Gewöhnlich sind es Hurricanes, die in der Karibik für Ausnahmezustand sorgen. Doch seit Herbst vergangenen Jahres haben sich auch andere Sturmwolken über der Meeresregion zwischen Nord- und Südamerika zusammengezogen - in Form des stetig stärker eskalierten Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela.
Was mit tödlichen amerikanischen Angriffen auf Schnellboote vermeintlicher Drogenkuriere venezolanischer Kartelle und einer Seeblockade gegen Ölexporte, inklusive Beschlagnahme eines Tankers der Schattenflotte begann, fand seinen bisherigen Höhepunkt in der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau durch amerikanische Spezialeinheiten.
Vor der Küste Venezuelas herrscht seit dem angespannte Ruhe: Zum einen, weil sich die USA mit Blick auf die aktuelle politische Entwicklung in Venezuela auch weiteres militärisches Vorgehen vorbehalten und dazu mit der U.S. Navy weiter massive Präsenz zeigen, zum anderen, weil US-Präsident Donald Trump mit Kolumbien, Kuba und Mexiko inzwischen auch weiteren Anrainerstaaten der Karibik gedroht hat – vom bereits zuvor geäußerten Interesse an der Kontrolle des Panamakanals ganz abgesehen. Die verstärkte
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrogaphie hat auf die zahlreichen Zwischenfälle und die insgesamt „volatile Sicherheitslage“, die auch Piraterie und Bandenkriminalität erleichtert, bereits reagiert. Mit dem Verkehrsministerium wurde für Schiffe unter deutscher Flagge in Venezuelas 24-Seemeilen-Zone die SOLAS-Gefahrenstufe 2 ausgerufen. Das Gleiche gilt für die Küstengewässer der östlichen Nachbarländer Guyana, Suriname und Französisch-Guyana.
Bei der SOLAS-Gefahrenstufe 2 handelt es um die zweite von drei Stufen, die unter anderem erhöhte Wachsamkeit empfiehlt, besonders vor Anker. Ebenso sollten Navigations- und Kollisionsverhütungssysteme regelmäßig überprüft werden. Die Veröffentlichung erfolgte in den amtlichen Nachrichten für Seefahrer (NfS) 51-52/2025.