TörnberichtLiparische Inseln: Eilande, die man gesehen haben sollte

Ursula Meer

 · 21.07.2022

Törnbericht: Liparische Inseln: Eilande, die man gesehen haben sollteFoto: Marcus Kieppe
Die Grotta del Cavallo auf Vulcano. Ein Segler lotet vorsichtig Tiefe und Höhe am Logenplatz

Brodelnde Vulkane, Ankerbuchten schmucke Orte: Ein Törn zu den Liparischen Inseln ist ein Erlebnis – nicht zuletzt wegen unerwarteter Abenteuer

Leise schiebt eine sanfte Brise das Boot durch tintenblaue, tiefe See. Achteraus Sizilien, voraus der Archipel der sieben Liparischen Inseln. Gelbliche Wolken steigen wie ein Leitfeuer aus dem Krater des Stromboli auf, der Ätna über dem Kielwasser antwortet mit ungewöhnlich starken Rauchzeichen. Es ist Dampf unterm Kessel.

Die Vulkaninseln sind vor Jahrmillionen aus dem Erdinneren in das Meer eruptiert. Die meisten Krater sind erloschen, nur am Rande seufzen sie hier und da leise und schwefelig. Ihr wohl bekanntester, Stromboli, kann indes die Contenance nur wahren, indem er stetig Druck ablässt – ein beeindruckendes Schauspiel. Ähnlich aktiv, nur weniger offensichtlich, brummelt Vulcano leise vor sich hin. Doch unter ihm brodelt es. Jederzeit kann er explodieren!

Verlagssonderveröffentlichung
  Vulkan live: Lavarutsche im Nordwesten des StromboliFoto: KIM REISE
Vulkan live: Lavarutsche im Nordwesten des Stromboli

Nur 15 Seemeilen sind es von Portorosa an Siziliens Nordküste bis zu diesem Pulverfass. Unentschlossener Wind bestimmt die Reise. Die thermischen Kapriolen rund um die Inseln beschrieb schon Homer in seiner "Odyssee". Einen Sack voller Wind soll sein irrlichternder Protagonist einst hier geöffnet haben; nach dem griechischen Gott des Windes wird der Archipel auch Äolische Inseln genannt. Doch Äolus ist launisch. Ein laues Lüftchen strapaziert Seglers Geduld, bis mit der Bucht am Punta di Capo Secco Vulcano erreicht ist.

Das erste Ankermanöver lässt den Atem stocken: Nur zwei Kabellängen liegen zwischen 50 und fünf Meter Wassertiefe. Bei der Annäherung hüpft das Echolot im Takt mit dem pochenden Herzen. Die Felsen am Rand der Bucht gefühlt in greifbarer Nähe, fällt das Eisen auf sechs Meter Tiefe.

  Ankern vor Panarea. Im Hintergrund ein vorgelagertes Felsrondell mit FumarolenFoto: YACHT/U. Meer
Ankern vor Panarea. Im Hintergrund ein vorgelagertes Felsrondell mit Fumarolen

Steil ragt die Küste ringsum himmelwärts. Wenige Bootsfahrer haben hier den Nachmittag verbracht, zum Abend verschwinden sie alle – Ruhe ist die Gunst der Vorsaison Ende Mai. Gleich um die Ecke, mit dem Dingi in Ruderweite, ziehen hoch über der Grotta del Cavallo stattliche Möwen ihre Kreise. Azurblaues, glitzerndes Wasser plätschert unter einem natürlichen Rundbogen in dunklem Fels. Angesichts dieses majestätischen Anblicks verfällt man unwillkürlich in ehrfurchtsvolles Flüstern. Zumal mit einsetzender Dunkelheit sich auch noch die sprühenden Funken des Ätna in der Entfernung bestaunen lassen.

Nur wenige Seemeilen weiter nördlich verengt sich die Insel unterhalb des Vulkankraters. Schwarzer Sandstrand säumt die Ankerbuchten beidseits der Landzunge. Jedoch, anstelle des erwarteten gediegenen Urlaubsambientes gammelt am Ufer ein riesiger Hotelkomplex vor sich hin. Weit ragt er in die Halbinsel hinein, Pool-Landschaft und Tennisplatz von Grün überwuchert. Vereinzelte Liegestühle zersetzen sich allmählich in der Sonne.

