KroatienWo sind genehmigte Bojenfelder wirklich?

Andreas Fritsch

 · 29.06.2010

Kroatien: Wo sind genehmigte Bojenfelder wirklich?Foto: YACHT/L. Bolle

Seit die kroatischen Behörden Wasserflächen für Bojenfelder zur Verpachtung ausgeschrieben haben, steigt deren Zahl beständig

Die Frage ist nur: In welcher Bucht erwarten Crews solche Felder, und kassieren die Betreiber vor Ort zu Recht Liegegebühren? Aus diesem Grund veröffentlichen die kroatischen Behörden seit kurzem eine Liste der Lizenznehmer, deren Anschriften und Lage sowie Anzahl der Bojenfelder.

In den offiziellen Veröffentlichungen der kroatischen Behörden (www.mmpi.hr) sind allerdings nur die GPS-Koordinaten der Bojenfelder aufgelistet. Ein slowenischer Segler machte sich daraufhin die Mühe, die Felder in der elektronischen Seekarte zu markieren und stellte die Screenshots der Redaktion in PDF-Form zur Verfügung. Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen will, findet das Dokument hier.

Wichtig zu wissen für Crews ist, dass laut Schreiben des Ministeriums sich die Bojenfeldbetreiber auf Nachfrage ausweisen müssen. Die Karte mit der Konzession zeigt den Namen des Lizenznehmers, die Nummer sowie Daten des Bojenfeldes. Kann der Betreiber dies nicht vorweisen oder ist sein Name bzw. die Firma nicht auf der Liste zu finden, so handelt es sich um ein illegales Bojenfeld, für das keine Gebühren erhoben werden dürfen. Zudem sind die Gebühren für die Nutzung von den Behörden für jedes Feld festgelegt worden, auf Nachfrage soll der Konzessionshalter diese Preisliste parat haben. So sollen Abzocke durch überhöhte Preise verhindert werden.

Darüber hinaus ist das Ankern in solchen ausgewiesenen Bojenfeldern verboten. Problematisch ist ein lapidarer Satz in den Vorschriften, der es Crews untersagt, vor Anker bzw. an der Boje "sanitary waters", also von Bord-WC oder Dusche, in die Bucht einzuleiten. Da nicht alle Yachten Fäkalientanks haben und nicht immer an Land Sanitäranlagen zur Verfügung stehen, eine recht nebulöse Formulierung. Ebenfalls wichtig: Die Bojengebühr soll ausdrücklich die Entsorgung von festem Müll beinhalten und dies soll auf der Quittung auch ausgewiesen sein.

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