ZeelandKrammersluizen - erstes saniertes Schleusentor wieder eingesetzt

Christian Tiedt

 · 19.10.2026

Zeeland: Krammersluizen - erstes saniertes Schleusentor wieder eingesetztFoto: Rijkswaterstaat
Das instandgesetzte Schleusentor vor der Verschiffung zurück zu den Krammersluizen.
Bei der Sanierung der Krammersluizen ist das erste überholte Schleusentor wieder eingesetzt worden. Das 340 Tonnen schwere Bauteil kam termingerecht per Schiff aus Vlissingen zurück. Betriebsbereit ist es allerdings noch nicht.

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Die Krammersluizen zwischen Volkerak-Zoommeer und Oosterschelde haben eines ihrer überholten Tore zurück. Wie die für die Wasserstraßen der Niederlande zuständige Behörde Rijkswaterstaat mitteilt, wurde das Bauteil nach der Sanierung in Vlissingen per Ponton und Schubboot zum Schleusenkomplex transportiert.

Das Tor misst 26 Meter mal vier Meter mal zwölf Meter. Seine Rückreise führte über 70 Kilometer, vom Kanal durch Zuid-Beveland über die Schleusen von Hansweert und die Oosterschelde bis zur Baustelle. Dort setzte ein schweres Kranschiff das Tor innerhalb eines Tages auf die unteren Rollwagen in der Schleusenkammer. Ein eigens entwickeltes Positionierungssystem sollte den millimetergenauen Einbau unter Wasser ermöglichen. Den Ablauf hatte das Team zuvor an Land geprobt.

Fünf Wochen für Anschlüsse und Tests

Nach dem Einheben stehen laut Rijkswaterstaat noch etwa fünf Wochen Arbeit an: Mechanik, Hydraulik und Elektrik müssen angeschlossen und ausgiebig getestet werden. Dabei muss das modernisierte Tor mit dem rund 40 Jahre alten Bestandssystem zusammenarbeiten. Erst nach erfolgreichem Abschluss der Prüfungen kann es wieder in Betrieb gehen.

Neues System gegen Salzeintrag

Die insgesamt vier Tore erhalten bei der Sanierung eine zusätzliche Aufgabe. Über Öffnungen und Absperrklappen kann Wasser gezielt durch die Tore strömen. Damit lässt sich der Wasserstand in der Kammer ausgleichen und Salzwasser weitgehend herausspülen. Zusammen mit einem Luftblasenschleier soll das den Salzeintrag ins süße Volkerak-Zoommeer begrenzen.

Das jetzt eingesetzte Rolltor hat dafür sechs große Absperrklappen mit jeweils etwa 1,60 Metern Durchmesser erhalten. Auch Hydraulik, Stahlkonstruktion und Korrosionsschutz wurden überarbeitet.

Einschränkungen für Segler bleiben

Der Baufortschritt bedeutet keine freie Passage für die Sportschifffahrt. Die nördliche Kammer der Yachtschleuse ist nach der aktuellen Planung vom 14. September 2026 bis einschließlich 9. Mai 2027 vollständig gesperrt. Zeitweise ist auch die südliche Kammer betroffen. Die Auswirkungen der Sanierung auf Sportboote und die Staande Mastroute betreffen damit weiterhin die Törnplanung zwischen den niederländischen Binnengewässern und Zeeland.

Vor einer Passage sollten Skipper die aktuellen Bau- und Sperrhinweise von Rijkswaterstaat prüfen. Weitere aktuelle Baustellen und Änderungen im Revier sind im Niederlande-Revierupdate für 2026 zusammengefasst.

Buchtipp

Törnführer Holland 1 von Jan Werner behandelt Zeeland und die südlichen Provinzen der Niederlande. Damit deckt der Revierführer das Umfeld der Krammersluizen ab und ergänzt die Baunachricht um regionale Orientierung für den nächsten Törn. Die überarbeitete Auflage von 2025 umfasst 224 Seiten. Aktuelle Schleusensperrungen und kurzfristige Änderungen der Passagebedingungen müssen unabhängig davon vor der Fahrt geprüft werden.

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Christian Tiedt

Christian Tiedt

Ressortleiter Reise

Christian Tiedt wurde in Hamburg geboren, blieb lange aber ohne direkten Zugang zum Wassersport. Nach der Berufsausbildung bot das Studium dann endlich die Gelegenheit, auf dem Wasser aktiv zu werden – und die entsprechenden Führerscheine zu machen. Zuerst beim Fahrtensegeln und dann, mit dem Einstieg bei BOOTE im Jahr 2004, auch mit Motorbooten aller Art. Christian konnte inzwischen fast ganz Europa (und einige weiter entfernte Destinationen) auf eigenem Kiel kennenlernen und teilt seine Erlebnisse und Erfahrungen für die YACHT und BOOTE am liebsten in Törnreportagen.

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