  Strombolicchio: der "kleine Stromboli" vor der Küste des großenFoto: KIM REISE
Strombolicchio: der "kleine Stromboli" vor der Küste des großen

Der Weg vorbei an diesem Zeugnis einstigen Wohlstands führt immer dichter an die Fumarolen heran. Das sind jene Erdlöcher, aus denen permanent Schwefelgase aufsteigen – unter Wasser als blubberndes Schauspiel, an Land als gelblicher Dampf. Die Ahnung, warum das Hotel dicht ist, dringt über die Nase ein. Es müffelt zunächst dezent, mit jedem Schritt aber stärker. Stinkbombe im Schulkorridor, faule Eier in der Küche – welche Geruchsassoziation auch immer aufkommt, keine ist positiv.

Der Fumarolen-Whirlpool im kristallklaren türkisen Wasser ist dennoch von Badenden umringt. Grün-gelb-bunt gefärbte Felsen glitzern dahinter im Sonnenlicht. Auch ein Schwefel-Schlammbad soll es geben, heilsam und hautpflegend. Eine müffelnde Mutprobe. Sie erübrigt sich, das Bad ist gesperrt. Ein leicht verwittertes Schild kündigt ein Upgrade zur Wellness-Oase an. Vor Corona kamen täglich Hunderte Touristen auf die Insel. Heute scheint sie mehr im Ruhe- und Verwitterungsmodus zu sein. Auch die Wanderung auf den Vulkankrater muss wegen seines inneren Grummelns ausfallen. Schilder warnen allenthalben vor austretenden Gasen und Vergiftungsgefahr.

Der Nase zuliebe führt die Weiterreise drei Seemeilen hinüber zur Nachbarinsel Lipari. In der Meerenge dreht der Wind um die Felsen, nimmt Fahrt auf und verschwindet dann aber in Landabdeckung ganz. Dauernder Segeltrimm, Setzen, Bergen und die eine oder andere Motorstunde sollen die gesamte Reise bestimmen.

  Cappuccino, Panini, bunte Kleider: italienische Lebensart in der kleinen Einkaufsmeile von Lipari, dem größten Ort des ArchipelsFoto: Markus Kieppe
Cappuccino, Panini, bunte Kleider: italienische Lebensart in der kleinen Einkaufsmeile von Lipari, dem größten Ort des Archipels

Über die Bucht vor Lipari wacht ein imposantes Kastell. Darunter kann ankern, wer nicht in einem der Inselhäfen festmachen möchte, und mit dem Dingi in die kleine Marina Corta an der Stadtpier übersetzen. Fischerboote liegen neben kleinen Motorbooten aus italienisch-stilbewussten Designschmieden. Die Stadt gibt sich bunt und fröhlich und in kaum mehr als schulterbreiten Gassen auch mal intim, wenn beim Flanieren Unterwäsche über dem Kopf in der Sonne weht oder WC-Spülungen rauschen. Cafés und Läden laden zum Verweilen und Probieren ein. Hinauf durch das bunte Gewusel führt der Weg zur imposanten Festung. Ausgrabungen zeugen von der bewegten Geschichte der Inseln: Griechen und Römer, ein kurzes türkisches und ein längeres arabisches Intermezzo sowie normannische Belagerer bestimmten ihre Geschicke. Mal waren sie rege Handelsstandorte, dann wieder über Dekaden die vergessensten Orte der Welt. All diese Phasen lassen sich rund um das Kastell im Zeitraffer in den unterschiedlichen Erdschichten durchschreiten.

Ein wenig diesig ist es auf dem Weg nach Panarea. Es liegt etwas in der Luft, gelblich und täglich trüber werdend. Die mit Abstand teuerste Insel des Archipels, im Hochsommer Treffpunkt der High Society, hat einen schönen Ankerplatz mit sandigem Untergrund direkt unterhalb der Stadt. Daneben ein Muringfeld, das selbst früh in der Saison gut besucht ist. Wer es ruhiger mag, findet im Nordwesten der Insel an der Punta Scritta hinter einem stattlichen Felsen eine Ankerbucht.

  Schwindelerregend ist die Wanderung an der Steilküste Panareas, lohnend der atemberaubende Blick von der Punta Scritta hinab auf die Bucht mit den ankernden YachtenFoto: Marcus Kieppe
Schwindelerregend ist die Wanderung an der Steilküste Panareas, lohnend der atemberaubende Blick von der Punta Scritta hinab auf die Bucht mit den ankernden Yachten

Das Örtchen Panarea schmiegt sich mit weißen Häusern samt blauen Türen und Fensterläden in das dunkle Gestein. Bunte Blumenpracht ziert Gärten und blitzsau­bere Straßen. Zur Mittagszeit kehren in der Bar "L'Elica" Männer mit Arbeitswesten und groben Schuhen ein. Der Gedanke, dass hier Cappuccino und Gebäck erschwinglich sein müssten, bewahrheitet sich. Hinter einem unscheinbaren Tresen verbergen sich Vanilleeis in Tiefschwarz wie die Schoten, aus denen das köstliche Gewürz gewonnen wird, Pistazieneis, das ohne die giftgrüne Farbe und künstliche Aromen auskommt, Erdbeere, Limette – die Auswahl fällt schwer.

