Spanien

Golf von Cadiz: Nach Orca-Angriffen: Sperrzone vor Südspanien

Fabian Boerger

 · 07.08.2021

Golf von Cadiz: Nach Orca-Angriffen: Sperrzone vor SüdspanienFoto: Tim Cole/Unsplash

Immer öfter attackieren Schwertwale vor der iberischen Küste Yachten. Nun sperrt die spanische Regierung ein besonders betroffenes Gebiet erneut für Segler

Die Zahl der Vorfälle steigt wieder, bei denen Orcas nördlich der Straße von Gibraltar Segelschiffe bedrängen und beschädigen. Betroffen sind in den meisten Fällen Segelboote mit einer Länge bis 15 Meter. Sie werden von den Walen gerammt und die Ruderblätter massiv beschädigt.

Nun zieht die spanische Regierung in einem besonders betroffenen Gebiet an der Costa de la Luz im Süden des Landes die Reißleine – zum wiederholten Mal. Bereits Ende September vergangenen Jahres sperrte sie ein Gebiet für Segelschiffe unter 15 Meter. Damals war allerdings die Küste Galiciens im Nordwesten Spaniens betroffen.

  Das Seegebiet vor der Küste der südspanischen Stadt Barbate ist für Segelboote unter 15 Meter Länge in den nächsten Wochen tabuFoto: GT Orca Atlantica/www.orcaiberia.org
Das Seegebiet vor der Küste der südspanischen Stadt Barbate ist für Segelboote unter 15 Meter Länge in den nächsten Wochen tabu

Die Sperrung, die seit dem 4. August in Kraft ist, gilt in dem Gebiet zwei bis neun Seemeilen vor der Küste zwischen dem Cape Trafalgar und dem südspanischen Hafenort Barbate. Das spanische Verkehrsministerium hat jüngst eine entsprechende Mitteilung veröffentlicht. Demnach ist es verboten, das Gebiet – unter Segeln oder unter Motor – zu durchfahren oder dort zu ankern. Die Sperrung bleibe vorerst bis zum 20. August 2021 bestehen, heißt es. Sie könne jederzeit verlängert oder verkürzt werden.

Ausnahmen gibt es für jene Yachten, die Häfen verlassen oder anlaufen müssen, die nur durch das Sperrgebiet zu erreichen sind. Sie dürfen das Gebiet per Motor und auf dem kürzest möglichen Weg passieren. Schiffe über 15 Meter sind angehalten, ausschließlich unter Motor das Gebiet zu durchfahren.

Die erste Begegnung dieser Art, bei der Yachten durch die Wale angegangen wurden, habe es in diesem Jahr bereits Ende März gegeben. Seither seien laut Ministerium in diesem Jahr rund 56 Vorfälle der eigens eingerichteten wissenschaftlichen Arbeitsgruppe "Orca Atlantica" gemeldet worden. 25 Schiffe hätten bisher von den spanischen Seenotrettern in den Hafen geschleppt werden müssen.

Bereits im vergangenen Jahr sorgten Orca-Angriffe für reichlich Wirbel. Was Segler nun aber vor der südspanischen Küste erleben, beobachten internationale Wissenschaftler mit großer Sorge. „Es ist ein ungewöhnliches Verhalten der Tiere, bei dem bislang hauptsächlich Jungtiere beteiligt waren“, sagt Elke Burkhardt vom Alfred-Wegener-Institut. Zu Beginn der Beobachtungen hätte es viele Hypothesen für das Verhalten gegeben. Alle seien jedoch ohne klare Beweise geblieben, so die Meeresbiologin.

Wie betroffene Segler die Vorfälle erlebten und was Wissenschaftler zu dem rätselhaften Verhalten der Wale sagen, das lesen Sie in YACHT 18/2021, die am 25. August erscheint.

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