Bobby SchenkAstro-Navigation trotz dreier Satellitensysteme?

Lars Bolle

 · 25.08.2021

Bobby Schenk: Astro-Navigation trotz dreier Satellitensysteme?Foto: bobbyschenk.de

„Astro is out“, postulierte vor einiger Zeit Bobby Schenk. Das hört sich jetzt beim Blauwasser-Experten ganz anders an. Ein Plädoyer für den Sextanten

In seinem neuesten Artikel zur Astronavigation schreibt Bobby Schenk:

Verlässt sich der Skipper allein auf die Elektronik – und das tut er auf hoher See ohne einen Sextanten –, verstößt er eigentlich gegen den seemannschaftlichen Grundsatz: Es muss immer ein Back-up-System vorhanden sein, und das ist auf hoher See nun mal der Winkelmesser (Sextant) und die Fähigkeit, diesen auch anzuwenden.

Merkwürdigerweise scheint dieser Grundsatz wegen unserer so sehr leistungsfähigen (und preiswerten) Navigationssysteme vielfach aufgegeben worden zu sein. Da wird halt das Risiko abgewogen, wie so oft im Leben. Es wird mir schon nichts zustoßen, beruhigt man sich und spart sich so ein paar Tage Arbeit mit den amerikanischen NO-Tafeln. Aber ganz folgerichtig ist das nicht. Denkt man bei der Vorbereitung nicht auch an einen Schiffbruch, bei dem eine Rettungsinsel benötigt wird? Fürchtet man da nicht auch einen Seeräuberüberfall und befasst sich intensiv mit dem Thema "Waffen an Bord" oder besucht man da nicht weitergehende medizinische Hilfekurse, um das Nähen einer Verletzung zu üben, oder spielt man gar, wie der Autor, mit dem Gedanken, sich vorsorglich einer Blinddarmoperation zu unterziehen? Sind solche Gedanken nicht viel abwegiger, als mit einem Gewitter mit Blitzeinschlag zu rechnen? Ich kenne zum Beispiel nicht einen verbürgten ehrlichen Fall in jüngerer Zeit, in dem eine Rettungsinsel zum Einsatz nach dem Sinken des Schiffes gekommen ist. Eine Schusswaffe war hilfreich? Das habe ich noch nie erlebt. Und von einer Not-Op eines entzündeten Blinddarms auf hoher See habe ich in 50 Jahren noch nichts gehört. Was also ist wahrscheinlicher, ein Blitzeinschlag mit Elektronikschäden oder obige Katastrophen?

Das gesamte Plädoyer für den Sextanten lesen Sie auf Bobby Schenks Homepage (hier klicken).

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