RevierLago Maggiore - Segeln und das süße Leben

Antonia von Lamezan

 · 13.10.2026

Reich an Details und Panoramen: Das Ufer des Lago Maggiore offenbart seine ganze Schönheit am besten vom Wasser aus.
Foto: Adobe Stock/ Sergio Pazzano
Der Lago Maggiore bietet Seglern auf 66 Kilometern Länge ein abwechslungsreiches Revier, vom entspannten Cruisen im Süden bis zu sportlichen Brisen im Norden. Damit der Törn auf dem Grenzsee reibungslos verläuft, erfahren Bootsfahrer hier alles Wichtige zu Formalitäten, Regeln auf dem Wasser und vorhandener Infrastruktur.

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Rund 66 Kilometer zieht sich der Lago Maggiore am Südrand der Alpen entlang. An seiner breitesten Stelle misst er knapp 10 Kilometer. Sein nördlicher Zipfel gehört zur Schweiz, mehr als 50 Kilometer des Sees liegen in Italien. Dazwischen reihen sich elegante Uferorte, grüne Hänge, kleine Buchten und die berühmten Borromäischen Inseln aneinander. Am Südufer der Borromäischen Bucht liegen Stresa und Baveno, gegenüber erstreckt sich Verbania. Weiter nördlich folgen Cannero und Cannobio, auf der Schweizer Seite Ascona und Locarno.

Juwelen im See: Die Borromäischen Inseln

​Die Inseln vor Stresa sind besonders eindrucksvoll: Isola Bella, Isola Madre und Isola dei Pescatori. Auf der Isola Bella erhebt sich der Palazzo Borromeo, umgeben von einem spektakulären Garten, der sich über zehn Terrassenebenen erstreckt. Auf der Isola Madre spazieren weiße Pfauen durch den botanischen Garten. Die Isola dei Pescatori, die Fischerinsel, gehört dagegen nicht zum Besitz des borromäischen Adelsgeschlechts. Sie ist bis heute von Fischer- und Gastwirtfamilien bewohnt. Enge Gassen und vielseitige Restaurants machen sie zum beliebten Ziel für einen Landgang. Doch der Lago Maggiore ist mehr als eine schöne Kulisse. Segler und Surfer finden vor allem im Norden interessante Windbedingungen, Motorboote sind dagegen auf dem gesamten See unterwegs.

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​Törnvorbereitung: Slipanlagen

Wer mit einem Boot mit größerem Tiefgang segelt, sollte die Wasserstände im Auge behalten: Sie können im Jahresverlauf um mehrere Meter schwanken. Trailerfahrer sollten sich rechtzeitig über Slipbedingungen, Gebühren und Abstellmöglichkeiten für das Gespann informieren. Wer sein Boot zu Wasser bringen möchte, findet nach vorheriger Vereinbarung unter anderem in Cannobio, Magadino und Locarno Möglichkeiten. Auch die Werften rund um den See bieten in der Regel gegen Bezahlung Slip- oder Kranservice an. Am Vormittag geht es von Verbania hinaus auf den See. Schon von Weitem geben die Borromäischen Inseln ein malerisches Bild ab. Wer sie auf eigenem Kiel ansteuern und an Land gehen möchte, sollte sich allerdings vorab um einen zulässigen Liegeplatz kümmern.

​Grenzüberschreitend unterwegs: Formalitäten

Anschließend geht die Fahrt weiter in den Norden. Mit der Landesgrenze ändern sich die Formalitäten. Wer nach Ascona oder Locarno segelt oder aus der Schweiz nach Italien kommt, muss lokale Sonderregeln beachten. Für motorisierte Boote ab 2,50 Meter Länge ist auf dem Lago Maggiore ein lokales Zusatzkennzeichen (Contrassegno) vorgeschrieben. Der Antrag kann per Mail oder direkt bei den zuständigen Gemeindebüros der Uferorte gestellt werden. Die Kennzeichen sind auf dem gesamten See anerkannt. Um im Schweizer Teil des Sees anzulegen, wird im Kanton Tessin noch zusätzlich eine befristete Bewilligung benötigt. Auch Fahrerlaubnis, Dokumente und Haftpflichtversicherung werden geprüft. Bewilligung und Zoll sind dabei zwei verschiedene Themen: Wer in der Schweiz anlegt, sollte daher die zollrechtlichen Vorgaben klären.

​Auf dem Wasser: Uferschutz und Windverhältnisse

Auf dem Wasser ist die Grenze kaum zu spüren. Für motorisierte Boote gilt auf dem gesamten See eine Uferschutzzone von 300 Metern. Innerhalb von 150 Metern zum Ufer darf zum An- und Ablegen, zum Stillliegen oder zum Passieren einer Engstelle gefahren werden. Je weiter der Kurs nach Norden führt, desto alpiner zeigt sich der Lago Maggiore mit steileren Berghängen und raueren Windverhältnissen. Besuchern gibt der Lago Maggiore sportlich, kulturell und kulinarisch viel zu entdecken.


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Antonia von Lamezan ist gebürtige Hamburgerin und studierte Kultur- sowie Sozialwissenschaftlerin (Lüneburg/Kopenhagen). Obwohl die Seefahrt zur Familiengeschichte gehört, fand sie den eigenen Weg aufs Wasser erst als Erwachsene – dann jedoch mit voller Begeisterung und Konsequenz: Innerhalb eines Jahres absolvierte sie alle für die Langfahrt erforderlichen Scheine, tauschte das geregelte Stadtleben gegen das eigene Boot und segelte zwei Jahre lang auf eigenem Kiel durch Europa. Als Volontärin in der Redaktion verbindet sie nun fachlichen Hintergrund mit ihrer Leidenschaft für das Meer, Boote und das Schreiben.

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