HollandJohan-Friso-Schleuse gesperrt

Alexander Worms

 · 04.10.2011

Holland: Johan-Friso-Schleuse gesperrtFoto: U. Ockema

Bis zu 55.000 Fahrzeuge passieren das Nadelöhr am westlichen Eingang nach Friesland jährlich. Nun ist es bis zum 14. Oktober geschlossen

Der Grund: Die Schleusentore werden ausgetauscht. Dies sei, so der verantwortliche Rijkswaterstaat, die oberste, niederländische Wasserbehörde, eine vorausschauende Wartungsaktion. Man möchte so die Ausfallzeiten in den nächsten Jahren möglichst gering halten. Denn in 2012 und 2013 ist in den Wintermonaten mit weiteren Sperrungen zu rechnen. Dies steht im Zusammenhang mit dem Bau einer weiteren Schleusenkammer direkt neben der bestehenden. Durch die Erweiterung der Kapazität soll das Nadelöhr zwischen IJsselmeer und Friesland, das zur Hochsaison teils mehrstündige Wartezeiten verursachte, entschärft werden.

  Der Umweg durch die alte Schleuse in Stavoren geht nur bis 1,50 meter TiefgangFoto: Google Earth Pro
Der Umweg durch die alte Schleuse in Stavoren geht nur bis 1,50 meter Tiefgang

Derzeit können Wassersportler über die alte Schleuse in Stavoren ausweichen (Bedienung täglich 9 bis 19 Uhr). Dazu muss der nördlich des Schleusenvorhafens gelegene alte Hafen angelaufen werden. Die maximale Tiefe dort beträgt jedoch lediglich 1,50 Meter. Nicht viel besser ist der Weg über Workum. Dort beträgt der Wasserstand über dem Drempel 1,65 Meter. Dabei sind immer windbedingte Wasserstandsschwankungen zu berücksichtigen, vor allem bei längeren Ostwindlagen. Wer sicher und problemlos nach Friesland gelangen möchte, muss über Lemmer ausweichen. Die dortige große Schleuse hat ausreichend Tiefgang und wird rund um die Uhr bedient.

  Nördlich über Workum ist kürzer aber nur bis 1,62  meter Tiefgang möglich. Im Süden über Lemmer geht immerFoto: Google Earth Pro
Nördlich über Workum ist kürzer aber nur bis 1,62 meter Tiefgang möglich. Im Süden über Lemmer geht immer

Bedauerlicherweise, so die Verantwortlichen, habe man bei der Planung der Sperrung den Deutschen Feiertag am Montag, den 3. Oktober – dem ersten Tag an dem die Schleuse nicht bedient wurde – übersehen. Als die Wassersportbetriebe der Region auf das Problem hingewiesen haben, war es zu spät, um die Arbeiten um einen Tag zu verschieben. Zu groß wäre der logistische Aufwand gewesen. Die Folge: Zahlreiche deutsche Yachten trafen auf verschlossene Türen, weite Umwege mussten in Kauf genommen werden.

Aktuelle Sperrungen werden rund um das IJsselmeer immer 15 Minuten nach der vollen Stunde auf UKW-Kanal 1 vermeldet. Weitere Infos zu aktuellen Sperrungen und Beeinträchtigungen auf Binnengewässern bietet das Infocentrum Binnenwateren auf seiner Homepage.

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