GipfeltreffenEuropäische Seglerverbände debattieren über Sicherheit auf See

Janek Struchholz

 · 06.10.2026

Gipfeltreffen: Europäische Seglerverbände debattieren über Sicherheit auf SeeFoto: DGzRS - Die Seenotretter
Das Tochterboot der Station Norderney der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) befreit eine Segelyacht von einer Sandbank.
Der DSV war Gastgeber der zweiten Generalversammlung der European Boating Association (EBA) 2026 in Hamburg. Bei der zweitägigen Arbeitssitzung standen organisatorische und aktuelle Themen zu Umwelt, Sicherheit und Navigation auf der Agenda. Der Norweger Peter Lauritz Lasen wurde für die kommenden vier Jahre als neuer EBA-Präsident gewählt.

Themen in diesem Artikel

Die European Boating Association ist eine geminnützige europäische Organisation, die seit 1982 die Interessen von Freizeit- und Sportbootfahrern vertritt. Die Generalversammlung mit den nationalen Boots und Wassersportverbänden findet zwei mal im Jahr statt.

Jamming und Spoofing im Ostseeraum

Die Delegierten der nationalen Verbände befassten sich mit den weiterhin existierenden GPS-Störungen im Ostsee Raum. In diesem Zusammenhang wurde die Bedeutung der Kenntnisse klassischer Navigationsmethoden wie der terrestrischen Navigation betont. Segler und Motorbootfahrer sollen sich nicht ausschließlich auf elektronische Navigation verlassen. Ein Vertreter des finnischen Verbandes berichtete über die Erfahrungen in Finnland und den damit einhergehenden Auswirkungen der Störsignale für die Schifffahrt.

Im Kontext der Navigation stand außerdem eine Umfrage der Mitglieder im Fokus, bei der die Vereinheitlichung elektronsicher Seekarten im europäischen Raum, diskutiert wurde. Konkrete Ergebnisse wurden nicht beschlossen.

Umweltschutz

Beim Thema Umweltschutz sprachen die Vertreter der Verbände über die Bedeutung von Seegrasflächen am Meeresgrund. Seegraswiesen dienen für viele Meereslebewesen als Lebensraum und Ökosystem. Eine Mitarbeiterin des EBA-Sekretariats erklärte die Bedeutung der Wiesen als wichtiger CO2 Speicher und Umweltschutzprojekt. Ihr Vortrag informierte über Schäden, die durch Anker und Mooringsbojen entstehen. Als Lösung wurden neuartige Mooring-Systeme vorgestellt, die das Schleifen der Ketten auf dem Meeresgrund vermeiden und somit geringen Einfluss auf den Seegrasbestand haben.

Elektronische Seenotsignale

Neben den GPS Störungen wurde in Bezug auf die Sicherheit auch die Nutzung von Seenotsignalen aufgegriffen. Dabei ging es um den Unterschied von pyrotechnischen und elektronischen Seenotfackeln. Im Vergleich zu herkömmlichen pyrotechnischen Fackeln sind elektronische Signale einfacher und zuverlässiger zu bedienen und bergen keine Verletzungsrisiken. Elektronische Seenotfackeln haben allerdings aktuell noch keine SOLAS Zulassung und sind im europäischen Raum als vorgeschriebenes Signalmittel nicht zugelassen. Die EBA benennt sie somit lediglich als Sinnvolle Zusatzausrüstung.

Notstopp Pflicht bei Motorbooten

Bei offenen Motorbooten, wie auch Schlauchboote die im Segelsport als Trainerboote zum Einsatz kommen, stand die Nutzung einer Notstopp Pflicht im Vordergrund. Diese “Kill Cords”, welche bei Regatten für Trainer und Betreuer Pflicht sind, stoppen den Motor wenn der Führer des Bootes über Bord geht. In den Niederlanden existiert die Pflicht auf Bundesebene für Boote die Schneller als 20 Kmh fahren können. Die EBA möchte die Mitglieder für das Thema sensibilisieren und unterstützt die Royal Yachting Association aus Großbritannien, die eine Aufklärungskampagne für das Thema ins Leben gerufen hat.


Welches der in Hamburg diskutierten Sicherheitsthemen ist für Ihren Alltag an Bord am wichtigsten: GPS-Störungen, elektronische Seenotsignale oder der Notstopp bei Motorbooten?

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Janek Struchholz kommt aus dem Bergischen Land, fühlt sich aber vor allem auf dem Wasser zu Hause. Seine Segellaufbahn begann im Optimisten und führte ihn bis in den internationalen Regattasport der 420er-Klasse. Nach der Schule studierte er Medienkultur in Weimar. Heute verbindet er als Volontär seine beiden Welten: Medien und Wassersport. Privat ist er regelmäßig auf dem IJsselmeer unterwegs und steht gelegentlich noch immer an der Regattastartlinie.

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