SeegangWellen: mal Freund, mal Feind

Andreas Fritsch

 · 13.04.2015

Seegang: Wellen: mal Freund, mal FeindFoto: Nils Günter

An manchen Tagen sind sie das Salz in der Suppe, an anderen machen sie den Segeltag zur Tortur oder werden gar zur Gefahr: Wellen

Solche Tage brennen sich in das Gedächtnis ein: Die Sonne scheint, der Wind weht seit geraumer Zeit konstant und kräftig, das Boot rutscht im schäumenden Halbwindsgang mit Rumpfgeschwindigkeit die Wellenberge herunter – Segelvergnügen pur. An solchen Tagen können Segler das Meer nur lieben.

Aber es gibt auch die andere Seite: Das Schiff stampft sich unter zweitem Reff in einer kurzen, steilen See fest. Der Rumpf kracht in die Wellen, Mensch und Material kommen an ihre Grenzen. Oder noch schlimmer: Nach einem harten Ritt über hohe See versucht die Crew einen Hafen oder Bucht anzulaufen, um kurz vor dem Tagesziel festzustellen, dass vor der Einfahrt eine riesige Grundsee steht. Oder die Welle läuft bedrohlich um den vermeintlichen Leeschutz herum in die Bucht hinein. Ein echter Tiefschlag für jeden Skipper.

Grund genug, sich mit dem Thema Welle einmal gründlicher zu beschäftigen. Wie entstehen sie, was passiert, wenn sie in flaches Wasser laufen, ab wann werden Grundseen wirklich gefährlich? All dies sind Fragen, die in der theoretischen Ausbildung oft zu kurz kommen. Wer dann die nächsten Jahre nur bei Schönwetter segelt, vergisst schnell viel des Grundwissens.

Wie wichtig es aber ist, über Wellen Bescheid zu wissen, zeigen beispielsweise die Erfahrungen einer ganzen Reihe von deutschen Crews beim letzten Middle Sea Race um Sizilien. Dort sahen sich die Teilnehmer nach einem Start bei Flauten im Verlauf des Rennens sechs bis neun Meter hohen Wellen gegenüber.

Wir haben die Crews nach ihren Erfahrungen gefragt und stellen das wichtigste Grundwissen rund um Seegang zusammen. In der neuen YACHT, Ausgabe 9/2015, jetzt am Kiosk.

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