David Ingelfinger
· 12.01.2026
Die Auswahl an Apps reicht von sozialen Netzwerken für Segler bis zum automatisierten Logbuch, samt Schiffsdaten. Vor allem das Angebot der Community-Apps ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Diese Netzwerke leben vom direkten Austausch der Segler untereinander und bieten detaillierte Informationen über Häfen und Buchten.
Die Hafenguide-App ist die digitale Version der renommierten „Havneguiden“-Bücher. Die Anwendung bietet Ortverifizierte Beschreibungen von Experten vor Ort sowie exklusive Hydrographica-Spezialkarten im Maßstab 1:10.000, die selbst kleinste Details im Schärengarten verzeichnen. Ein besonderes Merkmal ist die Foto-Navigation mittels hochauflösender Helikopter-Aufnahmen, in denen Ankerlinien und Gefahrenstellen präzise markiert sind. Aufgrund der hohen Informationsqualität gilt die App für Reviere in Schweden und Norwegen als nahezu alternativlos. Technisch wird die App oft als unhandlich beschrieben. Ein globaler Offline-Modus fehlt, sodass Häfen einzeln gespeichert werden müssen. Zudem beanspruchen die Bildmengen ein hohes Datenvolumen. Das Jahres-Abo kostet etwa 59,00 €, während ein Monats-Zugang für rund 10,00 € verfügbar ist.
Der digitale Törn-Führer Navily hat sich als umfassender digitaler Helfer etabliert und ergänzt oder ersetzt im Mittelmeerraum zunehmend klassische Handbücher. Mit einer Basis von über 300.000 Nutzerbewertungen bietet die App detaillierte Informationen von der Haltequalität von Ankergründen bis zur Lautstärke in den Marinas. Zudem lassen sich Liegeplätze direkt über die Anwendung ohne zusätzliche Gebühren reservieren. In der kostenfreien Basisversion ist die App primär für den Online-Gebrauch in Häfen konzipiert. In der Premium-Version für 29,99 €/Jahr bietet zudem den sogenannte „Schutz-Score“. Dieser berechnet auf Basis von Wind- und Schwellprognosen die Sicherheit eines Liegeplatzes in einer spezifischen Bucht für die kommenden 72 Stunden. Anwender schätzen dieses Tool für eine leichtere Entscheidung bei der Wahl des nächtlichen Ankerplatzes.
Wer in schwedischen Gewässern unterwegs ist, sollte die Skippo-App unbedingt auf dem Schirm haben. Ihr Alleinstellungsmerkmal ist die Integration hochpräziser Hydrographica-Daten, die in vielen internationalen Seekartenwerken nicht enthalten sind. Für das Anlegen in Naturhäfen liefert die App zudem spezifische Hinweise zu Felsenliegeplätzen inklusive einer Einschätzung des Windschutzes. Aufgrund der lokalen Detailtiefe bleibt Skippo das Referenz-Tool für die Navigation und Orientierung in den Schärengärten. Während die reine Planung am PC kostenfrei ist, erfordert die mobile Navigation an Bord ein Abonnement. Das Modell für 2026 ist dreistufig aufgebaut: „Start“ (19,00 €/Jahr), „Smart“ inklusive Offline-Karten (29,00 €/Jahr) und „Premium“ (49,00 €/Jahr) für weiterführende Spezialdaten.
Der Manager für die Niederlande Waterkaarten fungiert als spezialisierter Informationsdienst für die niederländischen Binnen- und Küstengewässer. Die App ermöglicht eine Routenberechnung unter Berücksichtigung von Masthöhe und Tiefgang. Ein technisches Kernmerkmal sind die Live-Daten zu Brücken- und Schleusenöffnungszeiten, wodurch Wartezeiten minimiert werden können. Für Charterer und Eigner im holländischen Revier gilt das System aufgrund der Datenbasis für das komplexe Wasserstraßennetz als Standardwerkzeug. Aber auch für andere Reviere in Nordeuropa kann man hier Seekarten erwerben. Für ein Jahr Nutzung je nach Revier zahlt man ca.55,00€.
Für Segler in Kroatien, Griechenland und der Türkei fungiert mySea als spezialisierter digitaler Revierführer. Die Kernkompetenz der Anwendung liegt in der Echtzeit-Reservierung von Liegeplätzen in Marinas, an Bojenfeldern sowie an Restaurant-Stegen. Ein funktionaler Vorteil für Kroatien-Urlauber ist die Integration von Nationalpark-Tickets (z. B. für die Kornaten), die über die App oft kostengünstiger als vor Ort erworben werden können. Die Nutzung der App ist für Segler kostenfrei, da sich das Modell über Vermittlungsprovisionen der Betreiber finanziert.
Noforeignland verbindet Segler auf der ganzen Welt. Als spendenbasierte Plattform liefert die App Informationen zur Bordlogistik, die in klassischen Kartenplottern selten zu finden sind: von Dinghy-Docks und Trinkwasserstellen bis hin zu Waschsalons und Tankstellen. Über eine interaktive Seekarte lassen sich Profile von über 15.000 Schiffen verfolgen, was die Vernetzung von Gleichgesinnten oder Familiencrews erleichtert. Da alle Daten von der Community stammen, unterliegen sie keiner redaktionellen Prüfung. Die Qualität der Informationen ist daher regional unterschiedlich. Das Projekt ist vollständig kostenlos sowie werbefrei und wird ausschließlich über freiwillige Zuwendungen finanziert.
