Ausgiebig wurde dieser Tage auf St. Lucia gefeiert. Aber auch die eine oder andere wehmutsvolle Träne verdrückt. Hieß es doch, Abschied zu nehmen. Von vielen liebgewonnenen Freunden. Und von vielen tollen Gemeinschaftserlebnissen. Insgesamt 35 Boote waren bei der World ARC 2025-26 dabei, 20 Crews absolvierten die gesamte Weltumsegelung. Die anderen waren unterwegs dazugestoßen. Andere unterbrachen die Tour um die Welt irgendwo in der Südsee oder Australien, um dort ein wenig mehr Zeit zu verbringen und dann erst zur nächsten World-ARC-Flotte wieder dazuzustoßen.
Gut und gerne 26.000 Seemeilen und über 25 Zwischenstopps in 18 verschiedenen Ländern liegen nun hinter den Teilnehmern, die jetzt in St. Lucia das Finale der Rallye absolvierten. Für sie schloss sich der Kreis. Nach dem Überqueren der Ziellinie sagte Alison Farmer, die an Bord des kleinsten Bootes der Flotte, der “Walrus”, einer Hallberg-Rassy 39, segelte: „Als wir die Ziellinie in St. Lucia überquerten, hatten wir gemischte Gefühle. Das vorherrschende Gefühl war Stolz auf das Team und das Boot und dass wir diese unglaubliche Reise gemeistert haben.
In 462 Tagen hatten die Segler drei große Ozeane überquert. „Es gab unzählige besondere Momente während der Reise. Nachtwachen über dem Pazifik, wenn man zu den Sternen aufblickt und die Biolumineszenz im Wasser sehen kann, sind einfach magisch! Aber auch all die verschiedenen Menschen, die wir an den unterschiedlichsten Orten getroffen haben, und die Zugehörigkeit zu dieser Flotte schaffen Erinnerungen für ein ganzes Leben.”
Auf den meisten Etappen segelte kurz nach dem jeweils gemeinsamen Start bald jeder schnell für sich allein. Sichtkontakt zu anderen gab es eher selten, Verbindung hielt man dennoch via Kurzwelle uns Sat-Funk. Im nächsten Etappenhafen fanden dann alle wieder zusammen. Dann war Zeit für vielfältigste Unternehmungen, in der Gruppe oder auf eigene Faust.
Den elf Seemeilen langen Schlussspurt von der Marigot Bay auf St. Lucia zur IGY Rodney Bay Marina im Inselnorden - inklusives eines Abstechers in den Hafen der Hauptstadt Castries - absolvierten dann aber alle gemeinsam. In einem langen Korso ging es an der Westseite St. Lucias entlang, bevor ein Boot nach dem anderen die symbolische Ziellinie überquerte.
Auch Jan Weustink, Skipper der “Mulan”, war begeistert von der gemeinsamen Zeit. Er sagte: „Ich hätte nicht erwartet, dass unter den Seglern so viel Kameradschaft herrscht. Wenn man sich die Flotte ansieht, gibt es hier nur gute Menschen. Das sind die besten Menschen der Welt!“ Und auch von den Organisatoren schwärmt er. Weustink: “Der World Cruising Club war eine große Unterstützung. Er nimmt einem viel Stress bei den Vorbereitungen und der Einreise in die vielen Länder ab, wodurch man an allen Zwischenstopps mehr Zeit hat.“
Bei einem abschließenden Preisverleihungs-Dinner wurden Crews und mehrere einzelne Segler für ihre Beiträge zur Flotte gewürdigt. Etwa für technische Unterstützung anderer Segler oder fürs gesellschaftliche Engagement in den Etappenhäfen.
Mit dabei waren auch acht Kinder unter 16 Jahren, weitere nahmen für kürzere Zeiträume teil. Gerade diese jungen Segler haben während der Reise Erinnerungen fürs Leben gesammelt. In vergleichsweise kurzer Zeit erhielten sie Einblicke in eine Fülle unterschiedlichster Kulturen.
Paul Tetlow, Geschäftsführer des World Cruising Club, sagte: „Die Preisverleihung der World ARC 2025–2026 markiert das Ende eines epischen Abenteuers rund um die Welt und eine seglerische Leistung, die nur wenige Menschen jemals vollbringen.” Und weiter: “Abgesehen von den zurückgelegten Seemeilen werden Erinnerungen für ein ganzes Leben gesammelt und Freundschaften geschlossen, die weit über die Ziellinie in St. Lucia hinaus Bestand haben werden.”
Da die Segler aus unterschiedlichsten Ländern stammen, werden die Yachten nun in verschiedene Richtungen aufbrechen, um ihre jeweiligen Heimathäfen anzusteuern. Oder aber, um ins nächste Abenteuer zu starten.
Es muss ja nicht immer gleich die Welt sein. Wie wäre es für den Anfang mit einer Atlantikpassage? Infos und Berichte zur ARC:

Textchef YACHT