Gemächlich auf der Terrasse die Sorten durchprobierend, lässt sich in den engen Gassen eine ausgeklügelte Verkehrsführung beobachten: Auf knatternden dreirädrigen Apen und kleinen Elektrolastwagen werden Baumaterialien, Lebensmittel und Postpakete transportiert. Fußgänger drücken sich in Hauseingänge, Entgegenkommer schalten nach einem nicht näher zu definierenden System in den Rückwärtsgang. Nur am Tage wohlgemerkt, nachts ist Fahrverbot. Panarea hält auf sich: Edel darf von den Auslagen in den Läden bis zur Speisekarte alles sein, teuer auch, nur bitte nicht protzig. Bis heute ist die Kirche das höchste Gebäude; Luxus fügt sich in die ursprüngliche Architektur ein.

Der Reiseführer empfiehlt "eine der reizvollsten Wanderungen des ganzen Archipels", mehr als 400 Meter hinauf zur Steilküste im Westen. Auf Schotter und großen Felsbrocken, oft mehr kletternd als wandernd, führt die schweißtreibende Route – nichts für schwache Nerven und Beine. Aber in jeder Verschnaufpause entlohnen grandiose Ausblicke die Mühe. Tief unten glitzert das Wasser in den Buchten. Seine Farbe wechselt mit zunehmender Wassertiefe von Türkis über Smaragd zu Azurblau. Ankerlieger wirken aus der Höhe winzig wie Stichlinge, große Felsen im Meer wie Punkte auf einem Sommerkleid. In einer kreisrund angeordneten Felsgruppe im Osten der Insel erkunden Taucher und Schnorchler die Unterwasserwelt aus Fumarolen und einem historischen Wrack, in der Ferne sind die anderen Inseln mit bloßem Auge auszumachen.

In vorbildlicher Vulkanform sticht unter ihnen Stromboli hervor, die eigentliche Attraktion der Reise und Ziel der nächsten Etappe. Doch am Ankerplatz bei San Vincenzo im Nordosten züngelt gierig Feuer bis dicht an den Ort heran. Löschflugzeuge und -helikopter brauchen den Seeraum, um im Flug Wasser aufzunehmen und die brennende Macchia zu löschen. Asche regnet aufs Deck.

  Liparis kleine Stadtmarina lässt sich für einen Besuch gut mit dem Dingi ansteuernFoto: Markus Kieppe
Liparis kleine Stadtmarina lässt sich für einen Besuch gut mit dem Dingi ansteuern

Die Wanderung auf den Vulkan muss ohnehin ausfallen, zu unsicher ist sie angesichts der aktuellen vulkanischen Reizbarkeit. Die wiederum befeuert die berühmte Lavarutsche im Nordwesten der Insel, auf der des Nachts glühend das ausgeworfene Erdinnere den Hang hinunter mäandert. "Die müsst ihr euch unbedingt ansehen!", lautete unterwegs die Empfehlung eines jungen Polen, der den Inseln erlegen ist und immer wieder hierher segelt. Unbeschreiblich sei das Erlebnis, unbeschrieben soll es bleiben. Während eines Badestopps auf der 1.000-Meter-Tiefenlinie unterhalb der dampfenden Wand, in gehörigem Abstand zu den fliegenden Lavabrocken, steigt fauchend mit einer riesigen Wolke aus dem Krater eine der heftigsten Eruptionen der letzten Jahrzehnte auf. Die Wetter-App sagt beinahe zeitgleich für den Abend Starkwind vorher. Gute Gründe, das eigentliche Ziel der Reise in weitem Abstand im Kielwasser zu lassen und Kurs auf den Hafen Santa Marina auf Salina zu nehmen.

Über gleich mehrere Charterboote hinweg findet dort eine veritable Party statt, auf dem Katamaran nebenan verstauen Franzosen beachtliche Mengen Rotwein. Dazwischen Segler, die aus Neuseeland oder England auf eigenem Kiel den Weg hierher gefunden haben und sich distinguiert das bunte Treiben anschauen. "Noch ist es ruhig hier", erklärt ein Marinero lachend die Lage, als er die Leinen in Empfang nimmt, und ergänzt: "Ab Mitte Juni ist kaum noch ein freier Platz im Hafen zu finden, und auf den Ankerplätzen wird es auch sehr eng."

