NewsVisumspflicht für die Karibik

Andreas Fritsch

 · 08.01.2007

Österreicher und Schweizer müssen für Törns in die Antillen Visum beantragen

Segelcrews, die in diesem Frühjahr in den kleinen Antillen segeln wollen, können kurz vor Törnantritt eine böse Überraschung erleben. Erst Ende Dezember gaben die Einreisebehörden einer ganzen Reihe karibischer Kleinstaaten überraschend bekannt, dass vom 1. Januar bis zum 15. Mai dieses Jahres eine befristete Visumspflicht für Touristen eingeführt wird.

Während für deutsche Staatsbürger eine Ausnahmegenehmigung gilt, müssen Österreicher und Schweizer tatsächlich im Besitz des Papiers sein. Doch das ist schwieriger als gedacht: Das Visum kann nur über das gemeinsame Büro der Karibikstaaten in London bestellt werden. Dafür muss von jedem Crewmitglied der Reisepass eingeschickt werden. Da der Ansturm auf die Visa groß ist, wird bereits auf mögliche Wartezeiten von einem Monat hingewiesen, darüber hinaus ist das Visum mit 100 US-Dollar pro Kopf vergleichsweise teuer.

Für Crews, die im Januar oder Februar fliegen wollten, dürfte der Törn damit ins Wasser fallen. Vercharterer wie VPM berichten bereits von spürbaren Buchungsrückgang für diesen Teil der Karibik und entwerfen alternative Routen für betroffene Kunden – Martinique und Guadeloupe sind mögliche Ausweichziele.

Die Pflicht wurde kurzfristig eingeführt, da in der Karibik bis zum 15. Mai die Cricket-Weltmeisterschaften stattfinden, die laut Angaben der Ausrichter nach den Olympischen Spielen und der Fußball-WM das drittgrößte Sportevent der Welt sein soll – für Deutsche kaum vorstellbar.

Der Visumszwang gilt für die Inseln Antigua und Barbuda, Barbados, Grenada, Guyana, Jamaika, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Trinidad und Tobago sowie Dominica.

Infos über das Büro der Karibik-Staaten (www.caricomimpacs.org) oder das österreichische Außenministerium (www.bmaa.gv.at).

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