Offiziell dürfen die Bewerber um die Austragungsrechte für einen Sailing World Cup die bereits gefallenen Entscheidungen noch nicht kommunizieren. Doch die Isaf selbst hat das Ergebnis bereits auf Ihrer Internetseite veröffentlicht. Dort prangen nach dem Ringen um eine Weltcup-Rolle die Namen der glücklichen Gewinner. Die Regatten im französischen Hyères und im Olympiarevier von Weymouth sind die Sieger im Wettstreit darum, an der Weltserie beteiligt zu sein. Qualifikationsregatten zum Weltcup soll es im Rahmen der spanischen Regatta Princesa Sofía und im holländischen Revier vor Medemblik geben. Damit sind alle namhaften Ausrichter großer europäischer Serien im Skat. Nur Kiel nicht.
Die Enttäuschung darüber ist mindestens so groß wie das Unverständnis über die Entscheidung. Die Isaf, so war aus Kiel zu vernehmen, fühlt sich mit ihrem auf kleine Flotten mit Top-Seglern komprimierten Format womöglich zu klein für die große und imposante Kieler Woche. Gut möglich, dass auch Überschneidungen von Sponsoreninteressen bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben. Die Isaf mag sich gefragt haben, wie sie sich mit dem eigenen Partner Rolex bei der Kieler Woche mit ihrem starken Partner Tutima in Szene hätte setzen sollen.
Während die Entscheidung zugunsten des Klassikers im französischen Hyères noch nachvollziehbar erscheint, ist die Wahl von Weymouth zum zweiten europäischen Weltcup mindestens erstaunlich. Dort herrschten zuletzt laut Küstenklatsch nicht nur seglerisch, sondern auch finanziell flaue Bedingungen. Mit dem Weltcup-Status können die seit ihrer überaus erfolgreichen olympischen Regatta im Jahr 2012 schwächelnden Briten nun im olympischen Segelsport wieder auftrumpfen. Den sehr engagierten Kielern bleibt das vorerst versagt.
"Wir finden, dass wir mit den vom Welt-Seglerverband vorgegebenen Bedingungen gut harmonieren hätten können und sind natürlich enttäuscht", sagte Niko Rickers von der Kieler-Woche-Marketingagentur Point of Sailing. "Natürlich wünschen wir den Siegern viel Glück und schauen nun, wie wir in die Zukunft gehen. Aus Not lässt sich ja auch Tugend machen..." Die Kieler werden voraussichtlich hart daran arbeiten, die europäische Serie Eurosaf weiter zu stärken. Dabei könnte ihnen zugutekommen, dass die beliebte spanische Regatta vor Mallorca auch "nur" als Qualifikationsregatta zum Weltcup ausgewählt wurde und den Rückschlag möglicherweise mit einer Eurosaf-Regatta kompensieren wird und dafür mit den Kielern in ein Boot steigt. Damit hätten die Kieler dann einen starken Partner auf dem Weg zum Ausbau der Eurosaf-Serie.

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