Auf der grünsten der Liparischen Inseln blüht es bunt auf jedem verfügbaren Erdkrumen, es duftet nach Rosen, Frangipani und Jasmin. Die frischen Farben setzen sich in den schmalen Gassen fort, an Hauswänden und in den Auslagen der kleinen Lädchen mit Schmuck, Kunst, Kleidung und süßen Delikatessen.

  Über der Bucht von Lipari thront eine Burg aus dem 16. Jahrhundert. Yachten können dort ankernFoto: Kim Reise
Über der Bucht von Lipari thront eine Burg aus dem 16. Jahrhundert. Yachten können dort ankern

Das schlichte Weiß von Wänden und Einrichtung im Restaurant "'nni Lausta" wirkt zurückhaltend exklusiv inmitten dieser Farbpalette. Dezent weist ein kleines Schild an der Hauswand auf eine Guide-Michelin-Auszeichnung hin, daneben der Hinweis: "Wir haben kein freies WiFi, sprecht miteinander". Das tun die Gäste an den kleinen Tischen beiderseits der Altstadtgasse mit zufriedenen Gesichtern. Der Koch persönlich balanciert gelegentlich Teller hinaus. Haare, Brille und Kleidung ganz in Schwarz geben ihm die Anmutung eines Künstlers, seine Gerichte halten das Versprechen. Küchenchef Fabio Giuffrè und seine zwei Schwestern führen das Restaurant seit mehr als 30 Jahren. Sie bieten fast ausschließlich lokale Produkte an. "Die Insel ist dank ihrer vulkanischen Böden sehr fruchtbar und bietet ein unvergleichliches Gemüseangebot", erläutert er. Fischfang hingegen gebe es kaum noch, regionales Fleisch sei ohnehin rar. Entsprechend ziseliert er Meeresfrüchte, Käse, Gemüse und Kräuter zu wahren Delikatessen: Scampi-Carpaccio und Pasta mit Pesto aus wildem Fenchel, mit Ricotta gefüllte Kürbisblüten und zum Nachtisch Malvasia-Küchlein, begleitet von einer beachtlichen Auswahl an ebenfalls regionalen Weinen.

Kaum ist die Rechnung bezahlt, fegt ein heißer Wind durch die Gassen, lässt Röcke wehen und Frisuren zerzausen. Der Schirokko, der sich tagelang mit zunehmendem Dunst in der Luft ankündigte, lässt die Boote in der Marina tanzen. Leinen recken sich, Gangways rutschen von der Mole. Allenthalben werden Festmacher nachgebessert und Kontakte mit anderen Booten abgefendert, der Partyabend pausiert. Nach zwei Stunden ist der Spuk vorbei. Ruhig dümpeln von gelblichem Staub überzogene Boote an der Mole.

In den nächsten Tagen soll der Schirokko zurückkehren. Ein letztes Mal zieht das Boot in einer diffusen Wind-Gemengelage über die mediterrane Wasserfarbpalette, schweift der Blick über dampfende Hänge und die Weite der Inselwelt; im Zielhafen Portorosa auf Sizilien liegt es sich bei Sturm besser. Der hat bessere Zeiten gesehen. Über mehrere Etagen einst fröhlich rosafarbener Gebäude verströmen leere Ladenpassagen die Atmosphäre einer Geisterstadt, davor tapfer ums Überleben kämpfende Sukkulenten.

Aber es wird poliert: Cafés und Bars erwachen zu neuem Leben, Charteragenturen beziehen neue Büros, Waschhäuser werden saniert. Lohnend ist das allemal, denn der Yachthafen vermittelt trotz seiner Größe ein heimeliges Gefühl, wie er sich so um die Kurve schlängelt – und hinter hohen Bergen die Launen des Äolus bremst.

