Antonia von Lamezan
· 31.07.2026
Was macht man, wenn ein Lebenstraum plötzlich ins Wanken gerät und sich fast zeitgleich eine ganz andere, nicht weniger große Chance auftut? In dieser Folge spricht Host Timm Kruse mit Laura Pukropski, die mit gerade einmal 24 Jahren eine Segelschule übernommen hat: Ausgerechnet jene, in der sie selbst als Jugendliche ihre ersten Erfahrungen als Segellehrerin auf dem Wasser sammelte.
Pukropskis Weg ist ungewöhnlich. Sie war als Leistungssportlerin im Segeln aktiv, gehörte zum Nationalkader und hatte ihre sportliche Zukunft fest im Blick. Doch dann kam es anders als geplant. Förderstrukturen brachen weg, die Perspektive auf den Spitzensport veränderte sich abrupt. Ausgerechnet in diesem Moment wurde aus einem lange gehegten Kindheitstraum ein konkretes unternehmerisches Projekt. Statt aufzugeben, entschied sich Pukropski für einen Neuanfang auf dem Wasser: Diesmal nicht als Regattaseglerin, sondern als Unternehmerin.
Im YACHT-Podcast erzählt Laura Pukropski, wie eng ihre Geschichte mit „ihrer“ Segelschule verbunden ist. Schon mit 13 Jahren war sie dort tätig, aus dem Ferienjob wurde über die Jahre immer mehr Verantwortung. Bereits vor drei Jahren übernahm Laura nach und nach die Leitung der Segelschule, als die Vorbesitzer altersbedingt abgeben mussten. Im Jahr 2026 kaufte sie schließlich die Segelschule, die sie nicht nur weiterführen, sondern neu ausrichten will. Dabei geht es um die größere Frage, was Segeln eigentlich sein kann: niedrigschwelliger, offener und näher an den Menschen, die bislang vielleicht nie Berührung mit diesem Sport hatten.
Darin liegt ein spannender Aspekt dieser Folge: Pukropski beschreibt Segeln nicht als exklusives Milieu, sondern als Erfahrungsraum, der viel mehr Menschen offenstehen sollte. Sie spricht darüber, warum günstige Einstiegsangebote wichtig sind und weshalb sie selbst ein Beispiel dafür ist, dass man nicht aus einer Seglerfamilie kommen muss, um in diesem Sport seinen Platz zu finden.
Die Episode handelt von Verantwortung, Belastbarkeit und der Frage, wie man mit Anfang 20 eine Führungsrolle übernimmt: In einer Branche, in der Erfahrung, Autorität und Tradition eng miteinander verknüpft sind. Pukropski spricht offen darüber, wie es ist, als junge Frau Chefin zu sein, Entscheidungen zu treffen, Mitarbeitende und Gäste zu führen und sich dabei auch gegen Zweifel und Vorurteile zu behaupten.
Zugleich wird deutlich, dass diese Herausforderungen sie nicht abschrecken, sondern dass sie große Pläne hat. Die Seglerin möchte Inklusion auf dem Wasser fördern, Begegnungen und eine Gemeinschaft schaffen und einen Ort, der mehr sein soll als eine Station auf dem Weg zum nächsten Schein. Sie verrät, wie ihre Vision aussieht.
Die Folge beschreibt Laura Pukropski als jemanden, der früh Verantwortung übernimmt und dabei durchaus weiß, wie viel Risiko in einer solchen Entscheidung steckt. Einerseits stellen Kredite, das hohe Arbeitspensum und die Realität eines Saisongeschäfts eine Belastung dar, andererseits ist da starker familiären Rückhalt, große Motivation und Optimismus.
Wer hören möchte, wie aus einer jungen Kaderseglerin eine Unternehmerin wurde, warum Mut manchmal wichtiger ist als perfekte Planung und welche Zukunftsideen hinter ihrer Arbeit stehen, findet in dieser Episode eine ebenso persönliche wie spannende Geschichte aus der Welt des Segelns.
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