RechtNeuer Bußgeldkatalog in Holland

Alexander Worms

 · 05.01.2014

Recht: Neuer Bußgeldkatalog in HollandFoto: By Joost J. Bakker from IJmuiden [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

An sich ist das Nachbarland ein attraktives Segelrevier. Nur bei Übertretungen verstehen die Niederländer keinen Spaß. Die neuen Gebühren

Zugegeben: Vornehmlich hat es die Wasserschutzpolizei auf schnelle Motorboote abgesehen. Da gibt es für Geschwindigkeitsübertretungen teils deftige Strafen. Allerdings beginnt die Strafe für alle Boote ab dem ersten km/h, den man zu schnell fährt, mit 90 Euro Buße. Wer also mit 5,5 Knoten durch ein 9 km/h-Gebiet „rast" , ist mit dabei. Mehr als 6 km/h zu schnell kosten gleich 130 Euro.

Auch ein Beibötchen mit Außenborder kann in den Fokus der Herren in Blau geraten. Ein fehlender Notstopp oder die nicht angelegte Reißleine (Dodemansknop) kosten je 230 Euro. Den gleichen Betrag zahlt, wer segelt, wo das verboten ist. Etwa auf Teilen des Prinses-Magriet-Kanals in Friesland oder auf der IJ in Amsterdam. Ebenfalls 230 Euro zahlt, wer Sog- und Wellenschlag verursacht, wo das nicht erlaubt ist, wer überholt oder anlegt in Verbotsgebieten. Genauso belegt ist das Durchfahren einer Brücke oder das Einfahren in eine Schleuse, wenn das noch nicht erlaubt ist, etwa wenn der Schleusenwärter trotz grüner Ampel andere Anweisungen gegeben hat.

Noch mal zum Thema Beiboot: Kommt das mit dem leichten Nachwuchs an Bord ins Gleiten und fährt somit schneller als 20 km/h, gilt es als schnelles Motorboot. Dann darf es nur von Menschen über 18 Jahren mit Führerschein bewegt werden. Zudem muss es registriert sein. Wer das nicht beachtet, ist mit 550 Euro dabei wegen Fahrens ohne Erlaubnis.

Auch der UKW-Funk an Bord, das Marifoon, wird genauer kontrolliert. Ist eins installiert und hat niemand an Bord den Marifoonbewijs, also das UBI (Binnen, also auch IJsselmeer und Wattensee) oder das SRC auf See, so kostet das 250 Euro. 230 Euro werden fällig, wenn man trotz Gerät an Bord in den Gebieten, wo es vorgeschrieben ist (rot-weißes Schild mit Inschrift „VHF Kanalnummer"), nicht hörbereit ist. Ebenfalls teuer ist es, das Gerät nicht korrekt zu verwenden, also etwa ohne MMSI oder ATIS-Kennung zu funken. 280 Euro sind dann fällig.

Generell offen bleibt das Bußgeld bei Alkoholvergehen. Wer am Ruder mit mehr als 0,5 Promille angetroffen wird, zahlt. Die Höhe des Betrages hängt von den Umständen und dem Alkoholgehalt im Blut ab. Da wird eine erkleckliche Summe fällig werden.

Trotz aller Bußgelder: Die Niederlande bleiben ein schönes Segelrevier. Denn schließlich sollen die Regeln dazu beitragen, dass alle Wassersportler sicher und möglichst ungestört ihrem Hobby nachgehen können.

Meistgelesene Artikel