Ab ins Museum!Maritime Ausstellungen – Tipps für den Landgang

Ursula Meer

 · 29.03.2022

Ab ins Museum!: Maritime Ausstellungen – Tipps für den LandgangFoto: Jochen Peschke

Schietwetter? Hafentag? Das muss nicht langweilig werden! In Museen von Föhr bis Meran gibt es in diesem Sommer für kleine und große Entdecker viel zu sehen

Die Seefahrt ist faszinierend, spannend ist auch der Blick auf das Leben an der Küste. Museen an der Nordsee, in Bremen und sogar in Meran erzählen in ganz unterschiedlichen Ausstellungen von der Geschichte und den Geschichten auf See und an Land.

Navigation für die Lütten

Wie bringt man ein Schiff mithilfe des Polarsterns auf Kurs oder bestimmt mit einem Sextanten den Standort? Antworten auf diese und andere Fragen gibt das Bremer Focke-Museum in einer Ausstellung zum Mitmachen und Ausprobieren für Kinder und Jugendliche ab acht Jahren.

  Wie kommen wir von hier nach dort? Spielerisch finden sich die Kinder im Focke-Museum zurechtFoto: Focke Museum/Martin Luther
Wie kommen wir von hier nach dort? Spielerisch finden sich die Kinder im Focke-Museum zurecht

Kleine Navigatoren können an sechs Stationen verschiedene Arten der Orientierung ausprobieren, von der Kartenarbeit bis zur Navigation mittels Gehör. Begleitet wird das Mitmachprogramm von Geschichten rund um das Thema Navigation: über das geheimnisvolle Bermuda-Dreieck, verschwundene Inseln und einsame Leuchttürme, aber auch über Handelsrouten der Hanse quer durch ganz Europa. Ein mittelalterlicher Steuermann, eine Astronautin, ein Storch und eine Weltumseglerin helfen dabei, Aufgaben in der Ausstellung zu lösen. Sie geben nützliche und lustige Tipps zu Orientierung und Navigation im Alltag.

Die Sonderausstellung „Von hier nach dort“ ist vom 13. März bis zum 25. September 2022 im Focke-Museum – Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte zu sehen

Neben der Ausstellung gibt es eine Webseite mit Navigation zum Mitmachen für Schulklassen oder Kindergruppen. Wer schon immer mal ein Astrolabium bauen wollte, findet hier eine Bastelvorlage.

400 Jahre Hafen Vegesack

Der Museumshaven Vegesack wird in diesem Jahr 400 Jahre alt. Er ist damit der älteste künstlich angelegte Hafen Deutschlands. Das feiert die Stadt in Bremens Norden das ganze Jahr hindurch. Neben Shows und Konzerten werfen unter anderem zwei Ausstellungen einen Blick auf die Stadt und den Hafen.

Noch bis zum 24 April ist im Overbeck-Museum die Ausstellung „Vegesack, du schönes Städtchen“ gratis zu sehen. Die Malerin und Autorin Heide Marie Voigt präsentiert Streifzüge durch den Bremer Norden. Neben ihren zeitgenössischen Skizzen zeigt das Museum auch die schönsten Motive aus Vegesack und Umgebung von Fritz und Hermine Overbeck. Die Landschaftsmaler gehörten zu den Gründern der Worpsweder Künstlerkolonie.

Die bewegte Geschichte des Vegesacker Hafens lässt eine Ausstellung des Heimatvereins Schloss Schönebeck vom 30.04. bis 28.08.2022 Revue passieren.

Wer nicht nur schauen, sondern auch mitfeiern möchte, findet hier das ganze Programm rund um den Hafengeburtstag.

Nichts los in Nordfriesland? Von wegen!

„Eine Insel ist doch langweilig. Da ist nichts los. Da kann man doch nur im Sommer Spaß haben. Die sind dort bestimmt alle voll wortkarg, typisch norddeutsch. Überall nur Meer, das ist doch total eintönig, oder?“ Diese und andere Kommentare kennen die Föhrer Jugendlichen zur Genüge.

