Lindesnes ist der südlichste Punkt des norwegischen Festlands. Für die Schifffahrt entlang der Küste des ohnehin berüchtigten Skagerraks war das vorspringende Kap zwar einerseits wichtige Landmarke, gleichzeitig aber auch tödliche Gefahr. Aus diesem Grund wurde hier bereits 1656 ein Feuer angezündet - das älteste des Landes.
Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich die Station mehrfach, Kohle wurde durch Paraffin abgelöst, die Elektrifizierung erfolgte 1950. Auch der Feuerträger selbst wurde mehrfach neugebaut, beginnend mit einer einfachen Holzkonstruktion bis zum heutigen weißen Turm aus Gusseisen von 1915 mit seiner Fresnel-Linse erster Ordnung im roten Laternenhaus. 2003 wurde Lindesnes fyr automatisiert – dennoch kümmern sich bis heute noch zwei Leuchtturmwärter um die Anlage. Einmalig in Norwegen.
Das Lindesnes Leuchtfeuermuseum (Lindesnes fyrmuseum) informiert nicht nur über die lange Geschichte, die Technik und das Leben an Leuchtfeuerstation am südlichsten Punkt Norwegens, sondern auch über die Kultur entlang der Küste von Sørlandet, seinem südlichsten Landesteil. Der Leuchtturm selbst steht Besuchern offen. Das Gelände ermöglicht großartige Aussicht auf die Küste zu beiden Seiten.
Der Gästehafen von Båly ist der beste Ausgangspunkt für den lohnenden Ausflug zum rund zwölf Kilometer entfernten Kap – etwa mit dem Linienbus. Von der Haltestelle ist es selbst zu Fuß dann nicht mehr weit, bis das Land endet und der Horizont beginnt. Er liegt zugleich am westlichen Ende des erst 2007 eröffneten 500 Meter langen Kanals von Spangereid.
Der wurde durch den Fels gesprengt, um quer durch die Basis der Halbinsel eine geschützte Alternative zur seeseitigen Passage zu schaffen - und das Problem der häufig tückischen Verhältnisse vor dem Kap im wahrsten Sinne zu umgehen. Allerdings nur für kleine Fahrzeuge: Die maximale Tiefe beträgt zwei Meter, die Durchfahrtshöhe vier Meter.

Ressortleiter Reise