CharternPreisexplosion: 7 Tipps, wie der Urlaub an der Adria bezahlbar bleibt

Thomas Käsbohrer

 · 01.06.2022

Chartern: Preisexplosion: 7 Tipps, wie der Urlaub an der Adria bezahlbar bleibtFoto: Thomas Käsbohrer

Die kroatischen Marinas erhöhen die Preise. Wo es nun teuer wird, und wie sich die Bordkasse schonen lässt, verrät der YACHT-Report hier

Die YACHT hat sich die aktuellen Preise für Gastliegeplätze von etwa 60 kroatischen Marinas genauer angeschaut. Wir stellen fest: eine durchschnittliche Erhöhung von knapp neun Prozent. Nicht der Rede wert, möchte man meinen, liegt dies doch im Rahmen der aktuellen Inflationsrate, die auch im Land an der Adria nach oben geht. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit.

Crews, die 2022 zwischen Umag im Norden und Dubrovnik im Süden preisbewusst auf Törn gehen möchten, sollten aufpassen, wo sie festmachen. Einzelne und insbesondere die immer schon hochpreisigen Marinas verlangen in dieser Saison gegenüber dem Vorjahr teils um 15 bis 20 Prozent mehr Geld. Und nicht nur das.

Vielerorts sind die günstigeren Preise in der Vor- und Nachsaison ganz oder teilweise gestrichen worden. Stattdessen ist die Hauptsaison kurzerhand beispielsweise von der ACI-Marina-Kette in fast allen ihrer 22 Häfen vom 1. April bis zum 15. Oktober ausgedehnt worden, also auf stolze sechseinhalb Monate. Echte Nebensaisonpreise gibt es dort praktisch nur noch im Winterhalbjahr.

Dem Revier fernbleiben muss dennoch niemand. Wer geschickt plant und die folgenden 7 Punkte beachtet, kann weiterhin zu vernünftigen Kosten in Kroatien segeln.

1. Schneller Preis-Check

Der Durchschnittspreis liegt gemittelt über die erfassten Marinas unter acht Euro je Meter Schiffslänge. Das heißt, für ein gängiges 45-Fuß-Schiff (knapp 14 Meter) sollte die Nacht nicht mehr als 112 Euro kosten. Wird deutlich mehr verlangt, dann wenn möglich einen anderen Hafen ansteuern.

2. Nord-Süd-Gefälle

Die Häfen im Süden des Landes sind seit Jahren teurer als die im Norden. Dieser Unterschied wird 2022 noch zunehmen. Für unser 45-Fuß-Schiff werden in Südkroatien durchschnittlich 117 Euro pro Nacht und damit 17 Euro mehr als im Norden aufgerufen. Wer sparen will, könnte also Süddalmatien meiden und stattdessen auf Istrien oder die nördlichen Inseln ausweichen.

3. Kosten und Leistung

In den Liegeplatzpreisen sind manchmal andere Kosten bereits enthalten, aber eben nicht immer. Also genau vergleichen! So bezahlt man etwa im vordergründig teuersten Hafen, dem Port Veli Brijun, die vor Ort fälligen Nationalparkgebühren für zehn Crewmitglieder gleich mit. Für große Crews mit Kindern wird damit der besuchenswerte Insel-Nationalpark samt Liegeplatz fast schon zum Schnäppchen. Leider ist Port Veli Brijun eine Ausnahme. Solch eine Nationalpark-Kombi gibt es in den anderen sechs Marinas nicht, die sich in der Liste unter den teuersten Anbietern finden.

4. Bootsgröße

Überproportional klettern die Preise in der Regel für über 50 Fuß große Yachten und Katamarane. Wer auf zwei Rümpfen unterwegs ist, muss mit Aufschlägen von 50 Prozent, manchmal gar 100 Prozent rechnen. Dessen sollte sich die Crew bei der Wahl der Charteryacht bewusst sein. Im Zweifel vielleicht doch lieber eine Yacht wählen, die eine Nummer kleiner ist.

5. Billiger ist nicht schlechter

Besonders am Beispiel Rovinj sieht man, dass die Preisunterschiede im Extremfall über 100 Euro pro Nacht ausmachen können, zieht man die vor Rovinj gelegenen Marinas in Novigrad oder Funtana als Alternativen in Betracht. Dabei gilt: Die preiswerten Häfen sind bezüglich ihres Angebots meist nicht schlechter zu bewerten als die teuren. Sie liegen manchmal lediglich wenige Seemeilen abseits der großen Törnziele beziehungsweise der Haupt-Segelrouten.

6. Teure Marina-Ketten

Von Ausnahmen abgesehen, positionieren sich große Marinabetreiber wie D-Marin oder die ACI-Gruppe eher im hochpreisigen Bereich. Anders die meisten eigenständig geführten Häfen. Es ist kein Zufall, dass sich unter den zehn teuersten kroatischen Marinas gleich sieben ACI-Marinas befinden und in der Gruppe der günstigsten keine. Dort bleiben die Unabhängigen unter sich.

7. Alternativen

Preiswerter ist die Nacht statt in einer kommerziellen Marina meist in einem kommunalen Hafen oder im Bojenfeld. Oder man macht kostenlos an einem der vielen Restaurantstege fest, falls man eh vorhat, dort essen zu gehen. Unschlagbar günstigste Alternative ist hingegen, den Anker in der nächsten geschützten Buch fallen zu lassen.

Die teuersten Marinas*

  • Port Veli Brijun/Brioni-Inseln: 260 €
  • ACI Marina Rovinj: 182 €
  • ACI Marina Split (inkl. 10 % Wochenend-Zuschlag): 163 €
  • ACI Marina Dubrovnik (inkl. 30 % Wochenend-Zuschlag): 149 €
  • ACI Marina Trogir: 136 €
  • ACI Marina Slano: 130 €
  • ACI Marina Palmizana: 128 €

Die günstigsten Marinas*

  • Steganlage Marina Porto Rosso/Lastovo: 40 €
  • Marina Pirovac bei Murter: 59 €
  • Mitan Marina Muroskva: 65 €
  • Adriatiq Marina Kremik bei Primosten: 68 €
  • Marina Veli Iz westlich von Zadar: 70 €
  • Marina Funtana/Istrien: 75 €
  • Marina Nautica Novigrad: 75 €

* Preise für ein 45-Fuß-Schiff je Nacht

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