegel gefährden zudem die Standsicherheit. Um das denkmalgeschützte Bauwerk zu erhalten, ist ein Umzug geplant

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz teilte am Mittwoch mit, dass ein neuer Standort für den Leuchtturm Roter Sand gesucht werde. In einem Gutachten wurde der schlechte Zustand des Leuchtfeuers in der Wesermündung festgestellt. Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, sieht in einem Umzug den besten Kompromiss. Am aktuellen Standort zwischen Bremerhaven und Helgoland wäre eine Sanierung viel zu aufwändig. Deswegen sieht der Plan vor, den Leuchtturm per Kranschiff von seinem Fundament zu heben und am Stück an einen neuen Standort an der Küste zu transportieren. Der Bund sucht als Eigentümer des Bauwerks nach einem passenden Grundstück. Bis das gefunden und der Turm dort aufgestellt ist, werden aber noch einige Jahre vergehen.

Der Turm steht seit 1982 unter Denkmalschutz und hat höchstens noch tagsüber als Sichtzeichen Relevanz für die Navigation. Roter Sand wurde 1885 in Betrieb genommen und gilt als das weltweit erste Offshorebauwerk. Die Instandhaltung wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Stiftung Leuchtturm Roter Sand gemeinsam übernommen. Bisher war alle fünf Jahre ein neuer Anstrich fällig. Durch die Probleme am Fundament des fast 140 Jahre alten Bauwerks scheint der Umzug aber unumgänglich.

Steffen Skudelny rechnet mit Kosten von mehreren Millionen Euro für den Umzug. Dabei soll nur der Turm, nicht aber das Fundament abgebaut werden.

Michael Rinck

Michael Rinck

Redakteur Test & Technik

Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.

Meistgelesen in der Rubrik Wissen