AbenteuerAuf Amundsens Spuren

Pascal Schürmann

 · 17.12.2018

Abenteuer: Auf Amundsens SpurenFoto: Wolfgang Slanec

Bären, Treibeis und arktische Kälte – zwei Crews, die die berüchtigte Nordwest-Passage befahren haben, berichten von ihren spannenden Törns im hohen Norden

Der norwegische Polarforscher Roald Amundsen war der erste, dem die komplette Fahrt von Grönland entlang der kanadischen Nordküste gen Westen gelang. Von 1903 bis 1906 segelte er mit der "Gjøa" auf der von John Rae entdeckten Route durch die Ross Strait, Rae Strait und Simpson Strait.

Lange Zeit schafften es nur wenige wagemutige Seefahrer, Amundsens Leistung zu wiederholen. Das hat sich insbesondere in den zurückliegenden ein, zwei Jahrzehnten geändert. Zwar kann man noch nicht von einem Ansturm auf die Nordwest-Passage reden. Doch Jahr für Jahr versuchen sich mittlerweile rund zwei Dutzend Yachtcrews daran, vom Nordatlantik in den Nordpazifik beziehungsweise in der Gegenrichtung vom Nordpazifik in den Nordatlantik zu gelangen.

Unter ihnen waren jüngst Heide und Erich Wilts mit ihrer "Freydis", Jimmy Cornell mit seiner "Aventura IV" oder auch Susanne Huber-Curphey mit ihrer "Nehaj". Und auch die "Seenomaden", die österreichischen Langfahrer Doris Renoldner und Wolfgang Slanec, waren mit ihrer "Nomad" in der Nordwest-Passage. Die beiden erkundeten den Seeweg gleich zwei Sommer lang. Den Winter 2016/17 ließen sie ihre Yacht am Mackenzie River.

Über ihre Erlebnisse und Begegnungen haben die Seenomaden einen packenden Reisebericht geschrieben, nachzulesen in der neuen YACHT (Heft 1/2019, ab sofort im Zeitschriftenhandel, im Delius-Klasing-Shop und als Digitalausgabe erhältlich).

In diesem Sommer hat die Nordwest-Passage dann gezeigt, dass sie nach wie vor zu Recht als einer der gefährlichsten Seewege der Welt gilt – und dass es keinesfalls selbstverständlich ist, dass als Folge des Klimawandels dort oben am Rande der Arktis nun jedes Jahr das Eis tatsächlich schmilzt. Von 22 Yachten, die im Sommer 2018 die Passage befahren wollten, haben es nur zwei geschafft. Alle anderen mussten umkehren, und eine Crew verlor gar ihr Schiff im Eis.

Die, die es geschafft haben, waren die "Infinity" des selbsternannten "Seezigeuners" Clemens Oestreich, der mit seiner Familie und mehreren Mitseglern vom Pazifik kommend in den Atlantik segelte. Und der Münchener Thomas Grothe. Er war mit zwei Mitseglern von Grönland aus gestartet und musste unter anderem eine zehntägige Drift in einem Treibeisfeld überstehen.

Im Interview, dass gleichfalls in der neuen YACHT steht, erzählt Grothe, weshalb und wie ihm die Passagenfahrt gelungen ist und wie er und seine Crew die Tage, an denen sie im Eis gefangen waren, erlebt haben.

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