  Floorball spielen am Südstrand auf Föhr – die Ausstellung "Inseljugend" zeigt Szenen von Zusammenhalt...Foto: ANDREAS JORNS
Floorball spielen am Südstrand auf Föhr – die Ausstellung "Inseljugend" zeigt Szenen von Zusammenhalt...

Ihre Antwort darauf hat der Fotograf Andreas Jorns zwei Winter hindurch mit der Kamera eingefangen. Er begleitete die Jugendlichen in der Schule und in der Freizeit. In Fahrradweite vom Hafen Wyk auf Föhr liegt das „Museum der Westküste“, in dem seine Ausstellung „Inseljugend“ die jungen Föhrer am Strand und beim Sport, in ihren Vereinen und Zuhause zeigt. Dass das alles andere als langweilig ist, ist noch bis zum 27. November zu sehen.

  ... und Traditionsbewusstsein unter den Jugendlichen auf FöhrFoto: Andreas Jorns
... und Traditionsbewusstsein unter den Jugendlichen auf Föhr

Wer vorab schon einmal luschern möchte, kann das mittels eines virtuellen Rundgangs tun: MKdW-3D.

Ganz in Hafennähe finden sich in einer Satellitenausstellung in der stattBAR in Wyk auf Föhr Kontaktabzüge und Making-of-Aufnahmen, die Einblicke in die Arbeitsweise des Fotografen gewähren.

"Die letzten Wikinger fahren in der Hochseefischerei"

Mit dieser Werbung lockte der Verband der Hochseefischer in den 1960er Jahren junge Männer als Arbeitskräfte an Bord der Fangschiffe. Damit begann auch in der Geschichte Cuxhavens ein Wandel: Nicht mehr vor der Haustür, sondern im Nordatlantik, nicht auf Kuttern, sondern auf Schiffen, die Fangfabriken glichen, fischten die Männer der Stadt. Sie waren monatelang unterwegs.

  Wenn die Sonne mal nicht scheint im Seglerhafen von Cuxhaven, lohnt sich ein Besuch im nur gut 20 Gehminuten entfernten Museum "Windstärke 10"Foto: Stadt Cuxhaven
Wenn die Sonne mal nicht scheint im Seglerhafen von Cuxhaven, lohnt sich ein Besuch im nur gut 20 Gehminuten entfernten Museum "Windstärke 10"

Mit anschaulichen Inszenierungen, authentischen Exponaten und zahlreichen Fotos wirft das Museum „Windstärke 10“ einen Blick auf die Zeit des Umbruchs in Cuxhavens Fischerei von 1960 bis 1990. Die Ausstellung ist noch bis zum 30. 10. 2022 geöffnet.

Tirols Beitrag zum „Unternehmen Weltumsegelung“

Zugegeben, für einen Landgang liegt Meran etwas zu weit weg vom nächsten Hafen – aber mitten im maritimen Weltgeschehen mit der Ausstellung "Global 500":

Gut 500 Jahre liegt die erste Weltumsegelung zurück, zu der einst Ferdinand Magellan aufgebrochen war. Das Landesmuseum Schloss Tirol würdigt das geschichtliche Ereignis in einer Kunstinstallation des Bildhauers und Holzschnitzers Lois Fasching. Zudem zeigt es die signifikantesten Weltkarten und Reiseberichte aus regionalen Bibliotheken. An ihnen lässt sich nachvollziehen, wie jeder weiße Fleck auf der Landkarte binnen fünf Jahrhunderten gefüllt wurde: ein Erkundungsgang durch das Phänomen Globalisierung, festgemacht an historischen Figuren, den alten historischen Karten und dem künstlerischen Umgang mit einem beständig sich verändernden Welt(karten)bild.

Die Ausstellung "Global 500 – von der Umsegelung der Erde zur Wahrnehmung des Globalen" findet vom 26. März bis 5. Juni 2022 im Schloss Tirol in Meran statt.

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