Törntipps

  Das RevierFoto: YACHT
Das Revier
  1. Portorosa/Sizilien   Eine Feriensiedlung mit großem, aber beschaulichem Hafen samt einiger Charterbasen. Kleine Kanäle verleihen der Anlage beinahe venezianisches FlairFoto: YACHT/U. Meer
1. Portorosa/Sizilien Eine Feriensiedlung mit großem, aber beschaulichem Hafen samt einiger Charterbasen. Kleine Kanäle verleihen der Anlage beinahe venezianisches Flair
  2. Vulcano   Relativ geschützt ankert es sich östlich und westlich der Landenge vor Vulcanello. Südlich davon liegt die Grotta del Cavallo mit AnkerbuchtFoto: YACHT
2. Vulcano Relativ geschützt ankert es sich östlich und westlich der Landenge vor Vulcanello. Südlich davon liegt die Grotta del Cavallo mit Ankerbucht
  3. Lipari   Mit Glück findet sich ein Ankerplatz in der Bucht vor der Stadt. Anlegemöglichkeiten und ein Yachthafen befinden sich nördlich des KastellsFoto: Kim Reise
3. Lipari Mit Glück findet sich ein Ankerplatz in der Bucht vor der Stadt. Anlegemöglichkeiten und ein Yachthafen befinden sich nördlich des Kastells
  4. Salina   Die Marina liegt geschützt hinter einer Mole. Zu Fuß gelangt man von hier bequem in die nahe und sehenswerte AltstadtFoto: Kim Reise
4. Salina Die Marina liegt geschützt hinter einer Mole. Zu Fuß gelangt man von hier bequem in die nahe und sehenswerte Altstadt
  5. Stromboli Im Nordosten Ankerplätze unterhalb der Orte San Vincenzo und Ficogrande, im Westen vor Ginostra. Die Schnellfährlinie beachten!Foto: KIM REISE
5. Stromboli Im Nordosten Ankerplätze unterhalb der Orte San Vincenzo und Ficogrande, im Westen vor Ginostra. Die Schnellfährlinie beachten!
  6. Panarea   In der Bucht vor dem Ort ankern Boote auf sandigem Grund oder machen an Muringen fest. Im Nordwesten die Ankerbucht unterhalb der Punta ScrittaFoto: YACHT
6. Panarea In der Bucht vor dem Ort ankern Boote auf sandigem Grund oder machen an Muringen fest. Im Nordwesten die Ankerbucht unterhalb der Punta Scritta

Chartern

Als Absprunghäfen zu den Liparischen Inseln bieten sich Tropea am italienischen Festland (ca. 30 Seemeilen bis Stromboli) oder Portorosa auf Sizilien an (ca. 15 Seemeilen bis Vulcano). Die Yacht von Vercharterer Gais für den Törn ab Portorosa vermittelte Master Yachting (www.master-yachting.de, Tel. 0931/46599999). Eine Dufour 430 GL von Gais kostet in der Nebensaison ab 2.750 Euro, in der Hauptsaison ab 3.750 Euro pro Woche, zzgl. Endreinigung (ca. 180 Euro) und Bettwäsche/Handtücher (ca. 20 Euro/Pers.).

Vulkane

Die Liparischen Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Der Stromboli ist einer der aktivsten Vulkane der Welt, Vulcano gilt als der gefährlichste des Archipels. Aus Fumarolen – kleinen Kanälen aus dem Erdinneren – treten schwefelige Dämpfe aus. Besonders unter Wasser ist das ein schönes Schauspiel, zu sehen beispielsweise auf Vulcano oder vor Panarea.

Navigation

Alle Inseln in Sichtweite, das Wasser tief, die Navigation entsprechend einfach. Der Meeresgrund steigt steil an, die Ankerplätze sind entsprechend schmal mit meist steinigem Grund; eine Trippleine ist sehr zu empfehlen, falls sich das Eisen verhakt. In Buchten und Häfen muss mit Schwell gerechnet werden. Bei Sturm bieten die Inseln kaum Schutz, nur auf Salina und Lipari gibt es Häfen. Segler verholen sich dann besser an das Festland oder nach Sizilien.

Wind & Wetter

Im Tyrrhenischen Meer weht im Sommer ein eher schwacher Tramontana aus Nordwest. In der Nähe der hohen, steilen Inseln Kap- und Düseneffekte sowie plötzliche Flauten. Gelegentlich unterbricht der von Süden kommende Schirokko die Ruhe mit Starkwindphasen, kräftigen Böen und Sahara­staub. Er kündigt sich am fallenden Barometer und mit diesiger Luft an. Zwischen Mai und Oktober klettert das Thermometer auf über 20 Grad, im Juli und August auf über 30 Grad. Das Wasser ist herrlich warm, und es regnet selten.

Literatur

  Rod und Lucinda Heikell: <a href="https://www.delius-klasing.de/kuestenhandbuch-italien-12243?number=DK-12243" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">"Küstenhandbuch Italien"</a> , Edition Maritim, 69,90 EuroFoto: Delius Klasing
Rod und Lucinda Heikell: "Küstenhandbuch Italien" , Edition Maritim, 69,90 Euro

Meistgelesene Artikel