SchwedenGöta-Kanal steht hoch im Kurs

Pascal Schürmann

 · 23.10.2011

Schweden: Göta-Kanal steht hoch im KursFoto: AB Göta Kanalbolaget

In diesem Jahr haben so viele Freizeitboote aus Deutschland wie noch nie die schwedische Wasserstraße befahren. Die Kanalbilanz 2011

Exakt 275 Motor- und Segelboote hat die Kanalgesellschaft in der abgelaufenen Saison gezählt, die am Heck die schwarz-rot-goldene Nationale gesetzt hatten. Das ist ein neuer Rekord. Gegenüber dem Vorjahr betrug die Steigerung drei Prozent.

Insgesamt haben 2.500 Freizeitboote die Wasserstraße zwischen Mem an der Ostsee und Sjötorp am Vätternsee befahren, die in Verbindung mit dem Vänernsee und dem Trollhätte-Kanal bis nach Göteborg führt. 743 Boote davon kamen aus dem Ausland.

Damit stellen deutsche Crews mit einem Anteil von 37 Prozent hinter den Schweden die zweitstärkste Nutzergruppe des Kanals. Danach folgen die Dänen mit einem Anteil von 22 Prozent.

Seit dem 2. Oktober ist die unter Denkmalschutz stehende, 190 Kilometer lange Wasserstraße nun in der Winterpause, bis zum kommenden Frühjahr bleiben die Tore der 58 Schleusen für fünf Monate geschlossen.

Impressionen vom Göta-Kanal
Foto: AB Göta Kanalbolaget

Der Winter wird für die Wartung der gut 200 Jahre alten Technik – Baubeginn war der 24. Mai 1810, Eröffnung der 26. September 1832 – genutzt. Das eine oder andere Schleusentor muss beispielsweise repariert werden. Dafür notwendiges Holz kommt aus eigenen Wäldern der Kanalgesellschaft. Schon beim Bau des Kanals waren Kiefern gepflanzt worden, die später einmal als Baumaterial dienen sollten.

Konkret baut die Kanalgesellschaft in diesem Winter neue Tore für drei Schleusen. Dabei richten sich die Ingenieure nach den alten Konstruktionsplänen. Acht bis zehn Tonnen wiegt dabei allein ein Flügel eines Schleusentors.

Auch die Kaimauern aus Granit, bis vor wenigen Jahren noch ohne nennenswerten Reparaturbedarf, sind inzwischen in die Jahre gekommen. An einigen Stellen werden Instandhaltungsarbeiten erforderlich sein.

Für die Berufsschifffahrt ist der Kanal ohne Bedeutung. Das war selbst in der Vergangenheit nicht viel anders. Eigentlich als Abkürzung für Transporte von der Ostsee an die Kattegat-Küste gedacht, lief die Eisenbahn nur wenige Jahrzehnte nach der Kanaleröffnung dem Wasserweg schon den Rang ab.

Für die Freizeitschifffahrt öffnet der Göta-Kanal 2012 voraussichtlich wieder am 2. Mai die Tore.

Meistgelesene Artikel