KNRMSeenotrettung in den Niederlanden - was deutsche Skipper wissen sollten

Christian Tiedt

 · 11.02.2026

KNRM: Seenotrettung in den Niederlanden - was deutsche Skipper wissen solltenFoto: KNRM; Mario Rentmeester
Rettungseinsatz der KNRM für eine gestrandete Segelyacht.
​In den Niederlanden kümmert sich die KNRM um die Nothilfe entlang der Küsten von Nordsee und Binnenrevieren. Wie sagen, was deutsche Skipper dort im Alarmierungsfall wissen sollen - und wo die Unterschiede zur Seenotrettung in Deutschland liegen.

Text: Jörg Müller-Dünow

Auch die Niederlande verfügen mit der Königlichen Rettungsgesellschaft (KNRM) über einen freiwilligen Dienst zur Hilfe in Notsituationen auf See, mit einem dichten Netz an Stationen und einer umfangreichen Flotte an Spezialfahrzeugen – sehr ähnlich der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Wie die KNRM für den Einsatz aufgestellt ist und arbeitet, lesen Sie hier.

Der wichtigster Unterschied zur Seenotrettung in Deutschland: In den Niederlanden läuft im Ernstfall alles über die Nederlandse Kustwacht. Der stets kostenlose Rettungsdienst wird von dort aus alarmiert und koordiniert.



Alarmierung der KNRM

  • Standard ist der Notruf bei Den Helder Res­cue über VHF-Kanal 16 bzw. DSC. Die Küstenwache koordiniert KNRM-Rettungsboote, Helikopter und andere Einheiten.
  • Alternativ kann die Küstenwache telefonisch unter +31/889 58 40 40 alarmiert werden. Auch die 112 funktioniert.
  • Für medizinische Probleme an Bord ist der Radio Medische Dienst (RMD) der KNRM da. In lebensbedrohlichen Situationen erfolgt auch hier der Anruf per VHF über die Küstenwache oder telefonisch unter +31/889 58 40 20. Die Coast Guard stellt dann die Verbindung zu einem Arzt her, der rund um die Uhr berät, sowohl auf Niederländisch als auch auf Englisch.
  • In weniger dringenden Situationen soll der Kontakt zwischen 8 und 20 Uhr erfolgen, hierfür steht auch die E-Mail-Adresse 00@rmd.knrm.nl zur Verfügung.
  • Technische Unterstützung und Beratung: Das KNRM Helpt Assistentie Centrum (KAC) unterstützt in Fällen ohne akute Seenot oder Lebensgefahr und berät zunächst aus der Ferne. So kann etwa im Fall eines Motorschadens die Situation beurteilt und über den Einsatz von Hilfsmaßnahmen entschieden werden. Der Dienst ist unter +31/889 99 61 00 erreichbar.
  • Grundsätzlich gilt: Die KNRM ist primär für die Rettung von Menschenleben zuständig. In rein technischen Notlagen kann der KAC einen KNRM-Hilfseinsatz auslösen, aber ebenso auch an kommerzielle Dienste ­verweisen.

Hilfe per App

Die kostenlose „KNRM Helpt“-App fürs Handy übermittelt im Ernstfall sowohl Seenotrufe als auch Anfragen zur technischen Hilfeleistung. Skipper, die häufig in den Niederlanden unterwegs sind, können die App mit ihren persönlichen Daten und Informationen zum Schiff konfigurieren oder ein GPS-Tracking einrichten.

Christian Tiedt

Christian Tiedt

Ressortleiter Reise

Christian Tiedt wurde in Hamburg geboren, blieb lange aber ohne direkten Zugang zum Wassersport. Nach der Berufsausbildung bot das Studium dann endlich die Gelegenheit, auf dem Wasser aktiv zu werden – und die entsprechenden Führerscheine zu machen. Zuerst beim Fahrtensegeln und dann, mit dem Einstieg bei BOOTE im Jahr 2004, auch mit Motorbooten aller Art. Christian konnte inzwischen fast ganz Europa (und einige weiter entfernte Destinationen) auf eigenem Kiel kennenlernen und teilt seine Erlebnisse und Erfahrungen für die YACHT und BOOTE am liebsten in Törnreportagen.

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