Von Juni bis Ende August dominiert der heiße, trockene Sommerwind das Revier der Kykladen südlich von Athen. Verlässlich weht er aus nördlichen Richtungen, erreicht nicht selten 5, 6 Beaufort im Mittel, aber auch leicht einmal mehrere Tage oder eine Woche 8, 9 Windstärken. Dazu kommen Fallwinde und Düseneffekte an den Küsten so mancher Insel. Wer mit der Familie oder Mitseglern unterwegs ist, die den dann hohen, langen Seegang nicht vertragen, sieht sich womöglich einer harten Belastungsprobe ausgesetzt.
Aber die Kykladen gehören nun einmal zu den schönsten Inselrevieren Europas, und viele Crews träumen davon, dort zu segeln. Bleibt als Ausweg die Vor- oder Nachsaison. Besonders der späte September und Anfang Oktober sind beliebt. Wenn es in Deutschland schon empfindlich kühl wird, hat das Wasser in der Ägäis noch 22 Grad, das Wetter erlaubt oft noch, in Shorts und T-Shirt zu segeln. Viele Tavernen und Bars sind noch offen, bevor sich die Kykladen ab Mitte Oktober langsam in den Winterschlaf verabschieden.
Wir wollten wissen, von welcher Seite sich das Revier in dieser Zeit zeigt und machten den Nachsaison-Test mit einem zwölftägigen Törn – mitten hinein in den Medicane "Zorbas", der im September das Revier kräftig durcheinanderwirbelte. Apokalyptisches Wetter zum Törnstart. War das Ganze also eine Schnapsidee?

Freier Autor