Die App Nebo modernisiert das Logbuch durch vollständige Automatisierung und eine starke soziale Komponente. Über das Smartphone-GPS oder die Hardware „Nebo Link“ erkennt sie automatisch Fahrtbeginn sowie -ende und erstellt nach jeder Tour einen detaillierten Bericht inklusive Karte, Wetterdaten und Statistiken. Per „Nearby“-Funktion sieht man Nutzer in der Nähe, folgt befreundeten Booten und wird benachrichtigt, wenn diese denselben Hafen anlaufen. Auch die Familie an Land kann Törns in Echtzeit auf einer Karte verfolgen. Während das Tracking per Smartphone kostenlos ist, kostet die Hardware Nebo Link einmalig etwa 160 bis 190 Euro. Für volle Funktionalität ist zudem ein Abo für 12 Euro im Monat (oder 110 Euro/Jahr) nötig. Kritisch angemerkt wird jedoch der hohe Akkuverbrauch bei reiner Smartphone-Nutzung sowie gelegentliche GPS-Ungenauigkeiten bei der Aufzeichnung unter Deck.
Die App Ld-log richtet sich an Minimalisten und Chartersegler, die Wert auf eine saubere Dokumentation ohne Cloud-Zwang legen. Das Prinzip ist denkbar einfach: Die App trackt im Hintergrund per GPS mit und füllt Felder wie Kurs, Position und Geschwindigkeit automatisch aus. Der Skipper muss lediglich Ereignisse wie „Motor an“ oder „Reff 1“ per Fingertipp ergänzen. Am Ende des Törns lässt sich ein PDF exportieren, das das Layout eines offiziellen Papier-Logbuchs besitzt. Mit einem Einmalpreis von 10,90 € ist ld-log eine preiswerte, datenschutzfreundliche Lösung.
Die Logbook Suite von 2K Yachting stellt für Eigner und Langfahrtsegler ein umfassendes Managementsystem dar, das weit über die bloße Törndokumentation hinausgeht. Die Software fungiert als zentrale Instanz für die Schiffsverwaltung, einschließlich Wartungsintervallen, Inventarlisten und Crew-Management. In der Pro-Variante können Logbucheinträge vollautomatisch aus dem NMEA-Bordnetz generiert werden. Kritisch angemerkt wird die fehlende Unterstützung für Android-Endgeräte sowie die Preisgestaltung bei der Nutzung auf mehreren Geräten. Das modulare System beginnt bei 59,00 € für die Lite-Version und kann bei Vollausstattung bis zu 359,00 € kosten.
Der Favorit für die Bordkasse Splid ist ein verbreitetes Werkzeug für die Verwaltung der Bordkasse innerhalb von Crews. Die Anwendung zeichnet sich durch einen minimalistischen Ansatz aus und verzichtet auf eine Registrierungspflicht. Ein wesentliches Merkmal für den Einsatz auf See ist der vollwertige Offline-Modus, der Buchungen auch ohne Netzabdeckung ermöglicht. Besonders geschätzt wird der Verzicht auf ein Abonnement. Während die Basisversion für bis zu zwei Gruppen kostenfrei ist, schaltet das Upgrade auf „Splid Plus“ für eine einmalige Zahlung von 3,99 € den vollen Funktionsumfang dauerhaft frei.
Die kostenlose Splid-Alternative Chippy Split positioniert sich als kostenfreie Lösung für das Crew-Management ohne funktionale Einschränkungen. Die Anwendung erlaubt die Verwaltung beliebig vieler Gruppen und Ausgaben in verschiedenen Währungen, ohne dass eine Registrierung der Nutzer erforderlich ist. Das System bietet eine automatische Schuldenminimierung und eine intuitive Handhabung. Obwohl die App werbefinanziert ist und keinen so tiefgreifenden Offline-Synchronisationsmodus bietet, kann sie für preisbewusste Anwender ein gute Alternative sein.
Airalo verbessert die mobile Konnektivität für Langfahrtsegler, indem der Erwerb lokaler SIM-Karten durch digitale eSIMs ersetzt wird. Sobald das Schiff in Reichweite der Küstenfunkmasten gelangt, aktiviert sich der vorab gebuchte Datentarif automatisch. Im Jahr 2026 beinhalten die „Discover+“-Tarife darüber hinaus globale Rufnummern für SMS und Telefonie. Als technisches Nadelöhr gilt der Aktivierungsprozess, der zwingend eine bestehende Internetverbindung voraussetzt. Die Preise für 1 GB Datenvolumen (7 Tage) liegen 2026 bei etwa 13,50 €, während globale Jahrespakete mit 20 GB für ca. 58,00 € erhältlich sind.
Wer nach mehreren Tagen auf See die Füße vertreten will, findet in Komoot den idealen Begleiter für Erkundungen an Land. Die Stärke liegt in der riesigen Community: Nutzer teilen Highlights wie versteckte Aussichtspunkte oder urige Tavernen, die in keinem klassischen Reiseführer stehen. Für Skipper ist die App wertvoll, weil sie eine verlässliche Navigation abseits asphaltierter Straßen bietet. Während die erste Region kostenlos ist, wird das „Welt-Paket“ für einmalig 29,99 € empfohlen. Das optionale Premium-Abo für ca. 60 € pro Jahr ist für den gelegentlichen Landgang meist verzichtbar.
Knoten 3D zeigt über 200 nautische und allgemeine Knoten in einer flüssigen 3D-Animation. Nutzer können die Perspektive stufenlos drehen, in den Knoten hineinzoomen und das Tempo der Animation bis hin zum Einzelbild reduzieren. Die App benötigt nach dem Download keine Internetverbindung mehr.