Am 5. Juli war in Kiel der Startschuss gefallen. Von dort nahm die vom britischen World Cruising Club (Ausrichter u.a. der ARC und der World ARC) organisierte Flottille Kurs auf Stralsund, Bornholm, Gotland, Estland, Finnland und die Åland-Inseln, bevor sie schließlich Bullandö im Stockholmer Schärengarten erreichte. Etwa 1000 Seemeilen lagen zwischen Start und Ziel – eine Mischung aus Küsten- und Offshore-Etappen, die mit der rund 200 Seemeilen langen Passage von Bornholm nach Visby ihren längsten Schlag bereithielt.
Doch die ARC Baltic ist weit mehr als eine Aneinanderreihung von Seemeilen. In Stralsund tauchten die Crews bei einem geführten Rundgang in die Geschichte der Hanse ein. Auf Bornholm wartete in Hasle das Sildefest mit Musik, lokalen Spezialitäten und jener herzlichen dänischen Gastfreundschaft, die selbst nach einer Nachtfahrt sofort wieder für gute Laune sorgt. Visby empfing die Segler mit mittelalterlichen Mauern, verwinkelten Gassen und einem Dinner unter historischen Gewölben.
Einer der eindrucksvollsten Momente spielte sich jedoch abseits großer Städte ab: auf Gotska Sandön. Die abgelegene schwedische Insel, Nationalpark und Naturparadies zugleich, bot endlose Sandstrände, stille Kiefernwälder und eine Wildnis, wie sie im dicht besiedelten Europa selten geworden ist. Ein Ort, an dem der Wind nach Salz und Wald duftet und die Zeit für einen Abend stillzustehen scheint.
In Tallinn wurde die mittelalterliche Altstadt erkundet, in Helsinki genossen viele Teilnehmer das urbane Leben am Wasser. Lokale Experten gaben den Crews zudem wertvolle Einblicke in die finnische Schärenwelt. Für Flo Cromheecke-Zipper von der Katamaran-Crew der “SkipperZipper” war Helsinki der Höhepunkt: „Die Orte, die wir besucht haben, waren unglaublich – Helsinki war meine Nummer eins. Wir haben so viele Freunde gefunden.“
Nach dem Schlag nach Mariehamn blieb Zeit für individuelles Erkunden, bevor die Flotte zum gemeinsamen Abendessen in den Åland-Inseln wieder zusammenkam. Das Finale gehörte dem Stockholmer Schärengarten: glatte Granitfelsen, warme Sommerluft und eine von der Rallye-Crew organisierte Grillparty an einer einsamen Natur-Mooring. Zwischen Sonnenuntergang und letzten Gesprächen wurde Bilanz gezogen – über gesegelte Meilen, wechselhaftes Wetter, kleine Herausforderungen und vor allem über neue Freundschaften.
Beim Abschied in Bullandö war denn auch spürbar, was diese Rallye ausmacht: sorgfältig geplante Etappen, faszinierende Ziele und das gute Gefühl, unterwegs nicht allein zu sein. Jake Bloom von der “Makani Olu” brachte es auf den Punkt: „Ich liebe die Ostsee!“ Und Ryan Clarke von der “Fuzzy Duck” lobte besonders die Gemeinschaft und die perfekte Organisation.
Die ARC Baltic 2026 hat eindrucksvoll bewiesen, dass die Ostsee ein erstklassiges Revier für den Sommer ist – abwechslungsreich, geschichtsträchtig und voller überraschender Naturerlebnisse. Wer wissen möchte, wie sich diese Reise angefühlt hat, sollte sich Zeit für die Bildergalerie nehmen: Sie erzählt von weißen Segeln vor tiefblauem Wasser, mittelalterlichen Hafenstädten, stillen Inseln, langen Tafeln und jenem besonderen Leuchten, das nur ein gelungener Törn hinterlässt.
Der World Cruising Club wurde 1987 von Jimmy Cornell gegründet – nach dem Erfolg der ersten Atlantic Rally for Cruisers im Jahr 1986. Nach zwei Eigentümerwechseln wird das Unternehmen heute von Paul und Suzana Tetlow mit einem kleinen, engagierten Team in Cowes (Großbritannien) geführt. Bei den Veranstaltungen werden sie von einem größeren Netzwerk der bekannten „Yellow Shirts“ unterstützt. Unter anderem veranstaltet der WCC folgende Rallyes:

Textchef YACHT
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